A partially renovated room with exposed brick walls and construction materials on site.
Ratgeber

Wanddurchbruch in München: Kosten, Genehmigung & Ablauf 2026

1.500 € – 8.000 €
Typische Gesamtkosten
1 Wochen
Typische Projektdauer
4 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten eines Wanddurchbruchs in München

Ein Wanddurchbruch kostet in München je nach Wandtyp, Größe und Aufwand zwischen 1.500 und 8.000 Euro. Damit liegt das Preisniveau deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 1.200 bis 6.000 Euro – ein Aufschlag von rund 20 bis 30 Prozent, der das allgemein sehr hohe Lohnniveau in der bayerischen Landeshauptstadt widerspiegelt. Besonders in gefragten Stadtteilen wie Schwabing, Maxvorstadt, Haidhausen oder Bogenhausen, wo viele Gründerzeitbauten und Altbauwohnungen saniert werden, sind erfahrene Fachbetriebe stark ausgelastet und entsprechend teuer.

Der größte Kostentreiber ist die Frage, ob es sich um eine tragende oder nicht tragende Wand handelt. Bei einer nicht tragenden Trennwand aus Gipskarton oder Porenbeton ist der Aufwand überschaubar. Bei einer tragenden Wand aus Stahlbeton, Mauerwerk oder gar einer Außenwand müssen Statik, Sturz und Abfangkonstruktion professionell geplant und ausgeführt werden.

LeistungKosten (München)Hinweis
Nicht tragende Wand (Gipskarton/Porenbeton), bis 1,5 m²1.500 – 2.500 €Inkl. Verputzen und Malerarbeiten
Nicht tragende Wand (Mauerwerk), bis 1,5 m²2.000 – 3.500 €Stemmarbeiten, Entstaubung, Verputz
Tragende Wand mit Stahlsturz, bis 1,5 m²3.500 – 6.000 €Statiker, Abfangung, Sturz, Verputz
Tragende Wand, größere Öffnung (Tür/Durchgang), 2–4 m²5.000 – 8.000 €Aufwendige Abfangkonstruktion nötig
Statiker-Gutachten400 – 900 €Pflicht bei tragenden Wänden
Elektriker (Leitungen verlegen/sichern)300 – 800 €Abhängig von Leitungsdichte
Gesamtkosten typisch1.500 – 8.000 €Je nach Wandtyp und Aufwand
⚠️
Vorsicht bei Altbauten: In Münchner Gründerzeitbauten (Baujahr 1870–1930) bestehen Wände häufig aus Ziegelmauerwerk mit Stärken von 38 bis 51 cm. Das erhöht den Stemm- und Entsorgungsaufwand erheblich und kann die Kosten um 20–40 % steigen lassen.
Bright white interior room with exposed electrical wiring and natural light.
Foto: Thirdman / Pexels

Beteiligte Gewerke beim Wanddurchbruch

Ein Wanddurchbruch ist kein Ein-Mann-Job. Je nach Wandtyp und Situation sind bis zu vier Gewerke beteiligt, die aufeinander abgestimmt arbeiten müssen.

1 Abbruch & Stemmen
Das Kerngewerk: Der Abbruchunternehmer oder Rohbauer stemmt die Wandöffnung heraus, sichert den Bereich und entsorgt den Bauschutt fachgerecht. In München fallen für die Bauschutt-Entsorgung auf dem Wertstoffhof oder per Container zusätzliche Kosten von 150–400 € an.
2 Rohbau & Statik
Bei tragenden Wänden plant ein Statiker die Abfangkonstruktion und dimensioniert den Stahlsturz. Der Rohbauer setzt den Sturz ein, mauert seitliche Auflager und stellt die Tragfähigkeit wieder her. Ohne diesen Schritt drohen Risse, Setzungen oder im Extremfall Einsturzgefahr.
3 Maler & Verputzer
Nach dem Rohbau werden Laibungen verputzt, Unebenheiten ausgeglichen und die angrenzenden Wand- und Deckenflächen neu gestrichen. Gerade in Altbauwohnungen mit historischen Stuckdecken ist hier Fingerspitzengefühl gefragt.
4 Elektriker
In fast jeder Wand verlaufen Stromleitungen, Datenkabel oder Schalterkreise. Der Elektriker prüft vor dem Durchbruch die Leitungsführung, sichert oder verlegt Kabel um und stellt den ordnungsgemäßen Zustand nach Abschluss der Arbeiten wieder her.
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Interior view of a room under renovation with construction materials and a ladder.
Foto: Francesco Ungaro / Pexels

Ablauf: So läuft ein Wanddurchbruch ab

Ein Wanddurchbruch dauert bei professioneller Ausführung in der Regel 3 bis 7 Werktage. Die Planung und Genehmigungsphase davor kann in München jedoch mehrere Wochen in Anspruch nehmen – planen Sie ausreichend Vorlauf ein.

