Was kostet eine Fassadendämmung?
Die Kosten für eine Fassadendämmung hängen von mehreren Faktoren ab: Dämmstoff, Fassadenfläche, Untergrundvorbereitung und gewähltes System. Für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 180 m² Außenwandfläche müssen Sie für ein Wärmedämmverbundsystem mit 16 cm Dämmung inklusive Gerüst, Untergrundvorbereitung, Fensterbänken, Laibungen und Sockel bundesweit mit 32.000 bis 55.000 Euro rechnen. Hinterlüftete Vorhangfassaden sind deutlich teurer und kosten bis ca. 65.000 Euro.
| Leistung | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Gerüst (Auf- und Abbau) | 2.500–6.000 € | Je nach Gebäudehöhe und -form |
| Untergrundvorbereitung / Altputz abtragen | 1.500–4.000 € | Entfällt bei intaktem Untergrund |
| WDVS mit EPS (16 cm) inkl. Dämmplatten und Putz | 24.000–32.000 € | Ca. 130–175 €/m² ohne Gerüst |
| oder: Mineralwolle-WDVS (nicht brennbar) | 24.000–32.000 € | Eher am oberen Rand der Spanne; Pflicht erst bei Hochhäusern |
| oder: Hinterlüftete Vorhangfassade | 32.000–54.000 € | 180–300 €/m² inkl. Gerüst; langlebiger, höherer Materialaufwand |
| Fensterbankverbreiterung, Laibungen | 800–3.000 € | Oft unterschätzte Zusatzkosten |
| Gesamtkosten (typisches EFH) | 32.000–55.000 € | WDVS, ca. 180 m² inkl. Gerüst, Laibungen, Sockel und Energieeffizienz-Experte; Vorhangfassade bis ca. 65.000 € |
Die Gesamtspanne ist ein Erfahrungswert für das ganze Vorhaben und wird nicht aus den Einzelzeilen addiert: Selten erreichen alle Positionen gleichzeitig ihren Höchst- oder Tiefstwert.
Kosten pro Quadratmeter im Überblick
Als Faustregel gilt: Ein WDVS kostet inklusive Gerüst und Putz etwa 160–200 Euro pro m², mit Mineralwolle eher am oberen Rand. Eine hinterlüftete Fassade liegt bei 180–300 Euro pro m².
Beteiligte Gewerke bei der Fassadendämmung
Eine Fassadendämmung ist kein Ein-Mann-Job. Je nach Gebäudezustand und gewähltem System sind bis zu drei Gewerke beteiligt, die sauber koordiniert werden müssen – sonst entstehen Wartezeiten und Mehrkosten.
Ablauf einer Fassadendämmung: Schritt für Schritt
Eine Fassadendämmung dauert bei einem Einfamilienhaus typischerweise 3–5 Wochen. Hier ist der typische Ablauf:
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1: Falscher Dämmstoff gewählt
EPS (Styropor) ist günstig, aber brennbar und nicht für alle Gebäudeklassen zugelassen. Ab einer Gebäudehöhe von 7 Metern (Oberkante Fußboden letztes Obergeschoss) verlangt die Musterbauordnung schwerentflammbare Systeme, etwa EPS-WDVS mit Brandriegeln; nicht brennbare Dämmstoffe wie Mineralwolle (Baustoffklasse A1/A2) sind erst bei Hochhäusern Pflicht. Klären Sie das vor der Beauftragung mit Ihrem Planer.
Fehler 2: Wärmebrücken an Fensterlaibungen
Wenn die Dämmung an Fensterlaibungen zu dünn ausgeführt wird, entstehen Wärmebrücken – Schimmelgefahr und Energieverlust sind die Folge. Laibungsdämmung sollte mindestens 30 mm betragen. Achten Sie darauf, dass dies im Leistungsverzeichnis explizit steht.
Fehler 3: Förderung nicht beantragt
Die BAFA fördert Fassadendämmung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) mit 15 % der förderfähigen Kosten; mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen 5 % auf den Teil der förderfähigen Kosten über 30.000 Euro hinzu. Maximale förderfähige Kosten: 30.000 Euro pro Wohneinheit, mit iSFP 60.000 Euro. Der Antrag muss vor Beauftragung gestellt werden – nachträglich ist keine Förderung möglich.
Fehler 4: Sockelanschluss vernachlässigt
Der Übergang zwischen Fassadendämmung und Erdreich ist eine häufige Schwachstelle. Hier muss eine spezielle Sockeldämmung (XPS, wasserbeständig) eingesetzt werden, die mindestens 30 cm unter Geländeoberkante reicht. Fehlt dieser Anschluss, dringt Feuchtigkeit ein und zerstört die Dämmung von unten.
Fehler 5: Günstigstes Angebot ohne Leistungsvergleich wählen
Angebote für Fassadendämmung sind oft nicht direkt vergleichbar: Unterschiedliche Dämmstärken, Putzqualitäten und Nebenleistungen (Fensterbankverbreiterung, Laibungen, Dichtbänder) machen den Preisunterschied aus. Bestehen Sie auf einem detaillierten Leistungsverzeichnis und vergleichen Sie Position für Position.
Fehler 6: Witterung ignoriert
WDVS darf nicht bei Frost (unter +5 °C), starker Sonneneinstrahlung oder Regen verarbeitet werden. Kleber, Armierungsmasse und Putz benötigen bestimmte Temperaturfenster zum Aushärten. Planen Sie die Maßnahme für den Zeitraum April bis Oktober – und bauen Sie Puffer für Schlechtwetterperioden ein.
Welches Dämmsystem ist das richtige?
Die drei gängigen Systeme im Vergleich:
WDVS mit EPS (Expandiertes Polystyrol): Günstigste Variante, gute Dämmwerte, einfache Verarbeitung. Über 7 m Höhe nur als schwerentflammbares System mit Brandriegeln. Nicht diffusionsoffen – bei Altbauten mit Holzbalkendecken Feuchteschutz prüfen.
WDVS mit Mineralwolle: Nicht brennbar, diffusionsoffen, guter Schallschutz. Teurer als EPS, aber für viele Gebäude die sicherere Wahl. Pflicht bei Hochhäusern und bei besonderen Brandschutzanforderungen.
Hinterlüftete Vorhangfassade: Höchste Langlebigkeit (40+ Jahre), einfache Instandhaltung, vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten (Holz, Faserzement, Metall). Deutlich teurer, aber bei Denkmälern oder gestalterischen Anforderungen oft die einzige Option.
Fördermittel 2026 im Überblick
Für die Fassadendämmung stehen 2026 folgende Förderwege zur Verfügung:
BAFA BEG EM (Einzelmaßnahmen): 15 % Zuschuss; mit iSFP 5 % zusätzlich auf den Teil über 30.000 €. Förderfähige Kosten max. 30.000 €/WE, mit iSFP 60.000 €/WE. Antrag vor Beauftragung über das BAFA-Portal, zwingend mit zugelassenem Energieeffizienz-Experten.
KfW BEG WG (Wohngebäude-Kredit): Zinsgünstiger Kredit für umfassende Sanierungen, wenn die Fassadendämmung Teil eines Gesamtkonzepts ist. Tilgungszuschüsse möglich.
Steuerliche Förderung (§ 35c EStG): Alternativ zur BAFA-Förderung: 20 % der Sanierungskosten über 3 Jahre von der Steuer absetzbar (max. 40.000 € pro Objekt). Nicht kombinierbar mit BAFA-Zuschuss.