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Ratgeber

Elektroinstallation erneuern in München: Kosten, Ablauf und Vorschriften 2026

8.000 € – 25.000 €
Typische Gesamtkosten
3 Wochen
Typische Projektdauer
2 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten der Elektrosanierung in München

Eine vollständige Erneuerung der Elektroinstallation gehört zu den kostspieligsten Sanierungsmaßnahmen im Bestand. In München müssen Sie aufgrund des sehr hohen Preisniveaus mit deutlich höheren Handwerkerlöhnen als im Bundesdurchschnitt rechnen. Während eine vergleichbare Maßnahme bundesweit zwischen 6.000 und 20.000 Euro kostet, liegen die realistischen Kosten in München bei 8.000 bis 25.000 Euro – und können bei großen Altbauwohnungen oder Einfamilienhäusern mit aufwendiger Leitungsführung noch darüber hinausgehen.

Der Stundensatz eines Elektrikers liegt in München aktuell bei 75 bis 110 Euro netto. Hinzu kommen Materialkosten, Schlitzarbeiten, Malerarbeiten zur Wiederherstellung sowie ggf. Kosten für die Abnahme durch den Netzbetreiber (Bayernwerk/SWM).

LeistungKosten (München)Hinweis
Bestandsaufnahme & Planung300 – 800 €Elektrofachbetrieb, Aufmaß
Unterverteilung / Zählerschrank1.200 – 3.500 €Inkl. FI-Schutzschalter, LS-Automaten
Leitungsverlegung (je Raum)600 – 1.800 €Abhängig von Wandmaterial
Steckdosen & Schalter800 – 2.500 €Inkl. Unterputzdosen
Schlitzarbeiten & Putzarbeiten1.500 – 4.000 €Maurer/Maler, Altbau aufwendiger
Beleuchtungsanschlüsse400 – 1.200 €Je nach Anzahl Stromkreise
Abnahme & Prüfprotokoll200 – 600 €Pflicht bei Neuinstallation
Gesamt (Wohnung 80–120 m²)8.000 – 25.000 €Je nach Aufwand und Ausstattung
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Vorsicht bei Billigangeboten: Angebote unter 6.000 Euro für eine vollständige Elektrosanierung in München sind meist unrealistisch. Prüfen Sie, ob alle Leistungen inklusive Schlitzarbeiten, Materialien und Abnahme enthalten sind.
elektroinstallation
Foto: Externe URL / Pexels

Beteiligte Gewerke bei der Elektrosanierung

Eine Elektroinstallation ist kein reines Elektriker-Projekt. Für eine saubere, normgerechte Ausführung sind in der Regel zwei Gewerke notwendig, die eng aufeinander abgestimmt werden müssen.

1 Elektrofachbetrieb
Kerngewerk: Planung, Leitungsverlegung, Unterverteilung, Anschluss aller Verbraucher, Prüfprotokoll und Abnahme. Nur zugelassene Elektrofachbetriebe dürfen Arbeiten am Netz ausführen und beim Netzbetreiber anmelden.
2 Maler / Trockenbauer
Nach dem Verlegen der Leitungen müssen Schlitze in Wänden und Decken fachgerecht verschlossen und verputzt werden. Anschließend sind Malerarbeiten zur Wiederherstellung des Wohnraums erforderlich – oft unterschätzt im Budget.
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Gewerke koordinieren und sparen: Plattformen wie byndl.de bündeln regionale Aufträge und koordinieren Elektro- und Malergewerk automatisch. Das spart Anfahrtskosten und reduziert Leerläufe – in München mit seinen hohen Handwerkerpreisen ein echter Vorteil.
Close-up of exposed electrical wiring in wall sockets ready for installation. Ideal for home improvement contexts.
Foto: La Miko / Pexels

Ablauf der Elektroinstallation: Schritt für Schritt

Eine vollständige Elektrosanierung dauert in einer Wohnung zwischen 80 und 120 m² typischerweise 3 Wochen. Planen Sie zusätzlich 1–2 Wochen für Vorlauf und Abnahme ein.

