Was kostet der Austausch von Türen und Zargen?
Der Austausch von Innentüren und Zargen gehört zu den häufigsten Innenausbaumaßnahmen bei Sanierungen. Die Gesamtkosten hängen von der Anzahl der Türen, der Materialwahl und dem Aufwand für Demontage und Entsorgung ab. Bundesweit bewegen sich die Kosten für ein typisches Einfamilienhaus mit 5–8 Innentüren zwischen 2.000 und 10.000 Euro.
| Leistung | Kosten (netto) | Hinweis |
|---|---|---|
| Demontage alte Tür inkl. Zarge | 80–150 € / Tür | Je nach Verklebung und Wandaufbau |
| Zarge liefern und einbauen | 150–400 € / Stück | Stahl- oder Holzzarge, Wandstärke entscheidend |
| Innentür liefern und hängen | 200–800 € / Stück | Abhängig von Qualität und Design |
| Türbeschläge und Schlösser | 50–250 € / Tür | Drückergarnitur, Bänder, Schloss |
| Anpassungsputz / Verspachtelung | 50–150 € / Tür | Wenn Wandöffnung angepasst werden muss |
| Malerarbeiten (Leibung, Zarge) | 80–200 € / Tür | Grundierung und Anstrich |
| Gesamt (5–8 Türen) | 2.000–10.000 € | Inkl. Material und Montage |
Hochwertige Türen aus Massivholz oder mit Schallschutzanforderungen (ab Rw ≥ 32 dB) liegen am oberen Ende der Preisspanne. Günstige Hohlkammerspan-Türen mit Standardzarge sind bereits ab ca. 300–400 Euro pro Einheit inklusive Einbau erhältlich.
Welche Gewerke sind beteiligt?
Beim Austausch von Türen und Zargen sind in der Regel zwei Gewerke involviert, die idealerweise aufeinander abgestimmt arbeiten.
Ablauf: So läuft die Sanierung in der Praxis ab
Ein professioneller Türaustausch für ein Einfamilienhaus mit 6–8 Türen dauert in der Regel eine Woche. Der Ablauf gliedert sich in klar definierte Phasen:
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
Falsches Aufmaß
Der häufigste Fehler beim Türaustausch ist ein ungenaues Aufmaß. Türöffnungen in Altbauten weichen oft von der Norm (DIN 18101) ab. Lassen Sie das Aufmaß immer vom ausführenden Tischler nehmen – nicht selbst messen und dann bestellen. Toleranzen von mehr als 5 mm führen zu Nacharbeiten oder Ausschuss.
Falsche Anschlagrichtung
Ob eine Tür links oder rechts angeschlagen ist, klingt trivial – ist aber irreversibel, wenn das Türblatt bereits gefertigt wurde. Prüfen Sie vor der Bestellung: Von welcher Seite öffnet die Tür? Wo befindet sich der Türgriff? Skizzen oder Fotos helfen bei der Kommunikation mit dem Handwerker.
Schallschutz unterschätzt
Standardinnentüren erreichen nur Rw = 22–27 dB. Für Schlaf- und Badezimmer empfehlen Experten mindestens Rw = 32 dB, für Homeoffice-Räume oder Treppenhäuser bis zu Rw = 42 dB. Schallschutztüren kosten 30–80 % mehr, machen aber einen erheblichen Unterschied im Wohnkomfort.
Brandschutz ignoriert
In bestimmten Bereichen – Treppenhaus, Heizungsraum, Tiefgaragenzugang – schreibt die Landesbauordnung feuerhemmende Türen oder feuerbeständige Türen vor. Der Einbau normaler Innentüren an diesen Stellen ist nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern kann im Schadensfall zur Haftung führen. Klären Sie dies vorab mit dem Handwerker oder einem Sachverständigen.
Malerarbeiten zu früh beginnen
Zargen aus Holzwerkstoffen oder MDF müssen vor dem Streichen vollständig ausgehärtet sein. Montageschaum, der noch nicht ausgehärtet ist, kann Zargen verziehen. Mindestens 24 Stunden Wartezeit nach dem Einbau sind Pflicht, bevor Malerarbeiten beginnen.
Beschläge nachträglich wechseln
Drückergarnituren und Schlösser sollten vor der Bestellung der Türen festgelegt werden. Nachträgliche Änderungen erfordern oft neue Bohrungen und können das Türblatt beschädigen. Legen Sie Stil und Finish (Edelstahl, Messing, Schwarz) vorab fest und bestellen Sie alle Türen einheitlich.
Handwerker ohne Koordination beauftragen
Wenn Tischler und Maler nicht aufeinander abgestimmt sind, entstehen Wartezeiten und Doppelkosten. Nutzen Sie Plattformen wie byndl, die automatisch professionelle Leistungsverzeichnisse erstellen und die Gewerke koordinieren – das spart Zeit und verhindert Kommunikationsfehler zwischen den Betrieben.
Materialwahl ohne Langzeitperspektive
Günstige Hohlkammertüren mit Papierwabenstruktur sind leicht und preiswert, aber wenig belastbar. In Haushalten mit Kindern oder bei häufig genutzten Durchgängen empfehlen sich Türen mit Vollspanfüllung oder Massivholzkern. Die Mehrkosten von 100–200 Euro pro Tür amortisieren sich durch deutlich längere Lebensdauer.