Was kostet eine Einliegerwohnung in Frankfurt am Main?
Der Umbau zu einer Einliegerwohnung gehört zu den kostenintensiveren Maßnahmen im Bereich An- und Umbau – und in Frankfurt am Main zahlen Sie aufgrund des hohen Preisniveaus spürbar mehr als im Bundesdurchschnitt. Während bundesweit Gesamtkosten von 40.000 bis 100.000 Euro realistisch sind, müssen Frankfurter Bauherren mit 55.000 bis 120.000 Euro kalkulieren. Der Grund: Handwerkerlöhne, Materialpreise und Genehmigungsgebühren liegen in der Mainmetropole 15 bis 25 Prozent über dem nationalen Mittel.
Die tatsächlichen Kosten hängen stark vom Ausgangszustand der Immobilie ab. Ein Nachkriegsbau aus den 1950er- oder 1960er-Jahren – in Frankfurt besonders häufig anzutreffen – erfordert oft umfangreiche Vorarbeiten: veraltete Elektroinstallationen, unzureichende Dämmung und nicht mehr normgerechte Sanitäranlagen treiben das Budget nach oben.
| Gewerk / Leistung | Kosten (Frankfurt) | Hinweis |
|---|---|---|
| Rohbauarbeiten (Wände, Öffnungen) | 5.000 – 18.000 € | Je nach Tragwerk und Grundrissänderungen |
| Trockenbau / Raumaufteilung | 4.000 – 12.000 € | Schallschutz nach DIN 4109 beachten |
| Elektroinstallation | 5.000 – 14.000 € | Eigener Zähler, Unterverteilung |
| Sanitärinstallation | 6.000 – 16.000 € | Bad, Küche, Leitungsführung |
| Heizung / Heizkörper | 4.000 – 10.000 € | Ggf. eigener Heizkreis oder Wärmemengenzähler |
| Fenster & Türen | 3.000 – 10.000 € | Schallschutz bei Hochhausumfeld relevant |
| Estrich | 2.500 – 7.000 € | Trittschallschutz zwischen den Einheiten |
| Malerarbeiten | 2.000 – 6.000 € | Inkl. Spachtel- und Grundierarbeiten |
| Fliesen | 2.500 – 8.000 € | Bad und Küche, Material extra |
| Bodenbeläge | 2.000 – 7.000 € | Parkett, Laminat oder Vinyl |
| Tischler / Einbauschränke | 2.000 – 8.000 € | Küche, Einbauschränke, Türzargen |
| Planung, Genehmigung, Nebenkosten | 3.000 – 8.000 € | Architekt, Statiker, Bauantrag |
| Gesamt | 40.000 – 120.000 € | Je nach Ausstattung und Ausgangszustand |
Beteiligte Gewerke beim Einliegerwohnungs-Umbau
Ein Einliegerwohnungs-Umbau ist ein Vollprojekt: Nahezu alle Gewerke des Innenausbaus sind beteiligt. Die Koordination ist entscheidend – falsche Reihenfolge kostet Zeit und Geld.
Ablauf: Von der Planung bis zur Übergabe
Ein realistischer Zeitplan für eine Einliegerwohnung in Frankfurt umfasst 12 Wochen reine Bauzeit – zuzüglich 4 bis 8 Wochen für Planung und Genehmigung. Planen Sie großzügig: Handwerkerengpässe in Frankfurt sind real.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Rechtliche Fallstricke bei der Einliegerwohnung
Eine Einliegerwohnung ist rechtlich eine eigenständige Wohneinheit – mit allen Konsequenzen. Das bedeutet: eigener Mietvertrag, Betriebskostenabrechnung, Heizkostenverordnung und Mietrecht gelten vollumfänglich. Außerdem müssen Sie die Wohnung dem Einwohnermeldeamt melden und ggf. eine Zweckentfremdungsgenehmigung prüfen – in Frankfurt ist die Zweckentfremdungssatzung aktiv.
