House under renovation with scaffolding and workers fixing the roof on a sunny day.
Ratgeber

Dachaufstockung in Frankfurt am Main: Zusätzliche Etage planen & bauen

80.000 € – 200.000 €
Typische Gesamtkosten
16 Wochen
Typische Projektdauer
10 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten einer Dachaufstockung in Frankfurt am Main

Eine Dachaufstockung – also das Aufsetzen einer vollwertigen zusätzlichen Etage auf ein bestehendes Gebäude – gehört zu den aufwendigsten Umbaumaßnahmen im Bestand. In Frankfurt am Main müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen 80.000 und 200.000 Euro rechnen. Das Preisniveau liegt damit rund 15–20 % über dem Bundesdurchschnitt, was auf die hohe Auslastung der Frankfurter Handwerksbetriebe, die Lohnkosten in der Rhein-Main-Region und die Logistikkosten in der dicht bebauten Innenstadt zurückzuführen ist.

Die Spannbreite ist groß: Ein schlichter Holzrahmenbau auf einem Nachkriegsgebäude in Sachsenhausen kostet deutlich weniger als eine massiv gemauerte Aufstockung mit Dachterrasse in Westend oder Nordend. Entscheidend sind Tragfähigkeit der bestehenden Substanz, Grundriss, Ausbaustandard und die Anforderungen der hessischen Bauordnung.

Gewerk / LeistungKosten (€)Hinweis
Statik, Planung & Baugenehmigung8.000 – 18.000Architekt + Statiker, Genehmigungsgebühren Stadt Frankfurt
Gerüst4.000 – 9.000Abhängig von Gebäudehöhe und Standzeit
Rohbau / Mauerwerk15.000 – 40.000Massivbau oder Holzrahmenbau, inkl. Decke
Zimmerer10.000 – 25.000Dachstuhl, Holzkonstruktion, Dachaufbau
Dachdecker8.000 – 20.000Eindeckung, Dämmung, ggf. Dachflächenfenster
Fenster & Türen5.000 – 15.000Gaubenfenster, Giebelfenster, Außentüren
Elektroinstallation5.000 – 12.000Neue Etage komplett verdrahten, ggf. Zähler erweitern
Sanitär6.000 – 15.000Bad, WC, Leitungsführung durch bestehende Etagen
Estrich3.000 – 7.000Heizestrich oder Trockenestrich je nach Konstruktion
Trockenbau4.000 – 10.000Wände, Decken, Schrägenverkleidung
Maler3.000 – 8.000Innenausbau, Fassadenabschluss
Gesamt80.000 – 200.000 €Je nach Größe, Standard und Bauweise
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Dachaufstockung (zusätzliche Etage) – A suburban house undergoing major renovations with scaffolding and building materials.
Foto: Brett Jordan / Pexels

Beteiligte Gewerke bei der Dachaufstockung

Eine Dachaufstockung ist ein Zusammenspiel von zehn verschiedenen Gewerken, die in der richtigen Reihenfolge koordiniert werden müssen. Verzögerungen bei einem Gewerk blockieren alle nachfolgenden.

