A partially renovated room with exposed brick walls and construction materials on site.
Ratgeber

Wanddurchbruch in Frankfurt am Main: Kosten, Ablauf und worauf Sie achten müssen

1.500 € – 8.000 €
Typische Gesamtkosten
1 Wochen
Typische Projektdauer
4 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten eines Wanddurchbruchs in Frankfurt am Main

Ein Wanddurchbruch kostet in Frankfurt am Main je nach Wandtyp, Größe und Aufwand zwischen 1.500 und 8.000 Euro. Das Preisniveau liegt damit rund 15–20 % über dem Bundesdurchschnitt – bedingt durch hohe Lohnkosten, knappe Handwerkerkapazitäten und die allgemein hohe Baukostensituation in der Rhein-Main-Region. Wer in Sachsenhausen, Bornheim oder dem Westend eine Altbauwohnung umbaut, muss oft mit dem oberen Preisbereich rechnen, da dort häufig massive Ziegelwände aus der Gründerzeit oder Nachkriegszeit anzutreffen sind.

Die größten Kostentreiber sind: Wandmaterial (Beton vs. Ziegel vs. Kalksandstein), die Notwendigkeit eines Stahlträgers bei tragenden Wänden sowie der Aufwand für Statik, Genehmigung und Wiederherstellung der Oberflächen.

LeistungKosten (Frankfurt)Hinweis
Statisches Gutachten / Tragwerksplanung300–800 €Pflicht bei tragenden Wänden
Kernbohrung / Wandöffnung (nicht tragend)400–1.200 €Je nach Wandstärke und Material
Wandöffnung mit Stahlträger (tragend)1.500–4.500 €Inkl. Träger, Einbau, Abstützung
Verputzen, Spachteln, Anschlüsse300–900 €Abhängig von Öffnungsgröße
Malerarbeiten (Anstrich, Tapete)200–600 €Nur betroffene Flächen
Elektroarbeiten (Leitungen verlegen)150–500 €Falls Leitungen betroffen
Gesamt1.500–8.000 €Je nach Umfang und Wandtyp
💡
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Bright white interior room with exposed electrical wiring and natural light.
Foto: Thirdman / Pexels

Beteiligte Gewerke beim Wanddurchbruch

Ein Wanddurchbruch ist kein Ein-Mann-Job. Je nach Komplexität sind bis zu vier Gewerke beteiligt, die sinnvoll koordiniert werden müssen, um Leerläufe und Doppelkosten zu vermeiden.

1 Abbruch & Rückbau
Das Kerngewerk: Der Abbruchunternehmer oder Rohbauer öffnet die Wand, sichert den Bereich ab und entsorgt den Bauschutt fachgerecht. Bei tragenden Wänden erfolgt zuvor eine temporäre Abstützung der Deckenlast.
2 Rohbau
Der Rohbauer setzt den Stahlträger (Sturz) ein, mauert Leibungen, verfüllt Fugen und stellt die Tragfähigkeit wieder her. Ohne dieses Gewerk darf bei tragenden Wänden nicht gearbeitet werden.
3 Maler & Trockenbau
Nach dem Rohbau werden Putz, Spachtel und Anstrich ausgeführt. Der Maler schließt die Wandflächen rund um den Durchbruch ab und sorgt für ein sauberes Gesamtbild.
4 Elektro
Verlaufen Stromleitungen, Datenkabel oder Schalter in der betroffenen Wand, muss ein Elektriker diese vor dem Abbruch sichern, umlegen oder neu verlegen. Pfusch hier kann lebensgefährlich sein.
Interior view of a room under renovation with construction materials and a ladder.
Foto: Francesco Ungaro / Pexels

