Was kostet eine neue Elektroinstallation in Frankfurt am Main?
Die Erneuerung der Elektroinstallation gehört zu den kostspieligsten, aber auch wichtigsten Sanierungsmaßnahmen im Bestand. In Frankfurt am Main müssen Sie aufgrund des hohen Lohnniveaus und der Nachfrage nach qualifizierten Elektrikern mit Kosten zwischen 8.000 und 25.000 Euro rechnen – das liegt rund 15–20 % über dem Bundesdurchschnitt von 7.000–20.000 Euro.
Die Preisspanne ist groß, weil sie stark von der Wohnfläche, dem Zustand der Altinstallation, der Anzahl der Stromkreise und dem gewünschten Ausstattungsstandard abhängt. Eine 80-m²-Wohnung in einem Nachkriegsbau im Nordend liegt erfahrungsgemäß bei 10.000–14.000 Euro, ein Einfamilienhaus in Sachsenhausen oder Bornheim schnell bei 18.000–25.000 Euro.
| Leistung | Kosten (Frankfurt) | Hinweis |
|---|---|---|
| Bestandsaufnahme & Planung | 500–1.500 € | Elektrofachbetrieb oder Sachverständiger |
| Unterverteiler / Zählerschrank erneuern | 1.200–3.500 € | Pflicht bei veralteten Sicherungen |
| Leitungen neu verlegen (je m²) | 40–90 €/m² | Abhängig von Putztiefe und Wandmaterial |
| Steckdosen & Schalter (je Stück) | 80–180 € | Inkl. Material und Einbau |
| Potenzialausgleich & Erdung | 400–900 € | Vorschrift nach DIN VDE 0100 |
| Malerarbeiten nach Schlitzen | 1.500–4.500 € | Wände schließen, spachteln, streichen |
| Gesamt (80 m² Wohnung) | 8.000–25.000 € | Je nach Ausstattungsgrad |
Beteiligte Gewerke bei der Elektrosanierung
Eine Elektroinstallation ist kein Ein-Mann-Job. Neben dem Elektrofachbetrieb sind in der Regel Maler und Trockenbauer gefragt, um die Schlitze in Wänden und Decken fachgerecht zu schließen. In Frankfurter Altbauten mit Stuckelementen oder historischen Fliesen kommt oft noch ein Restaurator hinzu.
Ablauf einer Elektrosanierung: Schritt für Schritt
Eine vollständige Erneuerung der Elektroinstallation dauert in einer typischen Frankfurter Wohnung (70–100 m²) etwa 3 Wochen. Planen Sie zusätzlich 1–2 Wochen für Malerarbeiten ein. Während der Kernarbeiten ist die Wohnung in der Regel nicht bewohnbar.
Die 5 häufigsten Fehler bei der Elektrosanierung
1. Zu wenige Stromkreise einplanen
Moderne Haushalte benötigen deutlich mehr Stromkreise als noch vor 30 Jahren. Planen Sie separate Kreise für Küche, Bad, Waschmaschine, Trockner, Wallbox und Arbeitszimmer. Wer heute spart, zahlt morgen für Nacharbeiten.
2. Smart Home nicht vordenken
Auch wenn Sie heute kein Smart Home wollen: Leerrohre für spätere Bus-Systeme (KNX, Loxone) kosten beim Einbau kaum extra, nachträglich aber ein Vielfaches. Besonders in Frankfurter Neubauten und sanierten Lofts ist Smart Home stark nachgefragt.
3. Malerkosten vergessen
Viele Bauherren kalkulieren nur die Elektroarbeiten. Die Malerarbeiten zum Schließen der Schlitze können 20–30 % der Gesamtkosten ausmachen – unbedingt von Anfang an einplanen.
4. Keinen Prüfbericht anfordern
Nach Abschluss der Arbeiten muss der Elektrofachbetrieb ein Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600 ausstellen. Bestehen Sie darauf – es ist Ihr Nachweis gegenüber Versicherung, Käufer und Behörden.
5. Netzbetreiber vergessen
Änderungen am Zählerschrank oder Hausanschluss müssen dem Netzbetreiber gemeldet werden. In Frankfurt ist das die Netzdienste Rhein-Main GmbH. Wer das vergisst, riskiert Probleme bei der Abnahme.
Besonderheiten in Frankfurt am Main
Typische Bausubstanz und Stadtteile
Frankfurt am Main ist geprägt von einer heterogenen Bausubstanz: Während in Sachsenhausen, Bornheim und dem Nordend noch viele Gründerzeit- und Vorkriegsbauten stehen, dominieren in Rödelheim, Griesheim, Fechenheim und dem Ostend Nachkriegsbauten der 1950er bis 1970er Jahre. Genau diese Gebäude haben heute den größten Sanierungsbedarf bei der Elektrik: Aluminiumleitungen, fehlender Schutzleiter, keine FI-Schutzschalter und hoffnungslos überlastete Sicherungskästen sind typische Befunde.
In den Hochhausquartieren rund um das Europaviertel, in Niederrad und in Teilen von Sachsenhausen-Süd finden sich Gebäude mit Betondecken und zentralen Steigschächten – hier ist die Leitungsführung technisch anspruchsvoller und teurer als im klassischen Altbau.
Hessische Bauordnung und lokale Vorschriften
In Hessen gilt die Hessische Bauordnung. Für Elektroinstallationen in Wohngebäuden sind primär die DIN VDE-Normen maßgeblich, die bundesweit gelten. Besonderheit in Frankfurt: Bei denkmalgeschützten Gebäuden (z. B. in der Altstadt, im Nordend oder in Sachsenhausen) ist vor Beginn der Arbeiten eine Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt erforderlich, wenn Eingriffe in die Bausubstanz geplant sind. Das kann die Planung um mehrere Wochen verzögern.
Mainhochwasser und Feuchtigkeitsschutz
In hochwassergefährdeten Lagen entlang des Mains – insbesondere in Sachsenhausen, Niederrad und Teilen von Griesheim – sollten Unterverteiler und Zählerschränke nicht im Keller oder Erdgeschoss installiert werden, wenn das Gebäude im Überschwemmungsgebiet liegt. Planen Sie die Elektrik so, dass kritische Komponenten mindestens 30 cm über dem historischen Höchstwasserstand liegen. Sprechen Sie das mit Ihrem Elektriker explizit an.
Preisniveau im Vergleich
Frankfurt gehört zu den teuersten Standorten für Handwerkerleistungen in Deutschland. Elektrikerleistungen liegen im Schnitt 15–20 % über dem Bundesdurchschnitt. Ursachen sind hohe Lebenshaltungskosten, starke Nachfrage durch den Bauboom und Fachkräftemangel. Planen Sie Puffer ein und holen Sie Angebote frühzeitig ein – gute Elektrofachbetriebe in Frankfurt sind oft 4–8 Wochen im Voraus ausgebucht.