Anbau (Raumerweiterung) – Brick house under renovation with an extension in progress. Visible construction site materials and structure.
Ratgeber

Anbau (Raumerweiterung) in Frankfurt am Main: Kosten, Ablauf & Tipps 2026

50.000 € – 150.000 €
Typische Gesamtkosten
14 Wochen
Typische Projektdauer
10 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Kosten eines Anbaus in Frankfurt am Main

Ein Anbau ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um Wohnfläche zu gewinnen, ohne umzuziehen. In Frankfurt am Main bewegen sich die Gesamtkosten typischerweise zwischen 50.000 und 150.000 Euro – je nach Größe, Ausstattung und Lage des Grundstücks. Das Frankfurter Preisniveau liegt dabei rund 15–25 % über dem Bundesdurchschnitt, was vor allem auf höhere Handwerkerlöhne, teure Baustellenlogistik im urbanen Umfeld und gestiegene Materialpreise zurückzuführen ist.

Die Kosten pro Quadratmeter Nutzfläche liegen in Frankfurt je nach Ausbaustandard zwischen 1.800 und 3.500 Euro brutto. Ein 30 m² großer Anbau im Erdgeschoss kostet damit realistisch zwischen 54.000 und 105.000 Euro – ohne unvorhergesehene Mehrkosten, die bei Altbauten häufig anfallen.

LeistungKostenspanneHinweis
Planung & Genehmigung (Architekt)5.000 – 15.000 €Abhängig von Honorarzone und Komplexität
Rohbau (Fundament, Mauerwerk, Decke)15.000 – 45.000 €Frankfurter Bodenverhältnisse beachten
Zimmererarbeiten / Dachkonstruktion8.000 – 20.000 €Flachdach günstiger als Satteldach
Dachdeckung & Abdichtung4.000 – 12.000 €Inkl. Wärmedämmung nach GEG
Fenster & Außentüren3.000 – 10.000 €3-fach-Verglasung empfohlen
Elektroinstallation3.000 – 8.000 €Neue Unterverteilung oft nötig
Sanitär (falls Bad/Küche geplant)5.000 – 20.000 €Leitungsführung aus Bestandsgebäude
Estrich & Bodenbelag3.000 – 8.000 €Fußbodenheizung möglich
Trockenbau & Innenausbau4.000 – 10.000 €Wandanschlüsse zum Bestand
Malerarbeiten2.000 – 6.000 €Innen und ggf. Fassade
Gerüst1.500 – 4.000 €In Frankfurt oft Sondernutzungserlaubnis nötig
Gesamt (typisch)50.000 – 150.000 €Je nach Größe und Standard
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Puffer einplanen: Kalkulieren Sie grundsätzlich 10–15 % Kostenreserve ein. Bei Frankfurter Nachkriegsbauten treten beim Öffnen der Bestandswand häufig Überraschungen auf – von fehlender Dämmung bis zu nicht normgerechten Leitungen.
Spacious sunroom with modern interior and large glass windows revealing a scenic garden view.
Foto: Get Lost Mike / Pexels

Beteiligte Gewerke beim Anbau

Ein Anbau ist ein Zusammenspiel von bis zu zehn verschiedenen Gewerken. Die Koordination ist entscheidend – Verzögerungen bei einem Gewerk blockieren alle nachfolgenden.