1 Dachdecker
Kerngewerk der Aufstockung: Eindeckung des neuen Dachs, Dämmung nach GEG, Abdichtung und – wichtig – Einbau von Dachflächenfenstern. Dachflächenfenster werden ausschließlich vom Dachdecker eingebaut, nicht vom Fensterbauer.
2 Zimmerer
Errichtet den neuen Dachstuhl oder die Holzrahmenkonstruktion der Aufstockung. Bei Holzrahmenbau übernimmt der Zimmerer auch die Wandkonstruktion der neuen Etage.
3 Rohbau
Bei Massivbauweise: Mauerwerk der neuen Etage, Betondecke, Ringanker. Auch zuständig für den Abbruch des alten Dachs und die Vorbereitung der Auflagerflächen.
4 Elektro
Komplette Elektroinstallation der neuen Etage: Leitungen, Unterverteilung, Steckdosen, Beleuchtung, ggf. Erweiterung des Hausanschlusses und Smart-Home-Vorbereitung.
5 Sanitär
Installation von Bad und WC in der neuen Etage, Leitungsführung durch bestehende Geschosse, Anschluss an Steigleitungen. Frühzeitige Planung der Schachtführung ist entscheidend.
6 Fensterbauer
Zuständig für normale Fenster in Gaubenwänden oder Giebelwänden der neuen Etage. Nicht zuständig für Dachflächenfenster – diese übernimmt der Dachdecker.
7 Estrich
Einbau des Bodenaufbaus in der neuen Etage. Bei Holzdecken häufig Trockenestrich (leichter), bei Betondecken auch Nassestrich mit Fußbodenheizung möglich.
8 Trockenbau
Innenwände, Deckenverkleidungen, Schrägenausbau, Installationsebenen. Trockenbau ermöglicht schnellen Innenausbau und flexible Grundrissgestaltung.
9 Maler
Abschlussgewerk: Spachteln, Grundieren, Streichen aller Innen- und ggf. Außenflächen. Auch Fassadenabschluss im Bereich der Aufstockung.
10 Gerüstbauer
Stellt das Arbeitsgerüst für alle Außenarbeiten. In Frankfurt oft Herausforderung durch enge Straßen und Parkraum – frühzeitige Genehmigung beim Straßenverkehrsamt nötig.
Workers operate on a rooftop under construction in the Netherlands, showcasing teamwork and safety.
Foto: hans middendorp / Pexels

Ablauf einer Dachaufstockung: 16 Wochen Schritt für Schritt

1
Planung, Statik & Baugenehmigung
Wochen 1–4
Architekt und Statiker prüfen die Tragfähigkeit des Bestandsgebäudes. Bauantrag bei der Stadt Frankfurt (Bauaufsichtsamt Frankfurt am Main). Genehmigungszeit in Frankfurt beträgt derzeit 8–16 Wochen – planen Sie dies in Ihren Gesamtzeitplan ein. Parallel: Gerüstgenehmigung beim Straßenverkehrsamt beantragen.
2
Gerüst aufstellen & Dach abbrechen
Woche 5
Gerüstbauer errichtet das Außengerüst. Anschließend Abbruch des bestehenden Dachs durch Zimmerer oder Rohbauer. Witterungsschutz (Plane) ist in Frankfurt mit seinem wechselhaften Klima zwingend erforderlich.
3
Rohbau der neuen Etage
Wochen 6–8
Je nach Bauweise: Mauerwerk und Betondecke (Massivbau) oder Holzrahmenkonstruktion (Zimmerer). Ringanker, Sturze, Aussparungen für Fenster und Schächte werden eingebaut. Bei Holzrahmenbau oft schneller: 1–2 Wochen für die Hülle.
4
Dachstuhl & Eindeckung
Wochen 8–10
Zimmerer errichtet den neuen Dachstuhl. Dachdecker übernimmt Eindeckung, Dämmung nach GEG 2024 (mind. WLG 035, 20–24 cm) und Einbau von Dachflächenfenstern. Gebäude wird damit wetterfest.
5
Fenster, Rohinstallationen & Estrich
Wochen 10–13
Fensterbauer setzt Gauben- und Giebelfenster ein. Elektriker und Sanitär verlegen alle Leitungen (Rohinstallation). Estrichleger bringt den Bodenaufbau ein. Trockenzeiten beachten.
6
Trockenbau & Innenausbau
Wochen 13–15
Trockenbauer schließt Wände und Decken. Elektriker und Sanitär führen Fertiginstallation durch. Fliesenleger (falls beauftragt) arbeitet im Bad.
7
Malerarbeiten & Abnahme
Woche 16
Maler streicht alle Flächen. Gerüst wird abgebaut. Bauabnahme durch die Bauaufsicht Frankfurt. Übergabe der neuen Etage.
Aerial shot of a house under construction in Clonmel, Ireland. Workers on the roof.
Foto: Steffen Coonan / Pexels

Häufige Fehler bei der Dachaufstockung

Tragfähigkeit unterschätzt

Der häufigste und teuerste Fehler: Die bestehende Konstruktion – Decke, Wände, Fundament – trägt das Gewicht der neuen Etage nicht. Besonders bei Frankfurter Nachkriegsbauten aus den 1950er und 1960er Jahren, die oft mit minimalen Sicherheitsreserven gebaut wurden, ist eine gründliche statische Prüfung unerlässlich. Rechnen Sie für Verstärkungsmaßnahmen zusätzlich 10.000–30.000 Euro ein.