Ablauf: So läuft ein Wanddurchbruch in einer Woche ab

1
Bestandsaufnahme & Statik
Tag 1–2 (Vorlauf: 1–3 Wochen)
Ein Statiker prüft, ob die Wand tragend ist. Bei tragenden Wänden erstellt er einen Nachweis für die Genehmigung. Gleichzeitig prüft ein Elektriker die Leitungsführung mit Leitungssucher oder Wärmebildkamera.
2
Genehmigung einholen (falls nötig)
1–4 Wochen Vorlauf
In Frankfurt gilt die Hessische Bauordnung. Eingriffe in tragende Bauteile sind genehmigungspflichtig oder zumindest anzeigepflichtig. Bei Eigentumswohnungen ist zusätzlich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft erforderlich.
3
Vorbereitung & Absicherung
Tag 1 der Bauphase
Möbel und Böden werden geschützt, Staubschutzwände aufgestellt. Bei tragenden Wänden wird die Deckenlast mit Stahlstützen temporär abgefangen. Elektriker sichern betroffene Leitungen.
4
Wandöffnung & Trägereinbau
Tag 1–2
Die Wand wird geöffnet – bei Beton per Kernbohrung und Trennschleifen, bei Mauerwerk per Stemmhammer. Bei tragenden Wänden wird der Stahlträger (IPE- oder HEB-Profil) eingesetzt und eingemauert.
5
Rohbau-Abschluss & Elektro
Tag 2–3
Leibungen werden gemauert oder verputzt, Elektroleitungen werden neu verlegt und angeschlossen. Der Rohbauer dokumentiert den Einbau für die Bauakte.
6
Putz, Spachtel & Malerarbeiten
Tag 3–5
Putz muss trocknen (mind. 24–48 h), dann wird gespachtelt, grundiert und gestrichen oder tapeziert. Abschließend werden Sockelleisten und Übergänge sauber abgeschlossen.
Interior view of a home under renovation with exposed wooden beams and door.
Foto: Monica Silvestre / Pexels

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Tragende Wand nicht erkannt

Der häufigste und gefährlichste Fehler: Eine Wand wird als nicht tragend eingestuft, obwohl sie Lasten aus der Decke oder dem Dach ableitet. Besonders in Frankfurter Nachkriegsbauten aus den 1950er bis 1970er Jahren – etwa in Rödelheim, Praunheim oder Niederrad – sind Grundrisse oft nicht mehr vorhanden. Ohne Statiker zu arbeiten ist fahrlässig und kann zu Rissen, Setzungen oder im Extremfall zum Deckeneinsturz führen.

⚠️
Achtung Eigenleistung: Das eigenständige Öffnen tragender Wände ohne statischen Nachweis ist in Hessen ordnungswidrig und kann bei Verkauf oder Versicherungsfall erhebliche Probleme verursachen. Lassen Sie immer einen Statiker prüfen.

Fehler 2: Elektroleitungen nicht geortet

Stromkabel verlaufen in deutschen Altbauten oft nicht nach Norm – diagonal, horizontal, ohne klare Logik. Ein Leitungssucher kostet 20–50 Euro Miete und kann teure Kurzschlüsse oder Verletzungen verhindern. Bei Unsicherheit immer den Elektriker vorab beauftragen.

Fehler 3: Genehmigung vergessen

Nach der Hessischen Bauordnung (§ 63 HBO) sind Eingriffe in die Standsicherheit eines Gebäudes genehmigungspflichtig. Wer ohne Genehmigung arbeitet, riskiert Bußgelder und muss im schlimmsten Fall den Originalzustand wiederherstellen. Bei Eigentumswohnungen gilt zusätzlich: Ohne Beschluss der WEG-Versammlung ist der Durchbruch anfechtbar.

Fehler 4: Gewerke nicht koordiniert

Wenn Rohbauer und Elektriker nicht aufeinander abgestimmt sind, entstehen Wartezeiten und Mehrkosten. Plattformen wie byndl.de erstellen automatisch ein Leistungsverzeichnis und koordinieren die Gewerke-Reihenfolge – das spart Nerven und oft mehrere Hundert Euro.

Fehler 5: Trocknungszeiten ignoriert

Frischer Putz braucht mindestens 1 mm Stärke pro Tag Trocknungszeit. Wer zu früh streicht, riskiert Schimmel und Abplatzungen. Planen Sie mindestens 3–5 Tage Trocknungszeit ein, in der Frankfurter Winterfeuchte auch länger.

Wanddurchbruch (tragend / nicht tragend) – A partially renovated room with exposed brick walls and construction materials on site.
Foto: Francesco Ungaro / Pexels

Besonderheiten in Frankfurt am Main

Bausubstanz: Nachkriegsbauten dominieren

Frankfurt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Der Großteil der Wohnbebauung stammt aus den 1950er bis 1970er Jahren – Kalksandstein, Bims und frühe Betonkonstruktionen dominieren. Diese Materialien reagieren beim Abbruch anders als moderner Porenbeton: Kalksandstein ist hart und staubintensiv, Bims bricht unregelmäßig. Handwerker mit Erfahrung in Frankfurter Bestandsbauten sind klar im Vorteil.

Stadtteile mit besonderem Bedarf

Wanddurchbrüche sind besonders häufig in folgenden Frankfurter Stadtteilen:

Sachsenhausen und Bornheim: Gründerzeitliche Altbauten mit massiven Ziegelwänden, oft 38–51 cm stark. Hoher Aufwand, aber auch hoher Wertzuwachs durch offene Grundrisse.

