House under renovation with scaffolding and workers fixing the roof on a sunny day.
Ratgeber

Dachaufstockung in München: Zusätzliche Etage bauen – Kosten, Ablauf & Genehmigung 2026

80.000 € – 200.000 €
Typische Gesamtkosten
16 Wochen
Typische Projektdauer
10 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten einer Dachaufstockung in München

Eine Dachaufstockung gehört zu den aufwendigsten Umbaumaßnahmen im Bestand. In München müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen 80.000 und 200.000 Euro rechnen – je nach Grundfläche, Konstruktionsart und Ausbaustandard. Das liegt rund 25–35 % über dem Bundesdurchschnitt, was auf das hohe Lohnniveau, knappe Handwerkerkapazitäten und strenge Münchner Bauvorschriften zurückzuführen ist.

Die Kosten pro Quadratmeter Nutzfläche bewegen sich in München typischerweise zwischen 2.500 und 4.500 €/m² – inklusive aller Gewerke, aber ohne Architekten- und Ingenieurkosten. Für ein Einfamilienhaus mit 60–80 m² Aufstockungsfläche sind Gesamtkosten von 150.000 bis 200.000 € realistisch.

Gewerk / LeistungKosten (München)Hinweis
Statik & Tragwerksplanung4.000–12.000 €Pflicht, Altbausubstanz oft kritisch
Genehmigungsplanung / Architekt8.000–20.000 €Ca. 10–15 % der Baukosten
Gerüst3.000–8.000 €Je nach Gebäudehöhe und Dauer
Abbruch Dachstuhl / Rückbau5.000–15.000 €Entsorgungskosten einkalkulieren
Rohbau / Mauerwerk oder Holzrahmenbau20.000–55.000 €Holzständer oft leichter für Altbau
Neuer Dachstuhl (Zimmerer)15.000–35.000 €Inkl. Dachform und Gauben
Dachdecker (Eindeckung, Dämmung, Dachflächenfenster)12.000–28.000 €Dachflächenfenster = Dachdecker, nicht Fensterbauer
Fenster in Gauben / Giebelwänden3.000–10.000 €Fensterbauer nur für Gauben-/Giebelfenster
Elektroinstallation6.000–14.000 €Neue Etage = eigener Unterverteiler
Sanitär / Heizung8.000–20.000 €Bad, Heizkörper, Leitungsführung
Estrich3.000–7.000 €Trockenestrich bei Holzdecken empfohlen
Trockenbau / Innenausbau6.000–15.000 €Wände, Decken, Dämmung innen
Malerarbeiten4.000–9.000 €Inkl. Spachtelarbeiten
Gesamt (ca.)80.000–200.000 €Je nach Größe und Standard
⚠️
Altbau-Risiko: Bei Münchner Gründerzeitbauten und Nachkriegsgebäuden ist die Tragfähigkeit der Decken und Außenwände oft nicht für eine zusätzliche Etage ausgelegt. Eine Voruntersuchung durch einen Statiker (500–2.000 €) ist vor jeder Planung Pflicht – nicht erst nach der Genehmigung.
Dachaufstockung (zusätzliche Etage) – A suburban house undergoing major renovations with scaffolding and building materials.
Foto: Brett Jordan / Pexels

Beteiligte Gewerke bei der Dachaufstockung

Eine Dachaufstockung ist ein Zusammenspiel von zehn verschiedenen Gewerken, die in der richtigen Reihenfolge koordiniert werden müssen. Fehler in der Abstimmung kosten Zeit und Geld.

