A walker and chair by a large window.
Ratgeber

Barrierefreier Umbau in München: Kosten, Ablauf und Fördermittel 2026

10.000 € – 40.000 €
Typische Gesamtkosten
4 Wochen
Typische Projektdauer
6 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Was kostet ein barrierefreier Umbau in München?

Ein barrierefreier Umbau in München kostet je nach Umfang zwischen 10.000 und 40.000 Euro. Das Münchner Preisniveau liegt dabei rund 25–35 % über dem Bundesdurchschnitt – bedingt durch hohe Handwerkerlöhne, knappe Kapazitäten und die allgemein hohen Lebenshaltungskosten in der bayerischen Landeshauptstadt. Wer in Schwabing, Bogenhausen oder Maxvorstadt eine Altbauwohnung barrierefrei umrüsten möchte, muss mit dem oberen Preissegment rechnen, da historische Bausubstanz häufig aufwendige Anpassungen erfordert.

LeistungKosten (München)Hinweis
Sanitärumbau (bodengleiche Dusche)4.000–12.000 €Inkl. Fliesen, Ablauf, Armaturentausch
Türverbreiterung (je Tür)800–2.500 €Mindestbreite 90 cm nach DIN 18040
Bodenbelag rutschfest (pro m²)40–120 €Inkl. Verlegung und Untergrund
Elektroinstallation (Schalter, Steckdosen)1.500–4.000 €Erreichbare Höhen nach Norm
Tischlerarbeiten (Haltegriffe, Rampen)1.000–3.500 €Maßanfertigungen teurer
Trockenbau (Wandanpassungen)1.500–5.000 €Für Nischen, Vorwandinstallationen
Gesamtkosten10.000–40.000 €Je nach Umfang und Altbausituation
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Spartipp mit byndl: Über die Plattform byndl werden ähnliche Umbauvorhaben in Ihrer Nachbarschaft gebündelt. Handwerker sparen Anfahrtskosten und geben diesen Vorteil als Rabatt weiter – in München mit seinem dichten Stadtgefüge besonders effektiv. Zusätzlich erstellt byndl automatisch ein professionelles Leistungsverzeichnis, das Ihnen bei der Angebotseinholung Zeit und Nerven spart.
A woman in a wheelchair moves quickly through a modern kitchen with sleek design elements.
Foto: Marcus Aurelius / Pexels

Beteiligte Gewerke beim barrierefreien Umbau

Ein barrierefreier Umbau ist kein Einzelgewerk, sondern ein koordiniertes Zusammenspiel mehrerer Fachbetriebe. Die folgende Übersicht zeigt, welche Handwerker typischerweise beteiligt sind:

1 Sanitär
Kerngewerk beim Badumbau: bodengleiche Dusche, unterfahrbare Waschtische, Wandhänge-WC mit Stützgriffen. In Münchner Altbauten oft aufwendige Leitungsverlegung nötig.
2 Trockenbau
Wanddurchbrüche für breitere Türen, Vorwandinstallationen für WC und Waschtisch, Nischen für Sitzbänke. Besonders in Gründerzeithäusern mit massiven Wänden zeitaufwendig.
3 Bodenbelag
Rutschfeste Beläge (R10–R12), schwellenlose Übergänge, Ausgleich von Höhenunterschieden. Altbauböden in München weisen häufig Unebenheiten auf, die einen Ausgleich erfordern.
4 Elektro
Lichtschalter und Steckdosen auf barrierefreie Höhen (85–105 cm), Bewegungsmelder, Notrufanlage im Bad, ggf. Türsprechanlage mit Video.
5 Tischler
Haltegriffe, Rampen, angepasste Türgriffe und -schwellen, Sitzbänke, Griffleisten. Maßanfertigungen für historische Türrahmen in Altbauten.
6 Fliesen
Rutschfeste Fliesen in Bad und Küche, bodengleiche Duschabläufe, Wandfliesen in ergonomischer Höhe. Fugenbreite und Fliesengröße beeinflussen die Rutschfestigkeit.
Barrierefreier Umbau – A determined individual in a wheelchair on stairs, using a handrail for support.
Foto: Nadiia Doloh / Pexels

Ablauf eines barrierefreien Umbaus in München

Ein barrierefreier Umbau dauert in München typischerweise vier Wochen. Die Koordination der Gewerke ist entscheidend – Verzögerungen entstehen häufig durch mangelnde Abstimmung oder kurzfristige Materialengpässe.

