An empty room with hard wood floors and white walls
Ratgeber

Einliegerwohnung in Stuttgart: Kosten, Planung und Genehmigungen 2026

40.000 € – 120.000 €
Typische Gesamtkosten
12 Wochen
Typische Projektdauer
11 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Was kostet eine Einliegerwohnung in Stuttgart?

Der Einbau einer Einliegerwohnung in Stuttgart kostet je nach Ausgangssituation, Lage und Ausstattungsstandard zwischen 40.000 und 120.000 Euro. Damit liegt Stuttgart deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 35.000–100.000 Euro – das hohe Preisniveau der Region schlägt sich sowohl bei Handwerkerlöhnen als auch bei Materialpreisen nieder. Wer ein Einfamilienhaus in Degerloch, Sillenbuch oder Vaihingen besitzt, kann durch eine Einliegerwohnung im Keller- oder Dachgeschoss eine attraktive Mieteinnahme von 900–1.400 Euro nettokalt pro Monat erzielen.

Gewerk / LeistungKosten (netto)Hinweis
Rohbauarbeiten (Trennwände, Öffnungen)4.000–12.000 €Abhängig von Wandstärke und Statik
Trockenbau (Wände, Decken)3.000–8.000 €Inkl. Dämmung und Schallschutz
Elektroinstallation4.000–10.000 €Eigener Zähler, Unterverteilung
Sanitärinstallation6.000–15.000 €Bad, WC, Küche komplett
Heizung (Anschluss/Erweiterung)4.000–12.000 €Ggf. eigene Heizkreise
Fenster und Türen3.000–10.000 €Wärmeschutz nach GEG
Estrich2.500–6.000 €Inkl. Trittschalldämmung
Malerarbeiten2.000–5.000 €Grundierung, 2× Anstrich
Fliesen (Bad, Küche)3.000–8.000 €Material und Verlegung
Bodenbeläge (Wohnräume)2.500–7.000 €Parkett, Vinyl oder Laminat
Tischlerarbeiten (Einbauküche, Türen)3.000–10.000 €Küche und Innentüren
Planung, Genehmigung, Nebenkosten3.000–7.000 €Architekt, Bauantrag, Statik
Gesamt40.000–120.000 €Je nach Ausstattung und Zustand
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Spacious and clean interior room with hardwood flooring and large windows providing natural light.
Foto: Max Vakhtbovych / Pexels

Beteiligte Gewerke beim Einliegerwohnungsbau

Eine Einliegerwohnung ist ein Vollprojekt: Elf Gewerke müssen koordiniert, terminlich aufeinander abgestimmt und qualitativ überwacht werden. Hier ein Überblick der beteiligten Fachbetriebe:

1 Rohbau
Öffnungen für Türen und Fenster, neue Trennwände aus Mauerwerk, Abbrucharbeiten – bildet die bauliche Grundlage der Wohnung.
2 Trockenbau
Leichtbauwände, abgehängte Decken, Schacht- und Installationswände. Entscheidend für Schallschutz zwischen den Wohneinheiten.
3 Elektro
Eigener Stromzähler, Unterverteilung, Leitungsverlegung, Beleuchtung, Rauchmelder und ggf. Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.
4 Sanitär
Komplette Badinstallation, WC, Küchenleitungen. In Kellergeschossen oft Hebeanlage erforderlich – Mehrkosten einplanen.
5 Heizung
Erweiterung der bestehenden Heizanlage oder eigener Heizkreis. Heizkostenabrechnung muss mietrechtlich korrekt abgebildet sein.
6 Fenster & Türen
Neue Außenfenster müssen dem Gebäudeenergiegesetz entsprechen. Wohnungseingangstür mit Schallschutz T30 empfohlen.
7 Estrich
Schwimmender Estrich mit Trittschalldämmung – Pflicht bei Wohnungstrenndecken. Trocknungszeit von 4–6 Wochen einplanen.
8 Maler
Grundierung, Spachtelarbeiten, Anstrich aller Wand- und Deckenflächen. Schlussstrich vor Bodenbelag und Einbauküche.
9 Fliesen
Bad, Dusche, WC und Küchenrückwand. Abdichtung (AIV-Dichtbahn) im Nassbereich ist Pflicht und muss abgenommen werden.
10 Bodenbeläge
Parkett, Vinyl oder Laminat in Wohn- und Schlafräumen. Auf ausreichende Trittschalldämmung unter dem Belag achten.
11 Tischler
Einbauküche, Innentüren, Zargen und ggf. Einbauschränke. Maßanfertigungen bei Dachschrägen oder Nischen sinnvoll.
Wooden table with chairs placed near counter and cabinets in modern spacious kitchen decorated with potted plants and framed pictures in daylight
Foto: Max Vakhtbovych / Pexels

Ablauf: Von der Planung bis zur Vermietung

Ein realistischer Zeitplan für eine Einliegerwohnung in Stuttgart umfasst 12 Wochen Bauzeit – zuzüglich 4–8 Wochen Vorlaufzeit für Planung und Genehmigung. Wer den Ablauf kennt, vermeidet teure Stillstandzeiten.