⚠️
Achtung Baugenehmigung: Eine Dachaufstockung ist in Frankfurt am Main immer genehmigungspflichtig. Bauen ohne Genehmigung kann zu Abrissverfügungen führen. Prüfen Sie außerdem den Bebauungsplan: Viele Frankfurter Stadtteile haben Höhenbeschränkungen oder Festsetzungen zur Dachform.

Wärmedämmung nicht nach GEG geplant

Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für neue Bauteile klare U-Werte vor. Eine Aufstockung gilt als Neubau der betreffenden Etage – entsprechend müssen Wände, Dach und Fenster die aktuellen Anforderungen erfüllen. Wer das ignoriert, riskiert Nachbesserungspflichten und verliert KfW-Förderansprüche.

Gewerke nicht koordiniert

Wenn Elektriker und Sanitär nicht rechtzeitig ihre Schlitze und Schächte planen, müssen fertige Wände wieder aufgestemmt werden. Eine professionelle Bauleitung oder ein koordinierendes Leistungsverzeichnis – wie es Plattformen wie byndl automatisch erstellen – verhindert solche kostspieligen Nacharbeiten.

Gerüstgenehmigung vergessen

In Frankfurt sind Gerüste auf öffentlichem Gehweg oder Parkflächen genehmigungspflichtig. Die Bearbeitungszeit beim Straßenverkehrsamt beträgt 2–4 Wochen. Wer das vergisst, verzögert den gesamten Baustart.

Roofer using nail gun for shingle installation on residential roof.
Foto: Ryan Stephens / Pexels

Besonderheiten in Frankfurt am Main

Bausubstanz: Nachkriegsbauten dominieren

Frankfurt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Der Großteil der Wohnbebauung stammt aus den 1950er bis 1970er Jahren – Stadtteile wie Sachsenhausen, Bornheim, Bockenheim, Gallus und Rödelheim sind geprägt von Mehrfamilienhäusern dieser Ära. Diese Gebäude haben oft Ziegelmauerwerk mit geringer Wandstärke und Stahlbetondecken, die für eine Aufstockung in Massivbauweise häufig verstärkt werden müssen. Holzrahmenbau ist hier oft die wirtschaftlichere Lösung, da er deutlich leichter ist.

Hessische Bauordnung

In Hessen gilt die Hessische Bauordnung. Für Dachaufstockungen relevant: Die Abstandsflächenregelung (§ 6 HBO) kann in dicht bebauten Frankfurter Quartieren zum Problem werden. Außerdem schreibt die HBO bei Gebäuden ab einer bestimmten Höhe besondere Anforderungen an den Brandschutz vor – etwa nichtbrennbare Dämmstoffe oder Brandschutzverglasungen. Klären Sie dies vorab mit dem Bauaufsichtsamt Frankfurt.

Bebauungspläne und Milieuschutz

Frankfurt hat in vielen Stadtteilen aktive Bebauungspläne mit Festsetzungen zu Traufhöhe, Dachneigung und Dachform. Im Westend, Nordend und in Teilen von Sachsenhausen gibt es zudem Erhaltungssatzungen (Milieuschutz), die Aufstockungen erschweren oder verbieten können. Eine Voranfrage beim Stadtplanungsamt Frankfurt ist vor jeder Planung Pflicht.

