A walker and chair by a large window.
Ratgeber

Barrierefreier Umbau in Frankfurt am Main: Kosten, Ablauf und Fördermittel 2026

10.000 € – 40.000 €
Typische Gesamtkosten
4 Wochen
Typische Projektdauer
6 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Was kostet ein barrierefreier Umbau in Frankfurt am Main?

Ein barrierefreier Umbau in Frankfurt am Main kostet je nach Umfang zwischen 10.000 und 40.000 Euro. Das Frankfurter Preisniveau liegt dabei rund 15–25 % über dem Bundesdurchschnitt – bedingt durch hohe Lohnkosten, knappe Handwerkerkapazitäten und die allgemein hohe Nachfrage im Rhein-Main-Gebiet. Wer nur das Bad umbaut und einen Treppenlift nachrüstet, bleibt eher im unteren Bereich. Wer hingegen eine komplette Wohnung oder ein Einfamilienhaus umfassend barrierefrei gestaltet, muss mit dem oberen Kostenrahmen rechnen.

LeistungKosten (Frankfurt)Hinweis
Bodengleiche Dusche (inkl. Fliesen)3.500 – 8.000 €Je nach Fliesenwahl und Wandgestaltung
Badezimmer komplett barrierefrei8.000 – 18.000 €Inkl. Haltegriffe, WC-Erhöhung, Umbau
Türverbreiterung (pro Tür)800 – 2.500 €Abhängig von Wandkonstruktion
Treppenlift (gerade Treppe)3.500 – 6.000 €Kurventreppe: bis 15.000 €
Rampe / Schwellenabbau500 – 3.000 €Außenbereich teurer wegen Witterungsschutz
Bodenbelag rutschhemmend (pro m²)40 – 120 €Inkl. Verlegung und Untergrund
Elektrische Anpassungen500 – 3.000 €Schalter, Steckdosen, Beleuchtung
Gesamtprojekt typisch10.000 – 40.000 €Je nach Umfang und Ausstattung
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A woman in a wheelchair moves quickly through a modern kitchen with sleek design elements.
Foto: Marcus Aurelius / Pexels

Beteiligte Gewerke beim barrierefreien Umbau

Ein barrierefreier Umbau ist kein Ein-Gewerk-Projekt. Je nach Maßnahme sind bis zu sechs Fachbetriebe gleichzeitig oder nacheinander tätig. Die Koordination ist entscheidend – Verzögerungen bei einem Gewerk blockieren alle nachfolgenden.

1 Sanitär
Umbau des Badezimmers: bodengleiche Dusche, barrierefreies WC, Waschtisch in richtiger Höhe, Haltegriffe. Kerngewerk beim Bad-Umbau.
2 Trockenbau
Türverbreiterungen, Wanddurchbrüche, neue Vorwandinstallationen und Nischen für Haltegriffe. Oft Voraussetzung für alle anderen Gewerke.
3 Bodenbelag
Rutschhemmende Böden (Bewertungsgruppe R10 oder höher), Schwellenabbau, Ausgleichsmassen für niveaugleiche Übergänge.
4 Elektro
Anpassung von Lichtschaltern (Höhe 85 cm), Steckdosen, Notrufanlagen, automatische Beleuchtung und ggf. elektrische Türöffner.
5 Tischler
Türblätter verbreitern oder ersetzen, barrierefreie Türschwellen, Einbaumöbel in ergonomischer Höhe, Griffanpassungen.
6 Fliesen
Rutschhemmende Fliesen in Bad und Eingangsbereich, gefällte Duschwannen, Wandfliesen mit Kontrastkanten für Sehbehinderte.
Barrierefreier Umbau – A determined individual in a wheelchair on stairs, using a handrail for support.
Foto: Nadiia Doloh / Pexels

Ablauf eines barrierefreien Umbaus in 4 Wochen

Bei einem typischen Umbau – Badezimmer barrierefrei plus Türverbreiterungen und Bodenbelagsanpassungen – ist ein Zeitrahmen von vier Wochen realistisch. Voraussetzung: alle Gewerke sind vorab koordiniert und Materialien rechtzeitig bestellt.