1 Dachdecker
Kerngewerk der Aufstockung: Rückbau des alten Dachs, Eindeckung des neuen Dachs, Dämmung der Dachfläche und – wichtig – Einbau von Dachflächenfenstern. Dachflächenfenster werden ausschließlich vom Dachdecker eingebaut, nicht vom Fensterbauer.
2 Zimmerer
Errichtet den neuen Dachstuhl und – bei Holzrahmenbauweise – die gesamte Wandkonstruktion der neuen Etage. Koordiniert eng mit Statiker und Dachdecker.
3 Rohbau / Maurer
Bei massiver Bauweise: Aufmauerung der neuen Etage, Ringanker, Deckenplatten. Alternativ Holzrahmenbau durch Zimmerer – in München bei Altbauten oft die bessere Wahl wegen geringerem Gewicht.
4 Elektriker
Verlegt alle Leitungen in der neuen Etage, installiert Unterverteiler, Steckdosen, Beleuchtung und ggf. Leerrohre für Smart-Home-Systeme. Muss vor Trockenbau und Estrich tätig sein.
5 Sanitär / Heizung
Führt Heizungs- und Wasserleitungen in die neue Etage, installiert Heizkörper oder Fußbodenheizung und – falls geplant – ein neues Badezimmer. Abstimmung mit Statiker bei Leitungsdurchbrüchen nötig.
6 Fensterbauer
Zuständig ausschließlich für Fenster in Gauben und Giebelwänden – nicht für Dachflächenfenster. Liefert und montiert Fenster nach Wärmeschutznachweis (mind. Uw ≤ 1,0 W/m²K nach GEG).
7 Estrichleger
Bringt den Bodenaufbau ein. Bei Holzbalkendecken empfiehlt sich Trockenestrich (Fermacell, Rigidur) wegen geringerem Gewicht. Nassestrich nur nach statischer Freigabe.
8 Trockenbauer
Erstellt Innenwände, Dachschrägenverkleidungen und abgehängte Decken. Integriert Dämmung zwischen den Ständern. Wichtig für Schallschutz zwischen den Etagen.
9 Maler
Abschlussgewerk: Spachteln, Grundieren, Streichen aller Wände und Decken. Qualität hängt stark von sauberem Trockenbau ab – Mängel an Vorgewerken werden hier sichtbar.
10 Gerüstbauer
Stellt Arbeitsgerüst für Dachdecker, Zimmerer und Fensterbauer. In München oft Engpass – frühzeitig buchen. Gerüst bleibt für die gesamte Rohbauphase stehen (8–12 Wochen).
💡
Gewerke bündeln spart Geld: Auf byndl.de können Sie Ihre Dachaufstockung als Gesamtprojekt einstellen. Die Plattform bündelt ähnliche Aufträge in Ihrer Nachbarschaft, erstellt automatisch ein professionelles Leistungsverzeichnis und ermöglicht Handwerkern kürzere Anfahrtswege – was sich direkt in günstigeren Angeboten niederschlägt.
Workers operate on a rooftop under construction in the Netherlands, showcasing teamwork and safety.
Foto: hans middendorp / Pexels

Ablauf einer Dachaufstockung: 16 Wochen im Überblick

1
Voruntersuchung & Machbarkeitsprüfung
2–4 Wochen
Statiker prüft Tragfähigkeit der bestehenden Decken und Außenwände. Architekt klärt Bebauungsplan, Traufhöhe und Gestaltungssatzung mit dem Münchner Baureferat. Ohne grünes Licht hier keine weiteren Schritte.
2
Entwurfsplanung & Baugenehmigung
8–16 Wochen
Architekt erstellt Genehmigungsunterlagen. Das Baureferat München bearbeitet Anträge aktuell mit 3–6 Monaten Vorlaufzeit. Einplanen: Nachbarschaftszustimmung, Abstandsflächennachweis, Wärmeschutznachweis nach GEG.
3
Ausschreibung & Vergabe
3–4 Wochen
Leistungsverzeichnisse erstellen, Angebote einholen (mind. 3 pro Gewerk), Preise vergleichen und Aufträge vergeben. Gerüstbauer und Zimmerer wegen langer Vorlaufzeiten in München zuerst beauftragen.
4
Gerüst & Rückbau Dachstuhl
1–2 Wochen
Gerüstbauer stellt Arbeitsgerüst. Dachdecker und Zimmerer bauen alten Dachstuhl zurück. Dachfläche wird provisorisch abgedeckt (Plane), um das Gebäude vor Witterung zu schützen.
5
Rohbau der neuen Etage
3–5 Wochen
Maurer oder Zimmerer errichten die neue Etage (Massiv- oder Holzrahmenbau). Ringanker und Deckenplatte werden betoniert bzw. Holzdecke eingebaut. Parallel: Rohinstallation Elektro und Sanitär vorbereiten.
6
Neuer Dachstuhl & Eindeckung
2–3 Wochen
Zimmerer errichtet neuen Dachstuhl. Dachdecker deckt ein, verlegt Dampfbremse und Dämmung, baut Dachflächenfenster ein. Gauben werden fertiggestellt – Fensterbauer montiert Gaubenfenster.
7
Haustechnik (Elektro, Sanitär, Heizung)
2–3 Wochen
Elektriker verlegt alle Leitungen, Sanitär führt Rohre und installiert Heizkörper. Alle Installationen müssen vor Trockenbau und Estrich abgeschlossen sein. Abnahme durch Bauleiter.
8
Trockenbau, Estrich & Innenausbau
3–4 Wochen
Trockenbauer erstellt Innenwände und Dachschrägenverkleidung. Estrichleger bringt Bodenaufbau ein (Trockenestrich empfohlen). Trocknungszeit einhalten, dann Malerarbeiten und Bodenbelag.
9
Fertigstellung & Abnahme
1–2 Wochen
Malerarbeiten abschließen, Bodenbeläge verlegen, Sanitärobjekte montieren. Baurechtliche Abnahme beim Baureferat München beantragen. Gerüst abbauen. Übergabe der neuen Etage.
Aerial shot of a house under construction in Clonmel, Ireland. Workers on the roof.
Foto: Steffen Coonan / Pexels

