Elegant bathroom featuring marble wall, switch, and minimalist decor.
Ratgeber

Elektroinstallation erneuern: Kosten, Ablauf und worauf Sie achten müssen

8.000 € – 25.000 €
Typische Gesamtkosten
3 Wochen
Typische Projektdauer
2 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

Kostenlose Projektanalyse in 2 Minuten

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben – unsere KI erstellt sofort eine fachliche Einschätzung mit Gewerken, Ablauf und Zeitplan.

Jetzt Projekt analysieren
✓ Kostenlos✓ Keine Registrierung✓ Ergebnis in 2 Minuten

Was kostet eine neue Elektroinstallation?

Die Erneuerung der Elektroinstallation gehört zu den kostspieligsten, aber auch wichtigsten Sanierungsmaßnahmen im Bestand. In einem typischen Einfamilienhaus mit 120–150 m² Wohnfläche müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen 8.000 und 25.000 Euro rechnen. Die enorme Spanne erklärt sich durch den Zustand der Bestandsinstallation, die Anzahl der Stromkreise, die Ausstattungsqualität und den regionalen Lohnniveau.

Entscheidend ist: Elektroarbeiten sind Facharbeiten, die ausschließlich von zugelassenen Elektrofachbetrieben ausgeführt werden dürfen. Pfusch am Bau ist hier nicht nur teuer, sondern lebensgefährlich und führt zum Erlöschen des Versicherungsschutzes.

LeistungKosten (ca.)Hinweis
Bestandsaufnahme & Planung300–800 €Elektrofachbetrieb, Aufmaß und Schaltplanerstellung
Unterverteilung / Zählerschrank800–2.500 €Inkl. FI-Schutzschalter, Leitungsschutzschalter
Leitungen verlegen (Schlitze fräsen)2.500–8.000 €Abhängig von Wandmaterial und Leitungslänge
Steckdosen & Schalter1.500–4.000 €Standard bis Design-Serie, ca. 30–80 Punkte
Beleuchtungsanschlüsse500–1.500 €Je nach Anzahl der Leuchtenauslässe
Netzwerk / Datenleitungen500–2.000 €CAT7, WLAN-Access-Points, optional
Malerarbeiten (Schlitzschließung)1.500–4.000 €Spachteln, Grundieren, Streichen aller Wände
Abnahme & Prüfprotokoll200–600 €Pflicht nach VDE 0100, Übergabe an Netzbetreiber
Gesamt8.000–25.000 €Einfamilienhaus 120–150 m²
⚠️
Vorsicht bei Billigangeboten: Angebote deutlich unter 8.000 € für ein ganzes Haus sind ein Warnsignal. Entweder werden Leistungen weggelassen, nicht normgerechte Materialien verwendet oder es handelt sich um nicht zugelassene Betriebe. Das Risiko tragen Sie als Eigentümer.

Kostentreiber im Detail

Der größte Kostenfaktor ist die Leitungsverlegung. In Massivbauten mit Beton- oder Ziegelwänden müssen Kabelschlitze gefräst werden – das ist zeitaufwendig und staubintensiv. In Altbauten mit Holzbalkendecken kann die Leitungsführung unter Putz oder in Leerrohren günstiger sein. Hinzu kommt: Je mehr Stromkreise Sie einplanen (Küche, Bad, Waschmaschine, Wallbox für E-Auto), desto höher die Materialkosten für Kabel und Sicherungen.

elektroinstallation
Foto: Externe URL / Pexels

Beteiligte Gewerke

1 Elektrofachbetrieb
Kerngewerk der Maßnahme. Plant die Anlage nach VDE 0100, verlegt alle Leitungen, installiert Unterverteilung, Steckdosen, Schalter und Leuchtenauslässe. Erstellt das Prüfprotokoll und meldet die Anlage beim Netzbetreiber an. Nur zugelassene Betriebe dürfen diese Arbeiten ausführen.
2 Maler / Trockenbauer
Nach Abschluss der Elektroarbeiten müssen alle Kabelschlitze fachgerecht verschlossen, gespachtelt und gestrichen werden. In vielen Fällen sind alle Wände und Decken eines Raumes neu zu streichen, da Farbunterschiede nach der Schlitzreparatur sichtbar bleiben. Dieser Folgeaufwand wird häufig unterschätzt.
💡
Spartipp mit byndl: Auf der Plattform byndl.de werden ähnliche Sanierungsprojekte in Ihrer Region gebündelt. Handwerker sparen dadurch Anfahrtskosten und geben diese Ersparnis an Sie weiter. Zusätzlich erstellt byndl automatisch ein professionelles Leistungsverzeichnis – das schützt vor unvollständigen Angeboten und macht Preise wirklich vergleichbar.
Close-up of exposed electrical wiring in wall sockets ready for installation. Ideal for home improvement contexts.
Foto: La Miko / Pexels