1
Bestandsaufnahme & Wandtyp klären
1–2 Tage
Ein Fachmann prüft vor Ort, ob die Wand tragend ist. Hilfsmittel: Baupläne beim Bauarchiv der Stadt München anfordern, Klopftest, Endoskopie oder Thermografie. Ohne eindeutigen Befund immer einen Statiker hinzuziehen.
2
Statiker beauftragen & Genehmigung prüfen
3–10 Tage
Bei tragenden Wänden erstellt der Statiker eine Berechnung und Ausführungsplanung. In München ist bei genehmigungspflichtigen Eingriffen (z. B. Außenwände, Wohnungstrennwände in Mehrfamilienhäusern) ein Bauantrag beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung erforderlich. Der Vorlauf beträgt oft 4–8 Wochen.
3
Leitungsortung & Vorbereitung
0,5–1 Tag
Der Elektriker lokalisiert alle Leitungen in der Wand mit einem Leitungssucher. Strom in betroffenen Stromkreisen wird abgesichert. Angrenzende Böden und Möbel werden mit Folie und Schutzplatten abgedeckt.
4
Abfangkonstruktion setzen (nur tragende Wände)
1–2 Tage
Vor dem eigentlichen Durchbruch wird die Last der darüberliegenden Decke temporär abgefangen – z. B. mit Stahlstützen und Trägern. Erst dann wird die Öffnung abschnittsweise gestemmt und der Stahlsturz eingesetzt.
5
Durchbruch & Rohbauarbeiten
1–2 Tage
Die eigentliche Öffnung wird gestemmt oder mit der Kernbohrmaschine ausgeschnitten. Bauschutt wird sofort abtransportiert. Laibungen werden gemauert oder betoniert, der Sturz wird eingebaut und vermörtelt.
6
Verputzen, Elektro & Malerarbeiten
1–2 Tage
Laibungen und angrenzende Flächen werden verputzt. Der Elektriker verlegt Leitungen neu und stellt Schalter/Steckdosen wieder her. Nach der Trocknungszeit (mind. 3–5 Tage) erfolgen Malerarbeiten.
Interior view of a home under renovation with exposed wooden beams and door.
Foto: Monica Silvestre / Pexels

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Wandtyp falsch einschätzen

Der häufigste und gefährlichste Fehler: Eine tragende Wand wird irrtümlich als nicht tragend eingestuft und ohne Abfangkonstruktion durchbrochen. Folge können Risse in der Decke, Setzungen oder im schlimmsten Fall ein Teileinsturz sein. Lassen Sie im Zweifel immer einen Statiker prüfen – die Kosten von 400–900 Euro sind gut investiert.

Fehler 2: Genehmigungspflicht ignorieren

In München gilt die Bayerische Bauordnung (BayBO). Eingriffe in tragende Bauteile, Wohnungstrennwände oder Außenwände sind in der Regel genehmigungspflichtig. Wer ohne Genehmigung baut, riskiert Bußgelder, Rückbauverpflichtungen und Probleme beim späteren Verkauf der Immobilie. Besonders in denkmalgeschützten Gebäuden – in der Altstadt, Schwabing oder Haidhausen gibt es viele davon – ist die Untere Denkmalschutzbehörde zusätzlich einzubinden.

⚠️
Eigentümergemeinschaft beachten: In Münchner Mehrfamilienhäusern mit Wohnungseigentümergemeinschaft ist für Eingriffe in das Gemeinschaftseigentum (tragende Wände, Treppenhauswände) ein Beschluss der Eigentümerversammlung erforderlich. Holen Sie diesen vor Baubeginn ein, sonst drohen Unterlassungsklagen.

Fehler 3: Leitungen nicht prüfen

Strom-, Wasser- und Gasleitungen verlaufen oft unsichtbar in Wänden. Ein Durchbruch ohne vorherige Leitungsortung kann zu Kurzschlüssen, Wasserschäden oder im schlimmsten Fall zu Gaslecks führen. Beauftragen Sie immer einen Elektriker zur Leitungsortung, bevor der erste Hammer angesetzt wird.

Fehler 4: Zu wenig Trocknungszeit einplanen

Frischer Putz und Mörtel brauchen Zeit zum Trocknen. Wer zu früh streicht oder Türzargen einsetzt, riskiert Schimmel und Risse. Planen Sie mindestens 5–10 Tage Trocknungszeit ein, in Münchner Altbauten mit dickem Ziegelmauerwerk auch länger.