1
Bestandsaufnahme und Planung
3–5 Tage
Aufmaß, Prüfung der Bausubstanz, Klärung von Genehmigungspflichten. In München: Rücksprache mit dem Baureferat bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Gestaltungssatzungen. Erstellung des Leistungsverzeichnisses und Einholung von mindestens drei Angeboten.
2
Abbruch und Rohbau
3–5 Tage
Rückbau von Wanne, Fliesen und ggf. Wänden. Türdurchbrüche verbreitern, Leitungen freilegen. Entsorgung des Bauschuttes – in München über zugelassene Entsorgungsbetriebe, Kosten ca. 300–800 €.
3
Sanitär und Elektro (Rohinstallation)
4–6 Tage
Neue Leitungsführung für bodengleiche Dusche, Vorwandinstallation, Elektroleitungen für neue Schalterstandorte und Notrufanlage. Gleichzeitige Ausführung spart Zeit.
4
Trockenbau und Estrich
3–4 Tage
Vorwände setzen, Höhenausgleich für schwellenlose Übergänge herstellen, Trocknungszeit einplanen. Schnellestrich verkürzt Wartezeit auf 1–2 Tage.
5
Fliesen und Bodenbelag
4–5 Tage
Fliesen im Bad, rutschfeste Beläge in Flur und Küche, Abdichtung nach DIN 18534. Trocknungszeit der Verfugung beachten.
6
Sanitär und Elektro (Fertigstellung)
2–3 Tage
Endmontage von WC, Waschtisch, Dusche, Armaturen. Schalter und Steckdosen auf Endmaß setzen, Notrufanlage anschließen und testen.
7
Tischler und Abschlussarbeiten
2–3 Tage
Haltegriffe montieren, Türschwellen entfernen, Rampen einbauen, Abschlussleisten setzen. Abnahme mit Fotodokumentation für Förderantrag.
Close-up of a weathered handicap sign painted on a pavement, emphasizing accessibility.
Foto: Jakub Pabis / Pexels

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

⚠️
Förderantrag vor Baubeginn stellen: KfW-Förderung (Programm 455-B) und Zuschüsse der Pflegekassen müssen zwingend vor Baubeginn beantragt werden. Wer erst nach dem Umbau den Antrag stellt, geht leer aus. In München zusätzlich: Prüfen Sie die städtischen Förderprogramme des Sozialreferats.

Fehler 1: Normen nicht kennen

Die DIN 18040-2 definiert die Anforderungen an barrierefreie Wohnungen: Türbreiten mindestens 90 cm, Bewegungsflächen von 150 × 150 cm vor Sanitärobjekten, Griffhöhen zwischen 85 und 90 cm. Viele Handwerker arbeiten nach Erfahrungswerten statt nach Norm – bestehen Sie auf normgerechte Ausführung, besonders wenn Sie KfW-Förderung beantragen.

Fehler 2: Altbausubstanz unterschätzen

Münchner Gründerzeithäuser aus dem späten 19. Jahrhundert haben oft 50 cm dicke Ziegelwände, historische Holzbalkendecken und veraltete Leitungssysteme. Ein Türdurchbruch in einer tragenden Wand erfordert statische Berechnung und kann schnell 3.000–5.000 € zusätzlich kosten. Lassen Sie vor der Planung eine Bestandsaufnahme durch einen Sachverständigen durchführen.

Fehler 3: Gewerke nicht koordinieren

Wenn Sanitär, Elektro und Trockenbau nicht aufeinander abgestimmt sind, entstehen teure Nacharbeiten. Klären Sie vorab: Wer koordiniert die Baustelle? Bei mehreren Einzelgewerken ohne Generalunternehmer liegt die Koordination bei Ihnen – ein häufiger Stressfaktor. Plattformen wie byndl übernehmen die Gewerkekoordination und erstellen ein abgestimmtes Leistungsverzeichnis.

Fehler 4: Rutschfestigkeit falsch einschätzen

Nicht jede matte Fliese ist rutschfest im Sinne der Norm. Für Nassräume gilt mindestens Bewertungsgruppe R10, für bodengleiche Duschen R11. Lassen Sie sich die Rutschfestigkeit schriftlich bestätigen – relevant für Haftungsfragen und Förderanträge.

⚠️
Denkmalschutz in München: Rund 4.000 Gebäude in München stehen unter Denkmalschutz, weitere Tausende in Ensembles mit Gestaltungssatzung. Türverbreiterungen, Rampen oder Aufzüge können genehmigungspflichtig sein. Klären Sie dies vorab mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Baureferat München – der Vorlauf beträgt oft 6–12 Wochen.
Spacious and accessible bathroom featuring a large glass shower, modern sink, and stylish decor.
Foto: Matheus Bertelli / Pexels

Besonderheiten in München

Preisniveau und Handwerkermarkt

München ist der teuerste Handwerkermarkt Deutschlands. Stundensätze für Sanitär- und Elektrobetriebe liegen bei 80–120 € netto, Fliesenleger berechnen 60–100 € pro Stunde. Wartezeiten von 4–8 Wochen bei etablierten Betrieben sind die Regel. Planen Sie daher frühzeitig – wer im Herbst umbauen möchte, sollte im Frühjahr mit der Handwerkersuche beginnen.