1
Planung und Bestandsaufnahme
3–5 Tage vor Baubeginn
Aufmaß durch Fachbetriebe, Klärung der Wandkonstruktionen (Massivbau vs. Leichtbau), Beantragung von Fördermitteln (KfW 455-B), Materialbestellung. In Frankfurter Altbauten aus den 1950er/60er Jahren oft Überraschungen bei Wandaufbauten.
2
Abbruch und Rohbauarbeiten
Woche 1
Demontage der alten Badewanne, Rückbau von Fliesen, Türdurchbrüche verbreitern, Trockenbauarbeiten für neue Wandaufteilung. Entsorgung des Bauschutts – in Frankfurt über zugelassene Entsorgungsbetriebe.
3
Rohinstallation und Estrich
Woche 1–2
Sanitärrohre verlegen, Elektroleitungen neu führen, Ausgleichsmasse für niveaugleichen Boden einbringen. Trocknungszeit des Estrichs beachten: mindestens 3–5 Tage je nach Produkt.
4
Fliesen und Bodenbelag
Woche 2–3
Wandfliesen, bodengleiche Dusche mit Gefälle, rutschhemmende Bodenfliesen. Gleichzeitig Verlegung neuer Bodenbeläge in Flur und Wohnbereich. Fugentrocknung einplanen.
5
Sanitär- und Elektromontage
Woche 3
Endmontage von WC, Waschtisch, Dusche, Haltegriffen. Elektriker setzt Schalter und Steckdosen auf barrierefreie Höhen, installiert ggf. Notrufanlage.
6
Türen, Feinarbeiten und Abnahme
Woche 4
Tischler montiert neue Türblätter (Mindestbreite 90 cm lichte Breite nach DIN 18040), Malerarbeiten, Endreinigung. Abnahme durch Pflegekasse oder KfW-Gutachter wenn Förderung beantragt.
Close-up of a weathered handicap sign painted on a pavement, emphasizing accessibility.
Foto: Jakub Pabis / Pexels

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fördermittel nicht rechtzeitig beantragen

Der häufigste und teuerste Fehler: Umbau beginnen, bevor der Förderantrag genehmigt ist. Die KfW (Programm 455-B) fördert barrierefreie Maßnahmen mit bis zu 6.250 Euro Zuschuss pro Wohneinheit. Die Pflegekassen übernehmen bei Pflegegrad 1–5 bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Beide Förderungen müssen vor Baubeginn beantragt werden – sonst verfällt der Anspruch.

⚠️
Wichtig: Stellen Sie Förderanträge immer vor der ersten Beauftragung eines Handwerkers. Bereits ein unterzeichneter Werkvertrag kann den KfW-Antrag ungültig machen. Lassen Sie sich von der Verbraucherzentrale Hessen oder einem unabhängigen Energieberater beraten.

Normen nicht kennen

Barrierefreiheit ist normiert: DIN 18040-2 gilt für Wohnungen, DIN 18040-1 für öffentliche Gebäude. Bewegungsflächen vor WC und Dusche müssen mindestens 150 × 150 cm betragen. Türen benötigen 90 cm lichte Breite. Wer diese Maße nicht einhält, riskiert, dass die Pflegekasse die Förderung ablehnt.

Gewerke nicht koordinieren

Wenn der Fliesenleger kommt, bevor der Elektriker die Leitungen verlegt hat, entstehen teure Nacharbeiten. Planen Sie die Gewerkeabfolge schriftlich und mit Puffertagen. Plattformen wie byndl.de übernehmen diese Koordination automatisch und erstellen ein vollständiges Leistungsverzeichnis, das alle Gewerke aufeinander abstimmt.

Barrierefreiheit nur fürs Bad denken

Viele Bauherren konzentrieren sich auf das Badezimmer und vergessen: Was nützt eine bodengleiche Dusche, wenn der Weg dorthin durch eine 70-cm-Tür führt? Denken Sie den gesamten Weg vom Eingang bis zum Schlafzimmer und Bad durch – inklusive Schwellen, Teppichkanten und Beleuchtung.

Spacious and accessible bathroom featuring a large glass shower, modern sink, and stylish decor.
Foto: Matheus Bertelli / Pexels

Besonderheiten beim barrierefreien Umbau in Frankfurt am Main

Bausubstanz: Nachkriegsbauten dominieren

Frankfurt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Der Großteil des Wohnungsbestands stammt aus den 1950er bis 1970er Jahren – Stadtteile wie Sachsenhausen, Bornheim, Rödelheim, Niederrad und Fechenheim sind geprägt von Mehrfamilienhäusern dieser Ära. Diese Gebäude haben typischerweise schmale Flure (oft nur 80–90 cm), kleine Bäder (unter 4 m²) und massive Betonwände, die Türverbreiterungen aufwendiger und teurer machen als in modernen Bauten.