Ablauf der Elektrosanierung

1
Bestandsaufnahme & Planung
1–3 Tage
Ein Elektrofachbetrieb begutachtet die vorhandene Anlage, prüft den Zählerschrank, dokumentiert den Ist-Zustand und erstellt einen Schaltplan für die neue Installation. Dabei werden Anzahl und Lage aller Stromkreise, Steckdosen, Schalter und Sonderanschlüsse (Herd, Wallbox, Wärmepumpe) festgelegt.
2
Vorbereitung & Schlitze fräsen
2–4 Tage
Die Räume werden entleert und abgedeckt. Anschließend werden Kabelschlitze in Wände und Decken gefräst. Dieser Schritt erzeugt erheblichen Staub und Lärm. Bewohner sollten das Gebäude während dieser Phase möglichst nicht nutzen. Leerrohre werden eingelegt, bevor die Kabel eingezogen werden.
3
Leitungen verlegen & Unterverteilung
3–5 Tage
Alle Kabel werden eingezogen, Unterputzdosen gesetzt. Der neue Zählerschrank bzw. die Unterverteilung wird montiert und verdrahtet. FI-Schutzschalter und Leitungsschutzschalter werden nach aktuellem VDE-Standard eingebaut. Für Küche, Bad und Außenbereich sind separate Stromkreise Pflicht.
4
Schlitze schließen & Rohbaufertigstellung
2–3 Tage
Der Elektriker schließt die Schlitze mit Mörtel oder Gips vor. Anschließend übernimmt der Maler: Spachteln, Schleifen, Grundieren. Erst wenn alle Schlitze vollständig ausgehärtet sind (mind. 1 Woche Trocknungszeit), kann der Endanstrich erfolgen.
5
Endmontage & Inbetriebnahme
1–2 Tage
Steckdosen, Schalter und Abdeckrahmen werden montiert. Leuchten werden angeschlossen. Der Elektriker führt eine vollständige Messung und Prüfung der Anlage durch und erstellt das Prüfprotokoll nach VDE 0100-600. Dieses Dokument ist für Versicherungen und beim Hausverkauf unverzichtbar.
6
Malerarbeiten Endanstrich
2–4 Tage
Nach vollständiger Trocknung der Schlitze werden alle betroffenen Wände und Decken gestrichen. Je nach Wunsch können auch angrenzende Flächen mitgestrichen werden, um ein einheitliches Bild zu erzielen. Gesamtdauer der Maßnahme: ca. 3 Wochen.
Close-up of an organized circuit breaker panel featuring color-coded electrical wiring.
Foto: ranjeet . / Pexels

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Zu wenige Stromkreise einplanen

Viele Eigentümer unterschätzen den zukünftigen Strombedarf. Wer heute eine Wärmepumpe, eine Wallbox für das E-Auto oder eine Photovoltaikanlage plant, muss diese Anschlüsse jetzt vorsehen. Nachträgliche Erweiterungen kosten ein Vielfaches. Planen Sie mindestens 20 % Reserve in der Unterverteilung ein.

Fehler 2: Malerarbeiten nicht einkalkulieren

Die Schlitzarbeiten hinterlassen in jedem Raum sichtbare Spuren. Wer nur die Elektrokosten budgetiert, erlebt eine böse Überraschung. Rechnen Sie pauschal 20–30 % der Elektrokosten für Malerarbeiten hinzu. Bei einer vollständigen Sanierung empfiehlt sich ohnehin ein Gesamtanstrich aller Räume.

Fehler 3: Kein schriftliches Leistungsverzeichnis

Mündliche Absprachen führen zu Streit. Bestehen Sie auf einem detaillierten Leistungsverzeichnis, das Anzahl der Steckdosen, Schalter, Stromkreise, Kabeltypen und Schalterprogramm genau benennt. Nur so sind Angebote verschiedener Betriebe wirklich vergleichbar.

⚠️
Achtung Eigenleistung: Elektroarbeiten dürfen in Deutschland ausschließlich von konzessionierten Elektrofachbetrieben ausgeführt und ans Netz angeschlossen werden. Eigenleistungen sind auf das Verlegen von Leerrohren vor dem Verputzen beschränkt – und auch das nur nach Absprache mit dem ausführenden Betrieb.