Relevante Stadtteile

Barrierefreie Umbauten sind in München besonders häufig in Stadtteilen mit hohem Altbauanteil: Schwabing, Maxvorstadt, Haidhausen, Au, Giesing und Neuhausen-Nymphenburg verfügen über viele Gründerzeithäuser und Vorkriegsbauten, die ursprünglich nicht für barrierefreies Wohnen konzipiert wurden. In diesen Stadtteilen sind die Herausforderungen durch historische Bausubstanz am größten – aber auch die Wertsteigerung durch einen professionellen Umbau am höchsten.

Bayerische Bauordnung (BayBO)

Die Bayerische Bauordnung schreibt für Neubauten mit mehr als zwei Wohnungen barrierefreie Zugänglichkeit vor. Bei Bestandsgebäuden greift die BayBO nur bei wesentlichen Umbauten. Für private Wohnungsumbauten ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich – es sei denn, es werden tragende Wände verändert oder das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Im Zweifelsfall: Voranfrage beim Baureferat München (Blumenstraße 28b).

Fördermittel in München

Neben der bundesweiten KfW-Förderung (Programm 455-B, bis 6.250 € Zuschuss) bietet München eigene Unterstützung: Das Sozialreferat München gewährt einkommensschwachen Haushalten Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Pflegebedürftige Personen können zusätzlich bis zu 4.000 € pro Maßnahme über die Pflegekasse (§ 40 SGB XI) erhalten. Kombiniert können so bis zu 10.000 € Förderung zusammenkommen – das reduziert die Eigenkosten erheblich.

Klimatische Besonderheiten

München liegt auf rund 520 Metern Höhe und verzeichnet überdurchschnittlich viele Frost-Tau-Wechsel im Winter. Für barrierefreie Außenbereiche (Rampen, Terrassen) sind daher frostsichere Materialien und ein ausreichendes Gefälle für die Wasserableitung Pflicht. Bodenbeläge im Eingangsbereich müssen auch bei Nässe und Schnee rutschfest bleiben – mindestens R11, besser R12.

💡
Handwerker in München finden: Über byndl können Sie Ihr Umbauvorhaben regional ausschreiben und von der Projektbündelung profitieren. Gerade in München, wo Handwerker knappe Kapazitäten haben, erhöht ein professionelles Leistungsverzeichnis die Chance auf zeitnahe Angebote deutlich. Die Plattform koordiniert die Gewerke und stellt sicher, dass alle Betriebe aufeinander abgestimmt arbeiten.

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Häufige Fragen zur Barrierefreier Umbau in München

In der Regel nicht, wenn keine tragenden Wände verändert werden. Ausnahmen gelten bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Gebäuden in Ensembles mit Gestaltungssatzung – hier ist eine Voranfrage beim Baureferat München (Blumenstraße 28b) empfehlenswert. Der Vorlauf beträgt oft 6–12 Wochen.
Bundesweit: KfW-Programm 455-B mit bis zu 6.250 € Zuschuss und Pflegekasse nach §40 SGB XI mit bis zu 4.000 € pro Maßnahme. Zusätzlich bietet das Sozialreferat München einkommensschwachen Haushalten eigene Zuschüsse. Alle Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden.
Die DIN 18040-2 definiert Mindestanforderungen für barrierefreie Wohnungen: Türbreiten mindestens 90 cm, Bewegungsflächen von 150 × 150 cm vor Sanitärobjekten, Griffhöhen zwischen 85 und 90 cm, schwellenlose Übergänge. Die Einhaltung dieser Norm ist Voraussetzung für die KfW-Förderung.
Typischerweise 3–4 Wochen für ein vollständiges Bad inklusive Türverbreiterung und Bodenbelagsanpassungen. In Altbauten mit massiven Wänden oder historischer Bausubstanz kann es 1–2 Wochen länger dauern. Planen Sie zusätzlich 1–2 Wochen für Trocknungszeiten ein.
Empfehlenswert sind Betriebe mit Erfahrung in Altbausanierung und Kenntnissen der DIN 18040. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und bestehen Sie auf ein detailliertes Leistungsverzeichnis. Plattformen wie byndl bündeln regionale Aufträge und helfen dabei, qualifizierte Handwerker mit freien Kapazitäten zu finden.
Eine bodengleiche Dusche kostet in München inklusive Fliesen, Ablauf, Abdichtung und Montage zwischen 4.000 und 8.000 Euro. In Altbauten mit Holzbalkendecken oder ungünstiger Leitungsführung können die Kosten auf bis zu 12.000 Euro steigen, da aufwendige Vorarbeiten nötig sind.