Westend und Nordend: Gemischte Bausubstanz, viele Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern. WEG-Beschlüsse sind hier besonders relevant.

Rödelheim, Praunheim, Niederrad: Typische Nachkriegssiedlungen mit Kalksandstein-Tragwänden. Statische Prüfung ist hier besonders wichtig, da Grundrisse selten vorhanden sind.

Innenstadt / Bahnhofsviertel: Hochhausumfeld mit teils komplexen Tragwerken. Eingriffe in Wohnungen in Hochhäusern erfordern oft ein erweitertes statisches Gutachten.

Hessische Bauordnung

In Hessen gilt die HBO in der Fassung von 2018 (zuletzt geändert 2023). Eingriffe in tragende Bauteile fallen unter § 63 HBO als genehmigungspflichtige Baumaßnahmen. Die zuständige Behörde ist das Baurechtsamt der Stadt Frankfurt (Stadtplanungsamt, Abteilung Baugenehmigung). Bearbeitungszeiten betragen aktuell 4–8 Wochen – planen Sie das in Ihren Zeitplan ein.

Mainhochwasser und Feuchteproblematik

In hochwassergefährdeten Lagen – insbesondere in Sachsenhausen-Süd, Niederrad und Griesheim – können Kellerwände und erdberührende Bauteile feucht sein. Wer dort Wände öffnet, sollte auf Feuchtemessungen nicht verzichten. Nasse Wände erhöhen den Aufwand und können Schimmelprobleme nach sich ziehen.

Preisniveau im Vergleich

Frankfurter Handwerker verlangen für Wanddurchbrüche im Schnitt 15–20 % mehr als der Bundesdurchschnitt. Ein nicht tragender Durchbruch, der in Leipzig 800–1.200 Euro kostet, liegt in Frankfurt bei 1.000–1.500 Euro. Tragende Wände mit Trägereinbau kosten bundesweit 2.500–5.000 Euro, in Frankfurt 3.000–6.500 Euro. Wer mehrere Gewerke bündelt oder Nachbarschaftsprojekte koordiniert, kann diesen Aufpreis teilweise kompensieren.

💡
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Häufige Fragen zur Wanddurchbruch (tragend / nicht tragend) in Frankfurt am Main

Eine sichere Einschätzung ist nur durch einen Statiker möglich. Als erste Orientierung gilt: Wände, die senkrecht zu den Deckenbalken oder -platten verlaufen, sind oft tragend. In Frankfurter Nachkriegsbauten fehlen häufig Baupläne – hier ist ein Statiker unbedingt erforderlich.
Bei tragenden Wänden ja: Nach § 63 der Hessischen Bauordnung (HBO) ist der Eingriff in tragende Bauteile genehmigungspflichtig. Das Baurechtsamt Frankfurt bearbeitet solche Anträge aktuell in 4–8 Wochen. Nicht tragende Wände sind in der Regel genehmigungsfrei, bei Eigentumswohnungen aber WEG-beschlusspflichtig.
In Frankfurt liegen die Kosten rund 15–20 % über dem Bundesdurchschnitt. Ein nicht tragender Durchbruch kostet hier 1.000–2.500 Euro, ein tragender mit Stahlträger 3.000–6.500 Euro. Ursachen sind hohe Lohnkosten und knappe Handwerkerkapazitäten in der Rhein-Main-Region.
Die eigentliche Bauphase dauert 3–5 Arbeitstage. Hinzu kommen Vorlaufzeiten für Statik (1–2 Wochen) und ggf. Baugenehmigung (4–8 Wochen). Planen Sie insgesamt 6–10 Wochen von der ersten Planung bis zur fertig gestrichenen Wand ein.
Vorbereitende Arbeiten wie Möbel räumen oder Staubschutz aufbauen sind problemlos in Eigenleistung möglich. Das eigentliche Öffnen tragender Wände sollten Sie ausschließlich Fachbetrieben überlassen – fehlerhafte Ausführung kann die Standsicherheit des Gebäudes gefährden und ist versicherungsrechtlich problematisch.
Bevor die Wand geöffnet wird, muss ein Elektriker die Leitungen orten, spannungsfrei schalten und ggf. umlegen. Die Kosten dafür liegen bei 150–500 Euro. Auf keinen Fall sollten Sie ohne vorherige Prüfung in eine Wand schlagen – Stromschläge und Kurzschlüsse sind reale Risiken.