1 Rohbau
Fundament, Bodenplatte, Außenwände und Decke bilden das Herzstück. In Frankfurt sind je nach Stadtteil Gründungsarbeiten bis 1,5 m Tiefe nötig.
2 Zimmerer
Dachstuhl oder Flachdachkonstruktion aus Holz. Zimmerer arbeiten eng mit dem Dachdecker zusammen – idealerweise vom selben Betrieb.
3 Dachdecker
Abdichtung, Dämmung und Eindeckung. Flachdächer benötigen eine zuverlässige Entwässerung – in Frankfurt bei Starkregen besonders relevant.
4 Elektriker
Neue Leitungen, Unterverteilung, Steckdosen, Beleuchtung. Bei Anbauten mit Küche oder Büro oft erhöhter Absicherungsbedarf.
5 Sanitär
Wasserzu- und -abführung, Heizungsanbindung. Leitungsführung durch die Bestandswand muss sorgfältig geplant werden.
6 Fensterbauer
Einbau von Fenstern und Außentüren. Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) muss GEG-Anforderungen erfüllen.
7 Estrichleger
Schwimmender Estrich mit Dämmung. Trocknungszeiten (4–6 Wochen bei Nassestrich) müssen im Zeitplan berücksichtigt werden.
8 Trockenbauer
Innenwände, Deckenverkleidungen, Anschlüsse zum Bestand. Schafft die Grundlage für Maler und Bodenleger.
9 Maler
Innenanstrich, ggf. Fassadengestaltung. Wichtig: Farbgebung muss ggf. mit Denkmalschutz oder Gestaltungssatzung abgestimmt werden.
10 Gerüstbauer
Standsicheres Gerüst für Dach- und Fassadenarbeiten. In Frankfurt oft Sondernutzungserlaubnis für öffentliche Flächen erforderlich.
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Anbau (Raumerweiterung) – A suburban house undergoing major renovations with scaffolding and building materials.
Foto: Brett Jordan / Pexels

Ablauf eines Anbaus: 14 Wochen von der Planung bis zum Einzug

1
Bestandsaufnahme & Planung
Woche 1–2
Architekt oder Bauingenieur prüft Bestandsgebäude, Grundstücksgrenzen und Bebauungsplan. Erste Entwürfe entstehen. In Frankfurt: Prüfung der Abstandsflächen nach HBO (Hessische Bauordnung) und des gültigen B-Plans.
2
Baugenehmigung beantragen
Woche 2–6 (parallel)
Einreichung der Bauunterlagen beim Stadtplanungsamt Frankfurt. Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen. Tipp: Vollständige Unterlagen beim ersten Einreichen vermeiden Nachforderungen und Verzögerungen.
3
Handwerker beauftragen & Zeitplan festlegen
Woche 3–5
Angebote einholen, vergleichen und Gewerke koordinieren. Mindestens 3 Vergleichsangebote pro Gewerk sind empfehlenswert. Gewerkeübergreifender Terminplan erstellen.
4
Rohbau
Woche 6–9
Erdarbeiten, Fundament, Bodenplatte, Mauerwerk und Decke. Öffnung der Bestandswand für den Durchbruch. Rohbauabnahme durch Statiker oder Bauleiter.
5
Dach, Fenster & Rohinstallationen
Woche 9–11
Zimmerer und Dachdecker schließen den Rohbau wettersicher ab. Parallel: Elektriker und Sanitär verlegen Leitungen (Rohinstallation). Fenster werden eingebaut.
6
Estrich & Trockenzeit
Woche 11–12
Estrich wird eingebracht. Nassestrich benötigt 4–6 Wochen Trocknungszeit – bei Schnellestrich oder Trockenestrich verkürzt sich dies auf 1–2 Tage. Wichtig für den Gesamtzeitplan.
7
Innenausbau & Fertigstellung
Woche 12–14
Trockenbau, Malerarbeiten, Bodenbeläge, Sanitärfertigstellung und Elektrofertiginstallation. Abschlussreinigung und Abnahme aller Gewerke.
Anbau (Raumerweiterung) – A construction site showcasing home renovation with scaffolding and tools.
Foto: Brett Jordan / Pexels

Häufige Fehler beim Anbau – und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Ohne Baugenehmigung beginnen

In Frankfurt am Main ist ein Anbau in aller Regel genehmigungspflichtig. Wer ohne Genehmigung baut, riskiert eine Nutzungsuntersagung, Rückbauanordnung und empfindliche Bußgelder. Auch vermeintlich kleine Anbauten unter 30 m² sind in Hessen nicht automatisch verfahrensfrei – das hängt vom Einzelfall und dem gültigen Bebauungsplan ab.