1
Bestandsaufnahme & Planung
2–3 Tage
Ein Elektrofachbetrieb prüft die vorhandene Installation, dokumentiert Mängel und erstellt einen Installationsplan. In Münchner Altbauten (Gründerzeit, Nachkriegsbau) sind häufig noch Aluminiumleitungen oder unzureichend dimensionierte Stromkreise vorhanden.
2
Angebote einholen & Auftragsvergabe
3–5 Tage
Holen Sie mindestens drei Vergleichsangebote ein. Achten Sie auf ein detailliertes Leistungsverzeichnis mit Materialspezifikation. Pauschalpangebote ohne Aufschlüsselung sind schwer vergleichbar.
3
Schlitzarbeiten & Leitungsverlegung
5–8 Tage
Schlitze werden gefräst oder gestemmt, neue Leerrohre und Leitungen verlegt. In Münchner Altbauten mit Ziegelmauerwerk oder Stahlbetondecken ist dieser Schritt besonders zeitaufwendig. Staub- und Lärmschutz für Nachbarn einplanen.
4
Installation Unterverteilung & Anschlüsse
2–3 Tage
Einbau des neuen Zählerschranks mit FI-Schutzschaltern, Leitungsschutzautomaten und ggf. Überspannungsschutz. Anschluss aller Steckdosen, Schalter und Verbraucher.
5
Putz- und Malerarbeiten
4–6 Tage
Schlitze werden verputzt und nach Trocknungszeit (mind. 3–5 Tage) gestrichen. In denkmalgeschützten Altbauten in München sind besondere Materialien vorgeschrieben – Rücksprache mit dem Denkmalschutzamt empfohlen.
6
Abnahme & Prüfprotokoll
1 Tag
Der Elektrofachbetrieb erstellt ein Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600. Die Anlage wird beim Netzbetreiber (Stadtwerke München / SWM) angemeldet. Das Protokoll ist für Versicherungen und beim Hausverkauf wichtig.
Close-up of an organized circuit breaker panel featuring color-coded electrical wiring.
Foto: ranjeet . / Pexels

Häufige Fehler bei der Elektrosanierung

1. Zu wenig Stromkreise einplanen

Moderne Haushalte benötigen deutlich mehr Stromkreise als noch vor 30 Jahren. Planen Sie separate Kreise für Küche (mind. 3–4), Bad, Waschmaschine, Trockner, Arbeitszimmer und ggf. Ladestation für E-Fahrzeuge. Wer heute spart, zahlt morgen für die Nachrüstung doppelt.

2. Keine Leerrohre für die Zukunft

Lassen Sie beim Verlegen immer Leerrohre für spätere Erweiterungen einbauen. Das kostet wenig Mehraufwand, spart aber bei künftigen Nachrüstungen erheblich – etwa für Smart-Home-Systeme oder Photovoltaik.

3. Nicht normgerechte Ausführung

Elektroarbeiten müssen der DIN VDE 0100 entsprechen. Schwarzarbeit oder Eigenleistungen ohne Fachbetrieb können im Schadensfall zum Erlöschen der Gebäudeversicherung führen. In München prüfen Versicherungen und Gutachter dies im Schadensfall genau.

4. Malerarbeiten unterschätzen

Viele Bauherren kalkulieren nur die Elektrokosten und vergessen, dass nach der Leitungsverlegung umfangreiche Putz- und Malerarbeiten anfallen. Diese können 20–30 % der Gesamtkosten ausmachen.

⚠️
Mietrechtliche Pflichten in München: Vermieter sind bei festgestellten Elektromängeln (z. B. fehlende FI-Schutzschalter, Aluminiumleitungen) zur Sanierung verpflichtet. Mieter können bei Verweigerung Mietminderung geltend machen. Lassen Sie den Zustand der Anlage regelmäßig prüfen.
Detailed view of electrical sockets in a wall, ideal for renovation themes.
Foto: Ksenia Chernaya / Pexels

Besonderheiten in München

Altbauanteil und typische Mängel

München hat einen der höchsten Altbauanteile unter den deutschen Großstädten. Besonders in Stadtteilen wie Schwabing, Maxvorstadt, Haidhausen, Au, Giesing und Neuhausen dominieren Gründerzeitbauten aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. In diesen Gebäuden sind häufig noch Elektroinstallationen aus den 1950er bis 1970er Jahren vorhanden – teils mit Aluminiumleitungen, unzureichenden Querschnitten und fehlenden Schutzleitern.

Auch in den Nachkriegsbauten der Stadtteile Ramersdorf, Moosach und Milbertshofen besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Hier sind Zählerschränke ohne FI-Schutzschalter und veraltete Sicherungstechnik keine Seltenheit.