Besonderheiten in Frankfurt am Main
Bausubstanz: Nachkriegsbauten dominieren
Frankfurt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Der Wiederaufbau in den 1950er- und 1960er-Jahren prägt heute weite Teile des Stadtbilds – besonders in Sachsenhausen, Bornheim, Bockenheim und dem Nordend. Diese Nachkriegsbauten haben typische Eigenschaften, die beim Einliegerwohnungs-Umbau relevant sind: Stahlbetondecken mit geringer Schalldämmung, veraltete Elektroinstallationen (Aluminium-Leitungen!), Asbestbelastung in Bodenbelägen und Fugenmassen sowie oft unzureichende Wärmedämmung.
Hessische Bauordnung und lokale Vorschriften
In Hessen gilt die HBO 2018 in der aktuellen Fassung. Für Einliegerwohnungen relevant: Die Nutzungsänderung zu einer eigenständigen Wohneinheit ist nach § 57 HBO genehmigungspflichtig, sofern sie nicht unter die Verfahrensfreiheit fällt. Das Stadtplanungsamt Frankfurt (Dezernat Stadtentwicklung) ist zuständig. Bearbeitungszeiten betragen aktuell 6 bis 12 Wochen – planen Sie das in Ihren Gesamtzeitplan ein. Zusätzlich gilt die Hessische Energiesparverordnung: Bei Umbaumaßnahmen über 10 Prozent der Gebäudehülle greift die GEG-Pflicht zur energetischen Ertüchtigung.
Stadtteile mit besonderer Relevanz
Einliegerwohnungen sind in Frankfurt besonders in folgenden Stadtteilen gefragt und sinnvoll: Sachsenhausen (viele Mehrfamilienhäuser mit ungenutzten Dach- oder Kellergeschossen), Bornheim (gründerzeitliche und Nachkriegsbauten mit Potenzial), Bockenheim (studentische Nachfrage, hohe Mietrenditen), Niederrad und Griesheim (Einfamilienhäuser mit Ausbaupotenzial im EG oder DG) sowie Bergen-Enkheim und Seckbach (Einfamilienhausgebiete, wo Einliegerwohnungen klassisch zur Eigennutzung mit Mieteinnahmen kombiniert werden).
Mainhochwasser und Kellergeschosse
Wer eine Einliegerwohnung im Erdgeschoss oder Kellergeschoss plant, muss in Frankfurt das Hochwasserrisiko berücksichtigen. Besonders betroffen sind Sachsenhausen, Niederrad, Griesheim und Teile von Höchst. Das Stadtplanungsamt Frankfurt stellt Hochwassergefahrenkarten bereit. Für Wohnnutzung im Kellergeschoss in Überschwemmungsgebieten kann eine Genehmigung verweigert werden. Mindestens sind hochwasserresistente Materialien und rückstausichere Abwasserinstallationen Pflicht.
Hochhausumfeld und Schallschutz
Frankfurt ist Deutschlands Hochhausstadt – und das beeinflusst auch den Schallschutz in angrenzenden Wohngebieten. Verkehrslärm, Fluglärm (Nähe zum Flughafen) und urbaner Lärm machen Schallschutzfenster in vielen Frankfurter Lagen zur Pflicht, nicht zur Kür. Für Einliegerwohnungen gilt zusätzlich der Trennwandschallschutz zwischen den Einheiten – hier empfehlen Sachverständige in Frankfurt mindestens Schallschutzklasse III (bewohnter Bereich).
Preisniveau im Vergleich
Frankfurt gehört zu den teuersten Handwerkermärkten Deutschlands. Vergleichbare Umbaumaßnahmen kosten in Frankfurt 15 bis 25 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und 10 bis 15 Prozent mehr als in anderen hessischen Großstädten wie Wiesbaden oder Kassel. Ursachen: hohe Lebenshaltungskosten für Handwerker, Parkgebühren und Zufahrtsbeschränkungen in der Innenstadt sowie eine hohe Auslastung der Betriebe. Holen Sie mindestens drei Vergleichsangebote ein – und nutzen Sie Plattformen, die Ihnen dabei helfen, lokale Handwerker effizient zu finden.