Three construction workers painting a building exterior, suspended by harnesses. Monochrome image.
Ratgeber

Fassadenanstrich & Putzausbesserung in München: Kosten, Ablauf und worauf Sie achten müssen

5.000 € – 20.000 €
Typische Gesamtkosten
2 Wochen
Typische Projektdauer
3 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten für Fassadenanstrich und Putzausbesserung in München

In München müssen Sie für einen vollständigen Fassadenanstrich mit Putzausbesserung mit deutlich höheren Kosten rechnen als im Bundesdurchschnitt. Das Preisniveau liegt je nach Stadtbezirk und Umfang der Schäden zwischen 5.000 und 20.000 Euro – bei großen Altbauten oder aufwendigen Putzprofilen auch darüber. Zum Vergleich: Bundesweit liegen vergleichbare Projekte oft 20–30 % günstiger.

LeistungKosten (München)Hinweis
Gerüststellung (Fassadenfläche bis 200 m²)1.500–4.000 €Je nach Gebäudehöhe und Zugänglichkeit
Putzausbesserung (Risse, Abplatzungen)800–4.000 €Abhängig vom Schadensausmaß
Untergrundvorbereitung / Grundierung500–1.500 €Oft unterschätzte Position
Fassadenanstrich (2 Anstriche)2.000–8.000 €Ca. 10–25 €/m² je nach Farbe und Produkt
Anstrich Sockelbereich300–1.200 €Spezialfarben für Spritzwasserzone
Gesamt5.000–20.000 €Typisches Einfamilienhaus bis Mehrfamilienhaus

Die großen Preisunterschiede erklären sich durch den Zustand der Fassade, die Gebäudehöhe, die Zugänglichkeit und die Wahl der Materialien. Historische Fassaden in Schwabing oder Maxvorstadt mit Stuckverzierungen erfordern deutlich mehr handwerklichen Aufwand als glatte Putzfassaden in Neubaugebieten wie Freiham.

⚠️
Vorsicht bei Billigangeboten: Angebote unter 4.000 € für ein vollständiges Fassadenprojekt am Einfamilienhaus sollten Sie kritisch hinterfragen. Häufig fehlen Positionen wie Grundierung, Putzreparatur oder ordentliche Gerüststellung – was später zu Folgeschäden führt.
a large building with a lot of windows next to a park
Foto: Jørgen Larsen / Pexels

Beteiligte Gewerke beim Fassadenanstrich

Ein professioneller Fassadenanstrich mit Putzausbesserung ist kein Ein-Mann-Job. Typischerweise sind drei Gewerke beteiligt, die aufeinander abgestimmt arbeiten müssen:

1 Gerüstbauer
Stellt das Fassadengerüst auf und ab. In München sind Gerüste aufgrund enger Straßen und dichter Bebauung oft genehmigungspflichtig – besonders in der Innenstadt und in Altbauquartieren wie Haidhausen oder Giesing. Gerüstbauer koordinieren auch die Absperrung des Gehwegs mit dem Kreisverwaltungsreferat.
2 Fassadenbauer / Stuckateur
Verantwortlich für die Putzausbesserung: Risse werden aufgeschnitten, mit Armierungsgewebe hinterlegt und neu verputzt. Bei historischen Fassaden kommen Kalkputze oder Kalkzementputze zum Einsatz, die mit dem Bestand kompatibel sind. Besonders in denkmalgeschützten Bereichen Münchens ist Fachwissen über historische Putztechniken unerlässlich.
3 Maler / Lackierer
Übernimmt Untergrundvorbereitung, Grundierung und den eigentlichen Fassadenanstrich. In München sind diffusionsoffene Silikatfarben oder Silikonharzfarben Standard, da sie Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen lassen und gleichzeitig Schlagregen standhalten. Die Farbwahl muss ggf. mit der Gestaltungssatzung abgestimmt werden.
Purple building facade with many windows
Foto: Marija Zaric / Pexels