Fehler 4: Wohnungsnutzung während der Bauphase

Eine Elektrosanierung bedeutet: kein Strom, Staub in allen Räumen, offene Schlitze. Planen Sie eine Ausweichmöglichkeit für mindestens 1–2 Wochen ein. Wer während der Bauphase im Haus bleibt, verlangsamt die Arbeiten und setzt sich gesundheitlichen Risiken durch Feinstaub aus.

Fehler 5: Prüfprotokoll nicht einfordern

Nach Abschluss der Arbeiten ist der Elektrofachbetrieb verpflichtet, ein Prüfprotokoll nach VDE 0100-600 auszuhändigen. Dieses Dokument belegt die normgerechte Ausführung, ist Voraussetzung für den Versicherungsschutz und wird beim Immobilienverkauf von Käufern und Gutachtern verlangt. Bestehen Sie darauf.

Wann ist eine Erneuerung zwingend notwendig?

Elektroinstallationen haben eine technische Lebensdauer von 30–40 Jahren. Zwingender Handlungsbedarf besteht bei: Leitungen aus Aluminium (häufig in DDR-Bauten und Westbauten der 1960er/70er Jahre), fehlenden Schutzleitern (kein Erdungsanschluss), veralteten Schmelzsicherungen ohne FI-Schutzschalter, sichtbaren Beschädigungen an Leitungen oder Dosen sowie bei Erweiterung der Anlage um Wärmepumpe, Wallbox oder PV-Anlage. Im Zweifelsfall lassen Sie die Anlage von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen – das kostet 300–500 Euro und kann teure Fehler verhindern.

Bereit für Ihr Projekt?

In 2 Minuten wissen Sie, was Ihr Projekt kostet, welche Gewerke Sie brauchen und wie lange es dauert.

Jetzt Projekt analysieren
✓ Kostenlos✓ Keine Registrierung✓ Ergebnis in 2 Minuten

Häufige Fragen zur Elektroinstallation erneuern

Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 120–150 m² dauert die vollständige Erneuerung inklusive Malerarbeiten etwa 3 Wochen. Reine Elektroarbeiten sind nach 1,5–2 Wochen abgeschlossen, aber die anschließenden Spachtel- und Malerarbeiten sowie die notwendige Trocknungszeit verlängern die Gesamtdauer.
Ein vorübergehender Auszug ist dringend empfehlenswert, zumindest für die Phase der Schlitzarbeiten (ca. 1–2 Wochen). Die Staubentwicklung durch das Fräsen ist erheblich und gesundheitlich belastend. Zudem ist während der Arbeiten kein Strom verfügbar, was die Nutzung des Gebäudes stark einschränkt.
Die reine Elektroinstallation wird nicht direkt gefördert. Wenn die Maßnahme jedoch im Zusammenhang mit einer energetischen Sanierung (z. B. Einbau einer Wärmepumpe oder PV-Anlage) erfolgt, können Teilkosten über die KfW oder das BAFA förderfähig sein. Lassen Sie sich vor Beginn der Maßnahme von einem Energieberater beraten.
Nein. In Deutschland dürfen Elektroinstallationsarbeiten, die ans Stromnetz angeschlossen werden, ausschließlich von konzessionierten Elektrofachbetrieben ausgeführt werden. Eigenleistungen beschränken sich auf das Verlegen von Leerrohren vor dem Verputzen. Nicht normgerechte Installationen führen zum Erlöschen des Versicherungsschutzes und sind eine Brandgefahr.
Als Faustregel gilt: Wohnzimmer mindestens 8–10 Steckdosen, Schlafzimmer 6–8, Küche 8–12 (davon mehrere für Geräte mit eigenem Stromkreis), Bad 2–4 (feuchtraumgeeignet mit FI-Schutz). Planen Sie großzügig – nachträgliche Erweiterungen sind unverhältnismäßig teuer. Berücksichtigen Sie auch Anschlüsse für Netzwerk, TV und Smart-Home-Komponenten.
Das Prüfprotokoll nach VDE 0100-600 ist ein Pflichtdokument, das der Elektrofachbetrieb nach Abschluss der Arbeiten ausstellt. Es belegt die normgerechte Ausführung der Anlage, ist Voraussetzung für den Versicherungsschutz bei Brandschäden und wird beim Immobilienverkauf von Käufern und Sachverständigen verlangt. Bestehen Sie immer auf der Aushändigung dieses Dokuments.