1
Bestandsaufnahme und Planung
2–3 Wochen
Architekt oder Bausachverständiger prüft Grundriss, Statik, Schallschutz und Fluchtwege. Klärung: Ist eine Baugenehmigung erforderlich? In Stuttgart gilt: Nutzungsänderung zu Wohnraum ist genehmigungspflichtig.
2
Bauantrag beim Stadtplanungsamt Stuttgart
4–8 Wochen
Einreichung der Bauunterlagen beim Baurechtsamt der Landeshauptstadt Stuttgart. Bearbeitungszeiten variieren je nach Bezirk und Auslastung. Frühzeitig einreichen!
3
Rohbau und Abbruch
1–2 Wochen
Abbruch nicht tragender Wände, Öffnungen für Türen und Fenster, neue Trennwände. Statiker muss bei tragenden Eingriffen vor Ort sein.
4
Installationsrohbau (Elektro, Sanitär, Heizung)
2–3 Wochen
Alle Leitungen werden vor dem Trockenbau verlegt. Koordination der drei Gewerke ist kritisch – Überschneidungen vermeiden.
5
Trockenbau und Estrich
2 Wochen + 4–6 Wochen Trocknungszeit
Leichtbauwände und Decken werden gestellt, danach Estrich eingebracht. Achtung: Estrich muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor Bodenbeläge verlegt werden.
6
Fenster, Türen und Ausbau
2–3 Wochen
Fenstereinbau, Wohnungseingangstür, Fliesen, Malerarbeiten und Bodenbeläge in der richtigen Reihenfolge. Maler vor Boden, Fliesen vor Sanitärmontage.
7
Endmontage und Abnahme
1 Woche
Sanitärobjekte, Küche, Leuchten und Türbeschläge werden montiert. Abnahme durch Baurechtsamt, Übergabe an Mieter mit Übergabeprotokoll.
Elegant Scandinavian-style living room and kitchen featuring modern furniture and decor.
Foto: Viaceslav Kat / Pexels

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Ohne Baugenehmigung starten

In Stuttgart ist die Umnutzung von Keller- oder Dachgeschossflächen zu Wohnraum grundsätzlich genehmigungspflichtig. Wer ohne Genehmigung baut, riskiert eine Nutzungsuntersagung und muss im schlimmsten Fall auf eigene Kosten zurückbauen. Das Baurechtsamt der Stadt Stuttgart prüft dabei auch, ob die Fläche im Bebauungsplan als Wohnraum ausgewiesen werden darf.

⚠️
Wichtig in Stuttgart: Viele Gebäude in Hanglagen (z. B. Heslach, Gaisburg, Ost) haben Kellergeschosse, die baurechtlich als Vollgeschoss gelten. Das beeinflusst die Genehmigungsfähigkeit und die Anforderungen an Deckenhöhe (mind. 2,40 m lichte Höhe) und Belichtung erheblich.

Fehler 2: Schallschutz unterschätzen

Der gesetzliche Mindestschallschutz nach DIN 4109 reicht für ein harmonisches Mietverhältnis oft nicht aus. Empfohlen wird der erhöhte Schallschutz nach VDI 4100 Stufe II. Besonders bei Altbauten aus den 1950er–1970er Jahren – in Stuttgart häufig in Zuffenhausen, Feuerbach und Bad Cannstatt anzutreffen – sind nachträgliche Schallschutzmaßnahmen aufwendig und teuer.

Fehler 3: Eigenen Zähler vergessen

Eine Einliegerwohnung braucht zwingend einen eigenen Stromzähler und eine separate Heizkostenerfassung. Ohne diese Trennung ist eine rechtskonforme Nebenkostenabrechnung nicht möglich. Der Netzbetreiber (in Stuttgart: Netze BW) muss frühzeitig für den Zählereinbau beauftragt werden – Vorlaufzeiten von 6–10 Wochen sind realistisch.

Fehler 4: Feuchtigkeit im Keller ignorieren

Viele Stuttgarter Altbauten haben Kellergeschosse mit Feuchteproblemen. Vor dem Ausbau muss eine Feuchtemessung und ggf. eine Horizontalsperre oder Innenabdichtung erfolgen. Kosten: 3.000–15.000 Euro zusätzlich. Wer diesen Schritt überspringt, hat nach zwei Jahren Schimmel in der neuen Mietwohnung.

Einliegerwohnung – Spacious empty room with hardwood floors, ceiling fan, and natural light from windows.
Foto: Curtis Adams / Pexels

Besonderheiten in Stuttgart

Hanglage und Kessellage

Stuttgart liegt in einem Talkessel, umgeben von Hängen mit bis zu 30 % Gefälle. Viele Einfamilienhäuser in Stadtteilen wie Degerloch, Sillenbuch, Vaihingen, Heslach und Gaisburg sind Hangbauten mit hangseitig erdberührten Geschossen. Diese Kellergeschosse eignen sich prinzipiell gut für Einliegerwohnungen – erfordern aber besondere Aufmerksamkeit bei Abdichtung, Belichtung und Belüftung. Lichtschächte oder Terrassenzugänge sind oft die einzige Möglichkeit, ausreichend Tageslicht zu schaffen.