Hochhausumfeld und Windlasten

In der Nähe von Frankfurts Hochhäusern – etwa im Bankenviertel, in Sachsenhausen-Nord oder am Europaviertel – entstehen erhöhte Windlasten durch Kanaleffekte zwischen den Gebäuden. Der Statiker muss diese in der Berechnung berücksichtigen. Dacheindeckungen und Dämmplatten müssen entsprechend befestigt werden.

Preisniveau im Vergleich

Frankfurt gehört neben München, Hamburg und Berlin zu den teuersten Baustandorten Deutschlands. Handwerkerstundenlöhne liegen 15–25 % über dem Bundesschnitt. Hinzu kommen höhere Materiallieferkosten durch Verkehr und eingeschränkte Anlieferzonen in der Innenstadt. Planen Sie einen Puffer von 15–20 % auf alle Angebote ein.

💡
Regionale Handwerker finden: Über byndl.de finden Sie geprüfte Handwerksbetriebe aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, die Erfahrung mit den lokalen Bauvorschriften und der typischen Frankfurter Bausubstanz haben. Die Bündelung mit Nachbarprojekten spart zusätzlich Kosten.

Klimatische Besonderheiten

Frankfurt liegt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands mit Jahresdurchschnittstemperaturen von rund 11 °C. Sommerhitze ist ein zunehmendes Problem – eine neue Dachgeschossetage muss daher besonders gut gedämmt und beschattet werden. Planen Sie Sonnenschutz (außenliegende Raffstores) und ausreichend Lüftungsöffnungen von Anfang an mit ein. Auch Starkregen-Ereignisse nehmen zu: Die Dachentwässerung muss für Extremereignisse ausgelegt sein.

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Häufige Fragen zur Dachaufstockung (zusätzliche Etage) in Frankfurt am Main

Ja, eine Dachaufstockung ist in Frankfurt am Main grundsätzlich genehmigungspflichtig. Sie müssen einen Bauantrag beim Bauaufsichtsamt der Stadt Frankfurt einreichen. Die Bearbeitungszeit beträgt derzeit 8–16 Wochen, weshalb Sie die Genehmigung weit vor Baubeginn beantragen sollten.
In Frankfurt müssen Sie mit 80.000 bis 200.000 Euro rechnen. Das Preisniveau liegt rund 15–20 % über dem Bundesdurchschnitt. Die genauen Kosten hängen von der Bauweise (Massiv- oder Holzrahmenbau), dem Ausbaustandard und der Tragfähigkeit des Bestandsgebäudes ab.
Dachflächenfenster werden ausschließlich vom Dachdecker eingebaut, nicht vom Fensterbauer. Der Fensterbauer ist nur für normale Fenster in Gaubenwänden oder Giebelwänden zuständig. Diese Unterscheidung ist wichtig für die korrekte Gewerkeplanung und Angebotseinholung.
Die reine Bauzeit beträgt etwa 16 Wochen. Hinzu kommt die Planungs- und Genehmigungsphase, die in Frankfurt aufgrund der Bearbeitungszeiten beim Bauaufsichtsamt 3–6 Monate in Anspruch nehmen kann. Planen Sie daher einen Gesamtzeitraum von 6–12 Monaten vom ersten Planungsgespräch bis zur Fertigstellung.
Grundsätzlich ja, aber es ist eine gründliche statische Prüfung unerlässlich. Viele Nachkriegsgebäude in Bornheim, Sachsenhausen oder Bockenheim haben Decken und Wände mit geringen Tragreserven. Oft ist eine Holzrahmenkonstruktion die bessere Wahl, da sie deutlich leichter ist als Massivbau. Verstärkungsmaßnahmen können 10.000–30.000 Euro zusätzlich kosten.
Wenn die neue Etage die energetischen Anforderungen des GEG erfüllt, können KfW-Förderprogramme (z. B. KfW 261 für Effizienzgebäude) genutzt werden. Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt bieten zudem gelegentlich ergänzende Förderprogramme für Wohnraumerweiterungen an. Eine Beratung bei der Energieberatung Frankfurt oder einem KfW-zugelassenen Energieberater lohnt sich.