Wanddurchbruch (tragend / nicht tragend) – A partially renovated room with exposed brick walls and construction materials on site.
Foto: Francesco Ungaro / Pexels

Besonderheiten in München

Altbaubestand und Bausubstanz

München hat einen überdurchschnittlich hohen Altbauanteil. In Stadtteilen wie Maxvorstadt, Schwabing, Haidhausen, Au, Giesing und Neuhausen dominieren Gründerzeit- und Jugendstilbauten aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Diese Gebäude haben massive Ziegelwände mit Stärken von 38 bis 51 cm, die beim Durchbruch erheblich mehr Aufwand erfordern als moderne Leichtbauwände. Zudem sind Deckenkonstruktionen oft als Holzbalkendecken ausgeführt, was die statische Beurteilung komplexer macht.

Bayerische Bauordnung und Genehmigungsvorlauf

Die BayBO regelt, welche Baumaßnahmen genehmigungspflichtig sind. In München kommt erschwerend hinzu, dass das Referat für Stadtplanung und Bauordnung aufgrund der hohen Antragszahlen lange Bearbeitungszeiten hat – rechnen Sie mit 6 bis 12 Wochen für einen Bauantrag. Für einfachere Maßnahmen kann ein vereinfachtes Verfahren oder eine Freistellungserklärung ausreichen; klären Sie dies vorab mit einem Architekten oder Bausachverständigen.

Denkmalschutz

München hat eine der höchsten Dichten an denkmalgeschützten Gebäuden in Deutschland. Wer in einem Baudenkmal oder in einem Ensemble (z. B. Altstadt, Schwabing-West, Bogenhausen) einen Wanddurchbruch plant, benötigt zusätzlich eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde. Diese prüft, ob der Eingriff mit dem Erhalt des Denkmals vereinbar ist. Planen Sie hierfür zusätzliche 4–8 Wochen Vorlauf ein.

Preisniveau im Vergleich

München ist das teuerste Pflaster für Handwerkerleistungen in Deutschland. Stundenverrechnungssätze für Maurer und Rohbauer liegen bei 65–90 Euro netto, für Elektriker bei 75–100 Euro netto. Im Vergleich: In Leipzig oder Dresden zahlen Sie für dieselben Leistungen 30–40 % weniger. Umso wichtiger ist es, mehrere Angebote einzuholen und Leistungsverzeichnisse sorgfältig zu vergleichen.

💡
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Klimatische Besonderheiten

München liegt in einer Klimazone mit kalten, schneereichen Wintern und warmen Sommern. Bei Außenwanddurchbrüchen (z. B. für neue Türen oder Fenster) ist die Wärmedämmung der Laibung besonders wichtig, um Wärmebrücken und damit Schimmelbildung zu vermeiden. Die Energieeinsparverordnung schreibt Mindestdämmwerte vor, die auch bei Umbaumaßnahmen einzuhalten sind.

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Häufige Fragen zur Wanddurchbruch (tragend / nicht tragend) in München

Das hängt vom Wandtyp und Gebäude ab. Bei nicht tragenden Innenwänden in Einfamilienhäusern ist meist keine Genehmigung nötig. Bei tragenden Wänden, Wohnungstrennwänden in Mehrfamilienhäusern oder denkmalgeschützten Gebäuden ist in der Regel ein Bauantrag beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung München erforderlich. Klären Sie dies vorab mit einem Architekten oder Bausachverständigen, um Bußgelder und Rückbauverpflichtungen zu vermeiden.
Zuverlässige Hinweise geben die originalen Baupläne, die Sie beim Bauarchiv der Stadt München anfordern können. Grobe Orientierung bietet der Klopftest: Tragende Wände klingen dumpf und massiv, Trennwände hohl. Im Zweifel – und bei Altbauten immer – sollte ein Statiker die Wand beurteilen. Die Kosten von 400–900 Euro sind angesichts der Sicherheitsrelevanz gut investiert.
In München müssen Sie mit einem Aufschlag von 20–30 % gegenüber dem Bundesdurchschnitt rechnen. Während ein Durchbruch durch eine tragende Wand bundesweit ab 3.000 Euro möglich ist, beginnen die Preise in München bei rund 3.500 Euro und können bei großen Öffnungen bis auf 8.000 Euro steigen. Hauptgrund sind die hohen Stundenverrechnungssätze der Münchner Handwerksbetriebe.
Die eigentlichen Bauarbeiten dauern 3 bis 7 Werktage. Hinzu kommt eine Trocknungszeit von 5–10 Tagen vor den Malerarbeiten. Die Planungs- und Genehmigungsphase kann in München jedoch 6–12 Wochen in Anspruch nehmen. Planen Sie daher ausreichend Vorlauf ein, besonders wenn ein Bauantrag oder eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich ist.
Ja, bei Eingriffen in das Gemeinschaftseigentum – dazu zählen tragende Wände und Wohnungstrennwände – ist in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ein Beschluss der Eigentümerversammlung erforderlich. Ohne diesen Beschluss können Miteigentümer die Maßnahme gerichtlich untersagen lassen. Holen Sie die Zustimmung daher immer vor Baubeginn ein.