A construction worker wearing protective gear and prepping the wall during renovation indoors.
Ratgeber

Schadstoffsanierung in München: Asbest & Schimmel sicher entfernen

5.000 € – 30.000 €
Typische Gesamtkosten
3 Wochen
Typische Projektdauer
3 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten der Schadstoffsanierung in München

Eine Schadstoffsanierung in München gehört zu den kostspieligsten Sanierungsmaßnahmen – und das aus gutem Grund: Fachgerechte Entsorgung, Schutzmaßnahmen und behördliche Auflagen treiben den Preis. In München liegen die Kosten aufgrund des sehr hohen Preisniveaus rund 20–35 % über dem Bundesdurchschnitt. Während eine vergleichbare Asbestsanierung in ländlichen Regionen Bayerns für 4.000 € machbar ist, müssen Münchner Eigentümer realistisch mit 6.000 € aufwärts rechnen.

LeistungKosten (München)Hinweis
Schadstoffgutachten / Probenahme500–1.500 €Pflicht vor jeder Sanierung
Asbestentsorgung (Fliesen, Platten)2.000–8.000 €Je nach Menge und Zugänglichkeit
Asbestentsorgung (Spritzasbest, lose Fasern)5.000–20.000 €Höchste Gefährdungsklasse
Schimmelbeseitigung (bis 1 m²)300–800 €Oberflächlicher Befall
Schimmelbeseitigung (bis 10 m²)1.500–5.000 €Inkl. Ursachenbeseitigung
Schimmelbeseitigung (großflächig, >10 m²)5.000–15.000 €Oft mit Bautrocknungsmaßnahmen
Bautrocknung nach Sanierung800–3.000 €Miete Trocknungsgeräte + Fachbetrieb
Malerarbeiten / Wiederherstellung1.000–4.000 €Abschlussarbeiten nach Sanierung
Gesamtkosten typisch5.000–30.000 €Je nach Schadstoff und Ausmaß
⚠️
Vorsicht bei Billigangeboten: Unseriöse Anbieter entsorgen Asbestmaterial illegal oder ohne ausreichende Schutzmaßnahmen. Das kann Sie als Eigentümer straf- und zivilrechtlich haftbar machen. Verlangen Sie immer Entsorgungsnachweise.
Man in protective gear spray painting a house's interior during renovation work.
Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

Beteiligte Gewerke bei der Schadstoffsanierung

Eine professionelle Schadstoffsanierung ist kein Ein-Mann-Job. Je nach Art und Ausmaß des Schadens sind mehrere Fachbetriebe koordiniert einzusetzen. In München ist die Auftragslage für Spezialfirmen eng – planen Sie Vorlaufzeiten von 4–8 Wochen ein.

1 Abbruch- & Schadstoffsanierer
Das Kerngewerk der Sanierung. Zertifizierte Fachbetriebe entfernen Asbest, PAK-haltige Materialien oder stark schimmelbelastete Bauteile unter kontrollierten Bedingungen. In München müssen diese Betriebe nach TRGS 519 (Asbest) bzw. TRGS 521 zertifiziert sein. Ohne diesen Nachweis darf kein Abbruch asbestbelasteter Materialien erfolgen.
2 Maler & Lackierer
Nach der Schadstoffbeseitigung übernehmen Malerbetriebe die Wiederherstellung: Grundierung mit schimmelresistenten Farben, Versiegelung behandelter Flächen und optische Instandsetzung. Bei Schimmelschäden ist die Wahl der richtigen Beschichtung entscheidend für die Langzeitwirkung.
3 Bautrockner / Trocknungsfachbetrieb
Nach Schimmelsanierungen oder Wasserschäden ist professionelle Bautrocknung unerlässlich. Restfeuchte im Mauerwerk führt sonst innerhalb weniger Wochen zu erneutem Schimmelbefall. Fachbetriebe setzen Kondensationstrockner, Adsorptionstrockner und Feuchtemessgeräte ein und dokumentieren den Trocknungsverlauf.
A professional painter wearing protective gear spray paints a wall indoors, working on a home renovation project.
Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

Ablauf einer Schadstoffsanierung: Schritt für Schritt

Eine fachgerechte Schadstoffsanierung folgt einem klar definierten Ablauf. Abkürzungen sind nicht nur gefährlich, sondern können auch rechtliche Konsequenzen haben. Rechnen Sie in München mit einer Gesamtdauer von rund 3 Wochen für eine mittlere Sanierung.