Häufige Fehler bei der Dachaufstockung

Fehler 1: Statik unterschätzt

Der häufigste und teuerste Fehler: Die bestehende Gebäudesubstanz trägt die neue Etage nicht. Besonders bei Münchner Gründerzeitbauten (Baujahr 1880–1920) sind Decken und Außenwände oft nicht für zusätzliche Lasten ausgelegt. Statische Ertüchtigung kann 20.000–50.000 € zusätzlich kosten.

Fehler 2: Genehmigungsvorlauf ignoriert

In München dauert die Baugenehmigung aktuell 3–6 Monate, in Einzelfällen länger. Wer Handwerker bucht, bevor die Genehmigung vorliegt, riskiert teure Stornierungen oder Baustopps. Erst Genehmigung, dann Vergabe.

Fehler 3: Gewerke falsch koordiniert

Wenn Elektriker und Sanitär nicht vor dem Trockenbau fertig sind, müssen Wände wieder aufgestemmt werden. Eine detaillierte Bauzeitenplanung mit Pufferzeiten ist keine Option, sondern Pflicht.

Fehler 4: Dachflächenfenster falsch vergeben

Dachflächenfenster werden vom Dachdecker eingebaut – nicht vom Fensterbauer. Wer diese Leistung falsch ausschreibt, riskiert Schnittstellenprobleme und Gewährleistungslücken bei der Abdichtung.

⚠️
Nachbarschaftsrecht beachten: In München sind Abstandsflächen nach Art. 6 BayBO einzuhalten. Bei Aufstockungen in dicht bebauten Stadtteilen wie Schwabing, Maxvorstadt oder Haidhausen kann die Zustimmung der Nachbarn erforderlich sein. Fehlt diese, droht Baustopp.
Roofer using nail gun for shingle installation on residential roof.
Foto: Ryan Stephens / Pexels

Besonderheiten in München

Wo Dachaufstockungen besonders relevant sind

In München ist Wohnraum knapp und teuer – der Quadratmeterpreis für Wohnfläche liegt in guten Lagen bei 10.000–15.000 €. Das macht Dachaufstockungen wirtschaftlich besonders attraktiv. Besonders häufig werden Aufstockungen in folgenden Stadtteilen durchgeführt:

Bayerische Bauordnung und Münchner Besonderheiten

Die Bayerische Bauordnung (BayBO) regelt Abstandsflächen, Traufhöhen und Dachneigungen. In München kommen zusätzlich lokale Bebauungspläne und Gestaltungssatzungen hinzu, die Dachform, Dachneigung und Materialien vorschreiben können. Das Baureferat München ist für die Genehmigung zuständig – planen Sie mindestens 4–6 Monate Vorlaufzeit ein.