Ablauf einer Fassadensanierung: Schritt für Schritt

1
Bestandsaufnahme und Planung
1–3 Tage
Ein Sachverständiger oder erfahrener Handwerker begutachtet die Fassade: Risse werden kartiert, Putzschäden bewertet, Feuchtigkeitsquellen identifiziert. In München sollten Sie gleichzeitig prüfen, ob Ihr Gebäude unter Denkmalschutz steht oder eine Gestaltungssatzung gilt – das beeinflusst Farbwahl und Materialien erheblich.
2
Genehmigungen einholen
1–4 Wochen
Für das Gerüst auf öffentlichem Grund benötigen Sie eine Sondernutzungserlaubnis beim Münchner KVR. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist zusätzlich das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege einzubeziehen. Planen Sie hier ausreichend Vorlauf ein – in München kann dieser Schritt 2–4 Wochen dauern.
3
Gerüstaufbau
1–2 Tage
Der Gerüstbauer stellt das Fassadengerüst auf. Bei Straßenabsperrungen werden Verkehrszeichen und Absperrungen gemäß der erteilten Genehmigung aufgestellt. In engen Münchner Innenhöfen sind manchmal Hängegerüste oder Kletterkonstruktionen notwendig.
4
Putzausbesserung und Untergrundvorbereitung
3–5 Tage
Schadhafte Putzstellen werden abgeklopft, Risse aufgeschnitten und mit geeignetem Mörtel geschlossen. Lose Putzschichten werden entfernt und neu aufgebaut. Anschließend wird die gesamte Fassade gereinigt (Hochdruckreiniger oder Bürste) und grundiert.
5
Fassadenanstrich
3–5 Tage
Nach ausreichender Trockenzeit des Putzes (mindestens 24–48 Stunden) erfolgt der Fassadenanstrich in zwei Lagen. Fensterrahmen, Sockel und Gesimse werden separat behandelt. Die Trockenzeit zwischen den Anstrichen beträgt je nach Produkt und Witterung 4–24 Stunden.
6
Gerüstabbau und Abnahme
1 Tag
Nach Fertigstellung und Ihrer Abnahme wird das Gerüst abgebaut. Prüfen Sie die Fassade bei Tageslicht sorgfältig auf gleichmäßigen Farbauftrag, saubere Kanten und vollständige Putzausbesserungen, bevor Sie die Schlussrechnung freigeben.
💡
Spartipp mit byndl: Auf der Plattform byndl werden ähnliche Fassadenprojekte in Ihrer Nachbarschaft gebündelt. Das spart Handwerkern Anfahrtskosten – und Sie profitieren von günstigeren Konditionen. Besonders in dicht bebauten Münchner Stadtteilen wie Schwabing, Maxvorstadt oder Haidhausen lohnt sich das Bündeln mehrerer Aufträge erheblich.
brown and white concrete building
Foto: Jan Antonin Kolar / Pexels

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Feuchtigkeit nicht als Ursache behandeln

Der häufigste Fehler bei Fassadensanierungen: Man streicht über feuchten oder durchfeuchteten Putz. In München, wo viele Altbauten aus der Gründerzeit stammen, ist aufsteigende Feuchtigkeit oder Schlagregenbelastung ein verbreitetes Problem. Ein neuer Anstrich hält auf feuchtem Untergrund nur wenige Jahre. Lassen Sie vor der Sanierung die Feuchtigkeitsursache klären und beheben.

Fehler 2: Falsche Farbe für den Untergrund

Nicht jede Fassadenfarbe passt zu jedem Untergrund. Auf altem Kalkputz dürfen keine dampfdichten Dispersionsfarben verwendet werden – der Putz kann nicht mehr atmen, Feuchtigkeit staut sich und der Putz platzt ab. Für historische Münchner Altbauten sind Kalkfarben oder Silikatfarben die richtige Wahl.

Fehler 3: Gestaltungssatzung ignorieren

In vielen Münchner Stadtteilen – besonders in der Altstadt, Schwabing und Bogenhausen – gibt es verbindliche Gestaltungssatzungen, die Farbpaletten und Materialien vorschreiben. Wer ohne Abstimmung mit dem Baureferat eine unzulässige Farbe wählt, muss unter Umständen auf eigene Kosten neu streichen. Informieren Sie sich vorab beim Münchner Baureferat oder beim zuständigen Bezirksausschuss.

Fehler 4: Gewerke nicht koordinieren

Wenn Gerüstbauer, Stuckateur und Maler nicht aufeinander abgestimmt sind, entstehen Wartezeiten und Mehrkosten. Das Gerüst steht und kostet Miete, während auf den Putz gewartet wird. Achten Sie auf einen klaren Zeitplan oder nutzen Sie eine Plattform wie byndl, die die Gewerkekoordination automatisch übernimmt und professionelle Leistungsverzeichnisse erstellt.

⚠️
Witterung beachten: Fassadenanstriche dürfen nicht bei Temperaturen unter 5 °C oder bei Regen ausgeführt werden. In München ist die optimale Saison von Mai bis September. Planen Sie Ihr Projekt rechtzeitig – Münchner Handwerksbetriebe sind in der Hauptsaison oft Monate im Voraus ausgebucht.
Close-up of a hand smoothing a wall with a spackle tool during home renovation.
Foto: Ksenia Chernaya / Pexels

Besonderheiten in München

Altbaubestand und typische Schadensbilder

München hat einen der höchsten Altbauanteile aller deutschen Großstädte. Gründerzeitbauten in Schwabing, Maxvorstadt, Haidhausen und Neuhausen-Nymphenburg prägen das Stadtbild. Diese Gebäude aus den Jahren 1870–1920 weisen typische Schadensbilder auf: Haarrisse durch Setzungen, abgeplatzter Putz durch Frost-Tau-Wechsel, Algenbefall durch die feuchten Föhnlagen und Ausblühungen durch Salztransport im Mauerwerk.