1
Schadstoffgutachten & Probenahme
2–5 Tage
Ein unabhängiger Sachverständiger entnimmt Materialproben und analysiert diese im Labor. Das Gutachten bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte und ist Voraussetzung für behördliche Genehmigungen. In München verlangen viele Bezirksämter dieses Gutachten vor Baubeginn.
2
Behördliche Anmeldung & Planung
3–7 Tage
Asbestarbeiten müssen bei der zuständigen Behörde – in München das Referat für Stadtplanung und Bauordnung sowie das Gewerbeaufsichtsamt – angemeldet werden. Die Anmeldefrist beträgt mindestens 7 Werktage vor Arbeitsbeginn. Gleichzeitig wird ein detaillierter Sanierungsplan erstellt.
3
Einrichten der Schutzzone / Schwarzbereich
1–2 Tage
Der Arbeitsbereich wird hermetisch abgesperrt. Bei Asbestarbeiten wird eine Unterdruckanlage installiert, die verhindert, dass Fasern in angrenzende Bereiche gelangen. Bewohner müssen das Gebäude oder den betroffenen Bereich für die Dauer der Arbeiten verlassen.
4
Schadstoffbeseitigung
3–10 Tage
Die eigentliche Entfernung der Schadstoffe erfolgt durch zertifizierte Fachkräfte in Schutzausrüstung. Asbestmaterialien werden feucht abgetragen, sofort in zugelassene Säcke verpackt und als Sondermüll deklariert. Bei Schimmel werden befallene Bauteile entfernt oder biozid behandelt.
5
Freimessung & Entsorgungsnachweis
1–3 Tage
Nach Abschluss der Arbeiten wird eine Freimessung durch einen unabhängigen Gutachter durchgeführt. Erst wenn die Grenzwerte unterschritten sind, darf der Bereich wieder genutzt werden. Der Entsorgungsnachweis für Asbestmaterial ist aufzubewahren.
6
Bautrocknung & Wiederherstellung
5–10 Tage
Nach Schimmelsanierungen folgt die professionelle Bautrocknung. Anschließend stellen Malerbetriebe die Oberflächen wieder her – mit schimmelresistenten Beschichtungen und diffusionsoffenen Farben, die Feuchteregulierung unterstützen.
💡
Spartipp mit byndl: Auf der Plattform byndl.de werden Sanierungsprojekte in Ihrer Nachbarschaft gebündelt. Wenn mehrere Eigentümer in Ihrem Münchner Stadtteil gleichzeitig eine Schadstoffsanierung beauftragen, sparen alle durch reduzierte Anfahrtskosten und bessere Auslastung der Fachbetriebe – oft 10–15 % gegenüber Einzelaufträgen.
man in orange hard hat holding red plastic bag
Foto: Hoang Kim Hung / Pexels

Häufige Fehler bei der Schadstoffsanierung

Fehler 1: Eigenleistung bei Asbest

Asbest selbst zu entfernen ist in Deutschland für Privatpersonen bei schwach gebundenen Asbestprodukten (Spritzasbest, Asbestpappe) verboten. Selbst bei fest gebundenen Produkten wie Asbestzementplatten ist Eigenleistung mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden. Eine einzelne Asbestfaser kann Mesotheliom auslösen – eine unheilbare Krebserkrankung. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle.

Fehler 2: Schimmel nur oberflächlich behandeln

Schimmel mit Haushaltsreiniger oder Farbe zu überstreichen beseitigt das Problem nicht – es verschlimmert es. Die Ursache (Feuchteeintrag, Wärmebrücke, falsches Lüftungsverhalten) muss zwingend identifiziert und behoben werden. Ohne Ursachenbeseitigung kehrt Schimmel innerhalb von 3–6 Monaten zurück.

Fehler 3: Kein unabhängiges Gutachten

Viele Eigentümer beauftragen die Schadstoffanalyse direkt beim Sanierungsunternehmen. Das ist ein Interessenkonflikt: Das Unternehmen profitiert von einem größeren Schadensumfang. Beauftragen Sie immer einen unabhängigen Sachverständigen für die Erstbegutachtung und die abschließende Freimessung.

Fehler 4: Fehlende Dokumentation

Entsorgungsnachweise, Freimessungsprotokolle und Sanierungsberichte sind beim Immobilienverkauf offenlegungspflichtig. Fehlende Dokumentation kann den Verkaufspreis drücken oder zu Haftungsansprüchen führen. Bewahren Sie alle Unterlagen dauerhaft auf.

Schadstoffsanierung (Asbest/Schimmel) – Black and white photo of an asbestos hazard warning sign on a fence.
Foto: Sonny Sixteen / Pexels

Besonderheiten der Schadstoffsanierung in München

Altbaubestand und Schadstoffrisiken

München hat einen der höchsten Altbauanteile aller deutschen Großstädte. Besonders in Stadtteilen wie Schwabing, Maxvorstadt, Haidhausen, Giesing und Neuhausen-Nymphenburg finden sich zahlreiche Gebäude aus der Gründerzeit bis in die 1980er Jahre – genau der Zeitraum, in dem Asbest, PAK-haltige Klebstoffe und andere Schadstoffe massenhaft verbaut wurden. Typische Problemstellen in Münchner Altbauten:

Asbest: Vinylbodenbeläge und deren Klebstoffe (bis 1993), Nachtspeicherheizungen (bis 1990), Fassadenplatten (Eternit), Rohrisolierungen in Kellergeschossen, Dachpappe älterer Flachdächer.

Schimmel: Münchens Klima mit vergleichsweise hoher Luftfeuchtigkeit und kalten Wintern begünstigt Schimmelbildung an schlecht gedämmten Außenwänden. Besonders betroffen sind Erdgeschosswohnungen in Altbauten ohne Kellerdämmung sowie Dachgeschossausbauten der 1970er und 1980er Jahre mit unzureichender Dampfsperre.