Mineralquellen-Gebiet und Baugrund

Teile Stuttgarts, insbesondere rund um Bad Cannstatt und Berg, liegen im Mineralquellen-Schutzgebiet. Hier gelten besondere Auflagen für Erdarbeiten und Abdichtungen. Vor Baubeginn sollte beim Stadtplanungsamt geprüft werden, ob das Grundstück in einer Schutzzone liegt. Tiefbauarbeiten können in diesen Bereichen genehmigungspflichtig oder sogar untersagt sein.

Strenge GEG-Umsetzung in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg setzt das Gebäudeenergiegesetz konsequent um. Bei einer Nutzungsänderung zu Wohnraum werden die energetischen Anforderungen an Außenwände, Decken und Fenster geprüft. In der Praxis bedeutet das: Kellerwände gegen Erdreich müssen gedämmt werden (U-Wert ≤ 0,30 W/m²K), neue Fenster müssen Dreifachverglasung aufweisen. Das Stuttgarter Baurechtsamt prüft dies im Rahmen des Bauantrags.

Preisniveau im Vergleich

Handwerkerleistungen in Stuttgart liegen 15–25 % über dem Bundesdurchschnitt. Ein Fliesenleger berechnet in Stuttgart 55–75 Euro pro Stunde, ein Elektriker 65–85 Euro. Wer Angebote einholt, sollte mindestens drei Vergleichsangebote einholen und auf vollständige Leistungsverzeichnisse bestehen. Plattformen wie byndl helfen dabei, durch regionale Projektbündelung günstigere Konditionen zu erzielen und professionelle Leistungsverzeichnisse automatisch zu erstellen.

Mietmarkt Stuttgart: Lohnt sich die Investition?

Der Stuttgarter Mietmarkt gehört zu den angespanntesten in Deutschland. Einliegerwohnungen mit 50–70 m² erzielen in guten Lagen (Degerloch, Vaihingen, West) Nettokaltmieten von 12–18 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Investition von 80.000 Euro und einer Monatsmiete von 900 Euro ergibt sich eine Bruttomietrendite von ca. 1,35 % – die Amortisation liegt bei rund 7–8 Jahren, ohne Wertsteigerung des Gesamtobjekts zu berücksichtigen. In Stuttgart ist die Wertsteigerung historisch überdurchschnittlich, was die Gesamtrechnung deutlich verbessert.

💡
KfW-Förderung nutzen: Wenn Sie im Zuge des Einliegerwohnungsbaus energetische Maßnahmen durchführen (Dämmung, neue Fenster, Heizungsoptimierung), können Sie KfW-Förderprogramme (z. B. BEG Einzelmaßnahmen) kombinieren. Die Förderbank Baden-Württemberg (L-Bank) bietet zusätzlich zinsgünstige Darlehen für Wohnraumschaffung an.

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Häufige Fragen zur Einliegerwohnung in Stuttgart

Ja, in Stuttgart ist die Nutzungsänderung von Keller- oder Dachgeschossflächen zu Wohnraum grundsätzlich genehmigungspflichtig. Der Bauantrag wird beim Baurechtsamt der Landeshauptstadt Stuttgart eingereicht. Planen Sie 4–8 Wochen Bearbeitungszeit ein.
In Stuttgart erzielen Einliegerwohnungen mit 50–70 m² je nach Lage und Ausstattung Nettokaltmieten von 12–18 Euro pro Quadratmeter. In gefragten Stadtteilen wie Degerloch, Vaihingen oder Stuttgart-West sind 900–1.400 Euro monatlich realistisch.
In Stuttgart sind viele Kellergeschosse durch die Hanglage erdberührt und feuchtigkeitsgefährdet. Eine Feuchtemessung vor dem Ausbau ist Pflicht. Zudem müssen Teile Stuttgarts (z. B. Bad Cannstatt) als Mineralquellen-Schutzgebiet berücksichtigt werden, was besondere Auflagen für Erdarbeiten bedeutet.
Die reine Bauzeit beträgt in der Regel 12 Wochen. Hinzu kommen 4–8 Wochen für Planung und Genehmigung sowie 4–6 Wochen Estrich-Trocknungszeit, die in die Bauphase integriert werden. Realistisch sollten Sie 5–6 Monate von der Planung bis zur Vermietung einplanen.
Wenn energetische Maßnahmen (Dämmung, neue Fenster, Heizungsoptimierung) durchgeführt werden, können KfW-Förderprogramme (BEG Einzelmaßnahmen) genutzt werden. Die L-Bank Baden-Württemberg bietet zusätzlich zinsgünstige Darlehen für Wohnraumschaffung an. Eine Kombination beider Programme ist möglich.
Baurechtlich ist ein eigener Außeneingang nicht zwingend vorgeschrieben, aber für die Vermietung und das Mietverhältnis dringend empfohlen. Ein gemeinsamer Eingang mit Treppenhaus ist möglich, sofern die Wohnungseingangstür den Schallschutzanforderungen entspricht (T30 empfohlen).