Bayerische Bauordnung und Gestaltungssatzungen

Die Bayerische Bauordnung (BayBO) und die städtischen Gestaltungssatzungen Münchens sind strenger als in vielen anderen Bundesländern. Für Fassadenarbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden – und davon gibt es in München sehr viele – ist die Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) Pflicht. Auch in nicht denkmalgeschützten Bereichen schreiben Bebauungspläne und Gestaltungssatzungen oft Farbpaletten vor. Das Münchner Baureferat bietet Beratungsgespräche an, die Sie unbedingt nutzen sollten.

Preisniveau im Vergleich

München liegt beim Handwerkerlohn auf Platz 1 in Deutschland. Stundensätze für Maler und Stuckateure liegen hier bei 55–75 Euro netto, bundesweit sind es oft 40–55 Euro. Hinzu kommen höhere Gerüstkosten durch enge Straßen, Parkraummangel und aufwendige Genehmigungsverfahren. Rechnen Sie pauschal mit einem Aufschlag von 25–35 % gegenüber dem Bundesdurchschnitt.

Klimatische Besonderheiten: Föhn und Frost

Das Münchner Klima stellt besondere Anforderungen an Fassadenfarben und Putze. Der Föhn bringt starke Temperaturwechsel und intensive UV-Strahlung, die Farben ausbleichen lässt. Gleichzeitig sorgen die Alpennähe und die Lage im Voralpenraum für häufige Frost-Tau-Wechsel im Winter, die ungeeignete Putze und Farben schnell zerstören. Verwenden Sie ausschließlich Produkte, die für das Voralpenklima geprüft und zugelassen sind – Ihr Fachbetrieb sollte das belegen können.

Stadtteile mit besonderem Handlungsbedarf

Besonders hoher Sanierungsbedarf besteht in Stadtteilen mit dichtem Altbaubestand: Schwabing-West, Maxvorstadt, Au-Haidhausen, Neuhausen, Giesing und Sendling. Hier sind viele Fassaden seit 15–25 Jahren nicht mehr gestrichen worden. In diesen Quartieren lohnt es sich besonders, Nachbarn für eine gemeinsame Beauftragung zu gewinnen – das senkt die Kosten für alle Beteiligten spürbar.

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Häufige Fragen zur Fassadenanstrich / Putzausbesserung in München

Für den Anstrich selbst ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Allerdings benötigen Sie eine Sondernutzungserlaubnis beim Kreisverwaltungsreferat (KVR), wenn das Gerüst auf öffentlichem Gehweg oder Straße steht. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist zusätzlich das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege einzubeziehen. Informieren Sie sich außerdem über geltende Gestaltungssatzungen, die Farbwahl und Materialien einschränken können.
Bei fachgerechter Ausführung mit hochwertigen Materialien halten Fassadenanstriche in München 10–15 Jahre. Das Münchner Klima mit Föhn, starker UV-Strahlung und Frost-Tau-Wechseln belastet Fassaden stärker als in vielen anderen Regionen. Diffusionsoffene Silikatfarben oder Silikonharzfarben erzielen die besten Standzeiten im Voralpenklima.
In München liegen die Kosten für den reinen Fassadenanstrich (Material und Lohn, ohne Gerüst und Putzausbesserung) bei etwa 10–25 Euro pro Quadratmeter. Einfache Fassaden mit glatter Oberfläche liegen am unteren Ende, historische Fassaden mit Stuckelementen oder aufwendigen Profilen am oberen Ende. Im Bundesdurchschnitt sind es 8–18 Euro pro Quadratmeter.
Technisch ist das möglich, aber nicht empfehlenswert. Putzausbesserung und Anstrich müssen aufeinander abgestimmt sein – sowohl materialtechnisch als auch zeitlich. Wenn das Gerüst ohnehin steht, ist es wirtschaftlich sinnvoll, beide Leistungen in einem Zug zu erledigen. Separate Beauftragungen bedeuten doppelte Gerüstkosten und erhöhtes Koordinationsrisiko.
Für Gründerzeitbauten und historische Fassaden in München empfehlen Fachleute Kalkfarben oder Silikatfarben (Mineralfarben). Sie sind diffusionsoffen, lassen Feuchtigkeit entweichen und sind mit altem Kalkputz kompatibel. Silikonharzfarben sind eine gute Alternative für modernere Fassaden. Reine Dispersionsfarben sollten auf altem Kalkputz vermieden werden, da sie den Putz einschließen und Schäden verursachen können.