Wichtig: In Gebieten mit Ensembleschutz (z. B. Teile von Schwabing, Maxvorstadt, Gärtnerplatzviertel) ist das Landesamt für Denkmalpflege einzubeziehen. Das kann den Genehmigungsprozess um weitere 2–4 Monate verlängern und die Gestaltungsfreiheit erheblich einschränken.

Preisniveau im Vergleich

Münchner Handwerkerpreise liegen 25–40 % über dem Bundesdurchschnitt. Ein Zimmerer berechnet in München 65–90 €/Stunde (Bundesdurchschnitt: 50–65 €). Dachdecker: 70–95 €/Stunde. Dazu kommen Materialkosten, die durch Lieferengpässe und hohe Lagerkosten ebenfalls erhöht sind. Einziger Vorteil: Münchner Handwerksbetriebe sind in der Regel gut ausgestattet und erfahren mit anspruchsvollen Altbausanierungen.

Klimatische Besonderheiten

München liegt in einer Klimazone mit hohen Schneelasten (Schneelastzone 2–3 nach DIN 1055). Der neue Dachstuhl muss entsprechend dimensioniert sein – das erhöht den Holzquerschnitt und damit die Kosten. Föhnlagen im Frühjahr und Herbst können Bauphasen mit offener Dachfläche riskant machen. Planen Sie Pufferzeit für Schlechtwetterperioden ein.

💡
Handwerker in München finden: Über byndl.de können Sie Ihr Aufstockungsprojekt regional ausschreiben. Die Plattform koordiniert alle Gewerke, erstellt professionelle Leistungsverzeichnisse und bündelt Aufträge aus Ihrer Nachbarschaft – das spart Münchner Handwerkern Anfahrtszeit und Ihnen bares Geld in einer Stadt, in der jede Stunde zählt.

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Häufige Fragen zur Dachaufstockung (zusätzliche Etage) in München

Ja, eine Dachaufstockung ist in München immer genehmigungspflichtig. Sie müssen einen Bauantrag beim Baureferat München stellen. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 3–6 Monate. In Gebieten mit Ensembleschutz oder Denkmalschutz kann das Landesamt für Denkmalpflege zusätzlich eingebunden werden, was den Prozess verlängert.
Die reine Bauzeit beträgt ca. 16 Wochen. Hinzu kommen 3–6 Monate für die Baugenehmigung und 4–8 Wochen für Planung und Ausschreibung. Realistisch sollten Sie von der ersten Idee bis zum Einzug in die neue Etage 12–18 Monate einplanen.
In München liegen die Kosten typischerweise bei 2.500–4.500 €/m² Nutzfläche – inklusive aller Gewerke, aber ohne Architekten- und Ingenieurkosten. Das liegt 25–35 % über dem Bundesdurchschnitt. Für eine 70 m² große neue Etage sind Gesamtkosten von 150.000–200.000 € realistisch.
Nein. Voraussetzung ist, dass die bestehenden Decken und Außenwände die zusätzliche Last tragen können. Besonders bei Gründerzeitbauten (Baujahr 1880–1920) ist das oft nicht der Fall. Außerdem müssen Bebauungsplan und Gestaltungssatzung eine Aufstockung erlauben – in manchen Münchner Stadtteilen sind Traufhöhen und Dachformen streng reglementiert.
Dachflächenfenster werden ausschließlich vom Dachdecker eingebaut. Der Fensterbauer ist nur für Fenster in Gauben und Giebelwänden zuständig. Diese Unterscheidung ist wichtig für die korrekte Ausschreibung und die Gewährleistung bei der Abdichtung.
In den meisten Fällen ja: Der Quadratmeterpreis für Wohnfläche liegt in München bei 8.000–15.000 €, die Herstellungskosten bei 2.500–4.500 €/m². Das ergibt einen erheblichen Wertzuwachs. Allerdings müssen Genehmigungsrisiken, Baunebenkosten und eventuelle Verstärkungsmaßnahmen einkalkuliert werden. Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung durch einen Architekten ist empfehlenswert.