Hessische Bauordnung

Die Hessische Bauordnung schreibt für Neubauten ab einer bestimmten Größe Barrierefreiheit vor. Bei Umbauten im Bestand greift die HBO weniger direkt, aber: Wer bauliche Änderungen vornimmt, die einer Baugenehmigung bedürfen (z. B. Wanddurchbrüche in tragenden Wänden), muss auch die aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit berücksichtigen. Im Zweifel beim Stadtplanungsamt Frankfurt (Stadtplanungsamt, Kurt-Schumacher-Str. 10) nachfragen.

Hochhausumfeld und Aufzüge

In Stadtteilen wie Gallus, Griesheim und dem Nordend gibt es viele Hochhäuser und Mehrfamilienhäuser mit Aufzügen. Hier ist die barrierefreie Erreichbarkeit der Wohnung oft schon gegeben – der Umbaufokus liegt dann auf der Wohnung selbst. Wichtig: Aufzüge in Bestandsgebäuden entsprechen oft nicht der aktuellen DIN EN 81-70 (barrierefreie Aufzüge). Eine Nachrüstung ist Sache der Eigentümergemeinschaft und muss im Rahmen einer WEG-Abstimmung beschlossen werden.

Preisniveau im Vergleich

Frankfurter Handwerker verlangen im Schnitt 15–25 % mehr als der Bundesdurchschnitt. Ein Fliesenleger kostet hier 55–80 Euro pro Stunde (netto), ein Sanitärinstallateur 65–90 Euro. Zum Vergleich: In ländlichen Regionen Hessens liegen diese Sätze 20–30 % darunter. Planen Sie daher großzügige Puffer ein und holen Sie mindestens drei Vergleichsangebote ein.

Mainhochwasser und Erdgeschosswohnungen

Wer in Sachsenhausen, Niederrad oder dem Osthafen im Erdgeschoss wohnt, sollte beim barrierefreien Umbau auch den Hochwasserschutz mitdenken. Bodengleiche Duschen und abgesenkte Türschwellen können bei Hochwasserereignissen zum Problem werden. Rückstausicherungen und wasserdichte Abdichtungen (z. B. nach WU-Richtlinie) sind in diesen Lagen keine Luxus, sondern Notwendigkeit.

Lokale Förderung in Frankfurt

Neben KfW und Pflegekasse bietet das Wohnungsamt Frankfurt im Rahmen des Frankfurter Programms zur Wohnraumförderung zinsgünstige Darlehen für barrierefreie Umbauten an. Informieren Sie sich beim Stadtplanungsamt oder der städtischen Wohnraumförderung. Auch die Beratungsstelle Wohnen im Alter (Frankfurter Verband) bietet kostenlose Erstberatungen an.

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Häufige Fragen zur Barrierefreier Umbau in Frankfurt am Main

Die KfW fördert über das Programm 455-B mit bis zu 6.250 Euro Zuschuss pro Wohneinheit. Pflegekassen übernehmen bei Pflegegrad 1–5 bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Zusätzlich bietet das Wohnungsamt Frankfurt zinsgünstige Darlehen an. Alle Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden.
Reine Innenumbauten wie Badumbau oder Bodenbelagswechsel sind in der Regel genehmigungsfrei. Werden jedoch tragende Wände für Türverbreiterungen durchbrochen, ist eine Baugenehmigung nach Hessischer Bauordnung (HBO) erforderlich. Im Zweifel beim Stadtplanungsamt Frankfurt nachfragen.
Ein typisches Projekt – Badezimmer barrierefrei plus Türverbreiterungen – dauert etwa 4 Wochen. Hinzu kommen 2–4 Wochen Vorlaufzeit für Planung, Förderanträge und Materialbestellung. Frankfurter Handwerker sind oft ausgelastet, planen Sie daher 6–8 Wochen Vorlauf ein.
In Frankfurt liegen die Kosten 15–25 % über dem Bundesdurchschnitt. Ein barrierefreies Bad kostet hier 8.000–18.000 Euro, bundesweit eher 6.000–14.000 Euro. Ursachen sind höhere Lohnkosten und knappe Handwerkerkapazitäten im Rhein-Main-Gebiet.
Für Wohnungen gilt die DIN 18040-2. Sie schreibt unter anderem 90 cm lichte Türbreite, Bewegungsflächen von 150 × 150 cm vor WC und Dusche sowie schwellenlose Übergänge vor. Die Einhaltung dieser Normen ist Voraussetzung für die meisten Förderungen.
Ja, aber der Aufzug muss ebenfalls barrierefrei sein. Viele Bestandsaufzüge in Frankfurter Hochhäusern entsprechen nicht der DIN EN 81-70. Eine Nachrüstung muss von der Eigentümergemeinschaft (WEG) beschlossen werden. Innerhalb der Wohnung sind Umbauten unabhängig davon möglich.