Was kostet ein barrierefreier Umbau in Frankfurt am Main?
Ein barrierefreier Umbau in Frankfurt am Main kostet je nach Umfang zwischen 10.000 und 40.000 Euro. Das Frankfurter Preisniveau liegt dabei rund 15–25 % über dem Bundesdurchschnitt – bedingt durch hohe Lohnkosten, knappe Handwerkerkapazitäten und die allgemein hohe Nachfrage im Rhein-Main-Gebiet. Wer nur das Bad umbaut und einen Treppenlift nachrüstet, bleibt eher im unteren Bereich. Wer hingegen eine komplette Wohnung oder ein Einfamilienhaus umfassend barrierefrei gestaltet, muss mit dem oberen Kostenrahmen rechnen.
| Leistung | Kosten (Frankfurt) | Hinweis |
|---|---|---|
| Bodengleiche Dusche (inkl. Fliesen) | 3.500 – 8.000 € | Je nach Fliesenwahl und Wandgestaltung |
| Badezimmer komplett barrierefrei | 8.000 – 18.000 € | Inkl. Haltegriffe, WC-Erhöhung, Umbau |
| Türverbreiterung (pro Tür) | 800 – 2.500 € | Abhängig von Wandkonstruktion |
| Treppenlift (gerade Treppe) | 3.500 – 6.000 € | Kurventreppe: bis 15.000 € |
| Rampe / Schwellenabbau | 500 – 3.000 € | Außenbereich teurer wegen Witterungsschutz |
| Bodenbelag rutschhemmend (pro m²) | 40 – 120 € | Inkl. Verlegung und Untergrund |
| Elektrische Anpassungen | 500 – 3.000 € | Schalter, Steckdosen, Beleuchtung |
| Gesamtprojekt typisch | 10.000 – 40.000 € | Je nach Umfang und Ausstattung |
Beteiligte Gewerke beim barrierefreien Umbau
Ein barrierefreier Umbau ist kein Ein-Gewerk-Projekt. Je nach Maßnahme sind bis zu sechs Fachbetriebe gleichzeitig oder nacheinander tätig. Die Koordination ist entscheidend – Verzögerungen bei einem Gewerk blockieren alle nachfolgenden.
Ablauf eines barrierefreien Umbaus in 4 Wochen
Bei einem typischen Umbau – Badezimmer barrierefrei plus Türverbreiterungen und Bodenbelagsanpassungen – ist ein Zeitrahmen von vier Wochen realistisch. Voraussetzung: alle Gewerke sind vorab koordiniert und Materialien rechtzeitig bestellt.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Fördermittel nicht rechtzeitig beantragen
Der häufigste und teuerste Fehler: Umbau beginnen, bevor der Förderantrag genehmigt ist. Die KfW (Programm 455-B) fördert barrierefreie Maßnahmen mit bis zu 6.250 Euro Zuschuss pro Wohneinheit. Die Pflegekassen übernehmen bei Pflegegrad 1–5 bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Beide Förderungen müssen vor Baubeginn beantragt werden – sonst verfällt der Anspruch.
Normen nicht kennen
Barrierefreiheit ist normiert: DIN 18040-2 gilt für Wohnungen, DIN 18040-1 für öffentliche Gebäude. Bewegungsflächen vor WC und Dusche müssen mindestens 150 × 150 cm betragen. Türen benötigen 90 cm lichte Breite. Wer diese Maße nicht einhält, riskiert, dass die Pflegekasse die Förderung ablehnt.
Gewerke nicht koordinieren
Wenn der Fliesenleger kommt, bevor der Elektriker die Leitungen verlegt hat, entstehen teure Nacharbeiten. Planen Sie die Gewerkeabfolge schriftlich und mit Puffertagen. Plattformen wie byndl.de übernehmen diese Koordination automatisch und erstellen ein vollständiges Leistungsverzeichnis, das alle Gewerke aufeinander abstimmt.
Barrierefreiheit nur fürs Bad denken
Viele Bauherren konzentrieren sich auf das Badezimmer und vergessen: Was nützt eine bodengleiche Dusche, wenn der Weg dorthin durch eine 70-cm-Tür führt? Denken Sie den gesamten Weg vom Eingang bis zum Schlafzimmer und Bad durch – inklusive Schwellen, Teppichkanten und Beleuchtung.
Besonderheiten beim barrierefreien Umbau in Frankfurt am Main
Bausubstanz: Nachkriegsbauten dominieren
Frankfurt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Der Großteil des Wohnungsbestands stammt aus den 1950er bis 1970er Jahren – Stadtteile wie Sachsenhausen, Bornheim, Rödelheim, Niederrad und Fechenheim sind geprägt von Mehrfamilienhäusern dieser Ära. Diese Gebäude haben typischerweise schmale Flure (oft nur 80–90 cm), kleine Bäder (unter 4 m²) und massive Betonwände, die Türverbreiterungen aufwendiger und teurer machen als in modernen Bauten.
Hessische Bauordnung
Die Hessische Bauordnung schreibt für Neubauten ab einer bestimmten Größe Barrierefreiheit vor. Bei Umbauten im Bestand greift die HBO weniger direkt, aber: Wer bauliche Änderungen vornimmt, die einer Baugenehmigung bedürfen (z. B. Wanddurchbrüche in tragenden Wänden), muss auch die aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit berücksichtigen. Im Zweifel beim Stadtplanungsamt Frankfurt (Stadtplanungsamt, Kurt-Schumacher-Str. 10) nachfragen.
Hochhausumfeld und Aufzüge
In Stadtteilen wie Gallus, Griesheim und dem Nordend gibt es viele Hochhäuser und Mehrfamilienhäuser mit Aufzügen. Hier ist die barrierefreie Erreichbarkeit der Wohnung oft schon gegeben – der Umbaufokus liegt dann auf der Wohnung selbst. Wichtig: Aufzüge in Bestandsgebäuden entsprechen oft nicht der aktuellen DIN EN 81-70 (barrierefreie Aufzüge). Eine Nachrüstung ist Sache der Eigentümergemeinschaft und muss im Rahmen einer WEG-Abstimmung beschlossen werden.
Preisniveau im Vergleich
Frankfurter Handwerker verlangen im Schnitt 15–25 % mehr als der Bundesdurchschnitt. Ein Fliesenleger kostet hier 55–80 Euro pro Stunde (netto), ein Sanitärinstallateur 65–90 Euro. Zum Vergleich: In ländlichen Regionen Hessens liegen diese Sätze 20–30 % darunter. Planen Sie daher großzügige Puffer ein und holen Sie mindestens drei Vergleichsangebote ein.
Mainhochwasser und Erdgeschosswohnungen
Wer in Sachsenhausen, Niederrad oder dem Osthafen im Erdgeschoss wohnt, sollte beim barrierefreien Umbau auch den Hochwasserschutz mitdenken. Bodengleiche Duschen und abgesenkte Türschwellen können bei Hochwasserereignissen zum Problem werden. Rückstausicherungen und wasserdichte Abdichtungen (z. B. nach WU-Richtlinie) sind in diesen Lagen keine Luxus, sondern Notwendigkeit.
Lokale Förderung in Frankfurt
Neben KfW und Pflegekasse bietet das Wohnungsamt Frankfurt im Rahmen des Frankfurter Programms zur Wohnraumförderung zinsgünstige Darlehen für barrierefreie Umbauten an. Informieren Sie sich beim Stadtplanungsamt oder der städtischen Wohnraumförderung. Auch die Beratungsstelle Wohnen im Alter (Frankfurter Verband) bietet kostenlose Erstberatungen an.