Preisniveau im Vergleich

München liegt beim Elektrikerhandwerk 25–40 % über dem Bundesdurchschnitt. Ein Stundensatz von 90–110 Euro netto ist in der Landeshauptstadt Standard. Zum Vergleich: In Leipzig oder Dresden liegen die Stundensätze bei 55–70 Euro. Planen Sie Ihr Budget entsprechend großzügig und rechnen Sie bei Altbauten immer mit einem Puffer von 15–20 % für unvorhergesehene Mehraufwände (z. B. versteckte Leitungsführungen, Asbestputz).

Bayerische Bauordnung und Denkmalschutz

Die Bayerische Bauordnung (BayBO) stellt keine gesonderten Anforderungen an Elektroinstallationen, die über die bundesweiten DIN-VDE-Normen hinausgehen. Relevant wird es jedoch bei denkmalgeschützten Gebäuden, die in München besonders häufig sind. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und das Münchner Stadtmuseum-Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Ref. IV) können Auflagen zu Leitungsführung und Oberflächenbehandlung machen. Klären Sie vor Baubeginn, ob Ihr Gebäude unter Denkmalschutz steht – das Bayerische Denkmalatlas gibt online Auskunft.

Netzbetreiber und Anmeldepflicht

In München ist die Stadtwerke München GmbH zuständiger Netzbetreiber. Neue oder wesentlich geänderte Elektroinstallationen müssen beim SWM angemeldet werden. Ihr Elektrofachbetrieb übernimmt diese Anmeldung in der Regel, stellen Sie sicher, dass dies im Angebot enthalten ist.

Wohnungseigentum und WEG-Recht

In Münchner Eigentumswohnungen – besonders in den begehrten Innenstadtlagen – sind Elektrosanierungen im Sondereigentum (innerhalb der Wohnung) grundsätzlich ohne WEG-Beschluss möglich. Sobald jedoch Gemeinschaftseigentum (Zählerschrank im Keller, Steigleitungen) betroffen ist, ist ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich. Planen Sie hier ausreichend Vorlauf für die nächste Eigentümerversammlung ein.

💡
Handwerker in München finden: Qualifizierte Elektrofachbetriebe in München sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Über byndl.de können Sie Ihr Projekt frühzeitig einstellen und von der regionalen Auftragsbündelung profitieren – Handwerker, die ohnehin in Ihrem Stadtteil tätig sind, können Anfahrtskosten einsparen und günstigere Preise anbieten.

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Häufige Fragen zur Elektroinstallation erneuern in München

Eine vollständige Erneuerung der Elektroinstallation in einer Wohnung zwischen 80 und 120 m² dauert in München typischerweise 3 Wochen. Hinzu kommen 1–2 Wochen für Planung, Angebote und Abnahme. In Altbauten mit aufwendiger Leitungsführung kann sich die Dauer verlängern.
Eine Baugenehmigung ist für die reine Elektrosanierung in der Regel nicht erforderlich. Allerdings muss die neue Anlage beim Netzbetreiber Stadtwerke München (SWM) angemeldet werden. Bei denkmalgeschützten Gebäuden können zusätzliche Auflagen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege gelten.
In München liegen die Kosten für eine vollständige Elektrosanierung 25–40 % über dem Bundesdurchschnitt. Während bundesweit 6.000–20.000 Euro üblich sind, müssen Sie in München mit 8.000–25.000 Euro rechnen. Hauptgrund sind die höheren Stundensätze der Elektrofachbetriebe (90–110 Euro netto).
Elektroarbeiten am 230/400-Volt-Netz dürfen ausschließlich von zugelassenen Elektrofachbetrieben ausgeführt werden. Eigenleistungen sind hier nicht zulässig und können im Schadensfall zum Erlöschen der Gebäudeversicherung führen. Eigenleistungen sind lediglich bei Hilfsarbeiten wie Aufräumen oder Malern möglich.
Die reine Elektrosanierung wird von KfW oder BAFA in der Regel nicht direkt gefördert. Wird sie jedoch im Rahmen einer energetischen Gesamtsanierung durchgeführt oder mit einer Photovoltaikanlage bzw. Wallbox kombiniert, können Förderprogramme der KfW (z. B. BEG) oder der Stadtwerke München greifen. Lassen Sie sich von einem Energieberater beraten.
Arbeiten innerhalb des Sondereigentums (Ihrer Wohnung) sind grundsätzlich ohne WEG-Beschluss möglich. Sobald jedoch Gemeinschaftseigentum wie der Zählerschrank im Keller oder Steigleitungen betroffen sind, ist ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich. Planen Sie dafür ausreichend Vorlauf ein.