Bayerische Bauordnung und Münchner Besonderheiten

In Bayern gilt die Bayerische Bauordnung (BayBO), die in Verbindung mit der TRGS 519 und der Gefahrstoffverordnung strenge Anforderungen an Asbestarbeiten stellt. Das Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Referat VI) ist zuständig für baurechtliche Fragen. Das Gewerbeaufsichtsamt München überwacht die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften bei Asbestarbeiten.

Besonderheit München: Bei denkmalgeschützten Gebäuden – und davon gibt es in München über 4.000 – ist vor jeder Sanierung eine Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erforderlich. Das kann den Genehmigungsvorlauf auf 4–8 Wochen verlängern. Betroffen sind viele Altbauten in Schwabing, der Maxvorstadt und rund um den Englischen Garten.

Preisniveau im Vergleich

München liegt beim Preisniveau für Schadstoffsanierungen an der Spitze aller deutschen Städte. Konkret: Eine Asbestsanierung von 50 m² Vinylboden kostet in München durchschnittlich 4.500–7.000 €, bundesweit liegt der Vergleichswert bei 3.000–5.000 €. Haupttreiber sind hohe Lohnkosten, teure Entsorgungslogistik und die angespannte Kapazitätslage bei zertifizierten Fachbetrieben.

Planen Sie Aufträge möglichst in den Wintermonaten (November bis Februar), wenn die Auftragslage bei Sanierungsbetrieben etwas entspannter ist. Über Plattformen wie byndl.de können Sie Ihren Auftrag mit ähnlichen Projekten in Ihrer Nachbarschaft bündeln und so trotz des hohen Münchner Preisniveaus spürbar sparen.

⚠️
Denkmalschutz beachten: In München stehen viele Altbauten unter Denkmalschutz. Eigenmächtige Eingriffe in die Bausubstanz – auch im Rahmen einer Schadstoffsanierung – können Bußgelder bis 250.000 € nach sich ziehen. Klären Sie den Denkmalschutzstatus Ihrer Immobilie vor Baubeginn beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Wo ist das Risiko in München besonders hoch?

Statistisch besonders betroffen sind Gebäude aus den 1950er bis 1980er Jahren in folgenden Stadtteilen: Neuperlach (Großsiedlung der 1960er/70er Jahre mit viel Plattenbau und Asbestzement), Bogenhausen und Solln (Villen und Einfamilienhäuser der Nachkriegszeit mit Flachdächern und Asbestplatten), sowie Sendling und Laim (Mietshäuser der 1960er Jahre mit Vinylböden und Nachtspeicherheizungen). Auch in Mehrfamilienhäusern der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG und der GEWOFAG finden sich häufig sanierungsbedürftige Altmaterialien.

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Häufige Fragen zur Schadstoffsanierung (Asbest/Schimmel) in München

Ja, bei allen Asbestarbeiten müssen Bewohner den betroffenen Bereich für die gesamte Dauer der Arbeiten verlassen. Bei Spritzasbest oder schwach gebundenen Asbestprodukten gilt dies oft für das gesamte Gebäude. Die Dauer beträgt je nach Umfang 3–10 Tage. Mietrechtlich können Mieter in dieser Zeit Mietminderung geltend machen.
Gebäude, die vor 1993 errichtet oder saniert wurden, können asbesthaltige Materialien enthalten. Typische Verdachtsmaterialien in Münchner Altbauten sind Vinyl-Bodenbeläge und deren Klebstoffe, Rohrisolierungen im Keller, Fassadenplatten (Eternit), Nachtspeicherheizungen und ältere Dachpappen. Sicher feststellen lässt sich Asbest nur durch eine Laboranalyse – optische Beurteilung ist nicht möglich.
Das hängt von der Ursache ab. Schimmel infolge eines versicherten Leitungswasserschadens wird in der Regel von der Gebäudeversicherung übernommen. Schimmel durch bauliche Mängel, unzureichende Dämmung oder falsches Lüftungsverhalten ist dagegen meist nicht versichert. Lassen Sie die Ursache immer durch einen unabhängigen Sachverständigen dokumentieren, bevor Sie den Schaden bei der Versicherung melden.
Für eine mittlere Schadstoffsanierung – etwa 50 m² Asbestboden oder Schimmelbefall in 2–3 Räumen – sollten Sie in München rund 3 Wochen einplanen. Darin enthalten sind Gutachten, behördliche Anmeldefristen (mindestens 7 Werktage), die eigentlichen Sanierungsarbeiten und die abschließende Freimessung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden kann der Genehmigungsvorlauf die Gesamtdauer auf 6–10 Wochen verlängern.
Ja. Asbestarbeiten sind in Bayern beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt München mindestens 7 Werktage vor Beginn anzumelden. Bei umfangreicheren Maßnahmen, die in die Bausubstanz eingreifen, kann zusätzlich eine Baugenehmigung beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung erforderlich sein. Ihr Sanierungsbetrieb sollte diese Anmeldungen kennen und unterstützen – fragen Sie explizit danach.