Fehler 2: Statik unterschätzen

Der Wanddurchbruch zum Bestandsgebäude ist statisch kritisch. Ohne Statiker-Gutachten und korrekte Unterfangung kann es zu Rissbildung oder schlimmstenfalls zu strukturellen Schäden kommen. Beauftragen Sie immer einen zugelassenen Tragwerksplaner.

Fehler 3: GEG-Anforderungen ignorieren

Das Gebäudeenergiegesetz gilt auch für Anbauten. Wände, Dach und Fenster müssen definierte U-Werte einhalten. Ein Energieberater kann frühzeitig klären, welche Dämmstärken nötig sind – und ob ein KfW-Kredit in Frage kommt.

Fehler 4: Zu wenig Puffer im Budget

Erfahrungsgemäß übersteigen die tatsächlichen Kosten das ursprüngliche Budget bei Anbauten um 10–20 %. Planen Sie diesen Puffer von Anfang an ein, statt am Ende Gewerke wegzulassen.

⚠️
Pauschalpreisfalle: Vorsicht bei sehr günstigen Pauschalangeboten ohne detailliertes Leistungsverzeichnis. Fehlende Positionen werden später als Nachtragsarbeiten teuer abgerechnet. Bestehen Sie auf einem vollständigen Leistungsverzeichnis – byndl erstellt dieses automatisch für Sie.
A construction area featuring renovation work in progress with large windows bringing in natural light.
Foto: Brett Jordan / Pexels

Besonderheiten in Frankfurt am Main

Stadtteile mit besonders hohem Bedarf an Raumerweiterungen

In Frankfurt sind es vor allem die gewachsenen Wohnviertel, in denen Hausbesitzer mit Anbauten Wohnfläche gewinnen wollen: Sachsenhausen, Bornheim, Bockenheim, Rödelheim und Niederrad sind geprägt von Einfamilienhäusern und Reihenhäusern der Nachkriegszeit, bei denen die Grundrisse oft nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Auch in Ginnheim, Praunheim und Heddernheim finden sich viele Siedlungshäuser aus den 1950er bis 1970er Jahren, die durch Anbauten sinnvoll erweitert werden können.

Hessische Bauordnung und Frankfurter Bebauungspläne

In Hessen gilt die Hessische Bauordnung in der aktuellen Fassung. Für Anbauten relevant sind insbesondere die Abstandsflächenregelungen (§ 6 HBO): Der Anbau muss in der Regel einen Mindestabstand von 3 Metern zur Grundstücksgrenze einhalten. In dicht bebauten Frankfurter Stadtteilen ist dieser Spielraum oft gering. Zusätzlich legen die örtlichen Bebauungspläne Baugrenzen, Grundflächenzahlen und Geschossflächenzahlen fest – diese müssen vor der Planung geprüft werden.

Das Stadtplanungsamt Frankfurt bearbeitet Bauanträge derzeit mit Wartezeiten von 6–12 Wochen. Eine vollständige Einreichung beim ersten Anlauf ist daher besonders wichtig, um keine zusätzliche Zeit zu verlieren.

Bodenverhältnisse und Gründung

Frankfurt liegt im Rhein-Main-Tiefland. In Mainufernähe – etwa in Sachsenhausen oder Niederrad – können bindige, setzungsempfindliche Böden auftreten. Auch der Grundwasserspiegel ist in diesen Bereichen höher, was die Gründung verteuert. Ein Bodengutachten (Baugrunduntersuchung) ist bei Anbauten in diesen Lagen dringend empfohlen und kostet zwischen 800 und 2.500 Euro – Geld, das sich auszahlt, wenn dadurch teure Überraschungen beim Aushub vermieden werden.

Mainhochwasser und Überflutungsrisiko

Grundstücke in Überschwemmungsgebieten des Mains unterliegen besonderen Auflagen. In den Hochwasserschutzzonen HQ100 sind Anbauten nur unter strengen Auflagen genehmigungsfähig. Prüfen Sie vorab im Geoportal der Stadt Frankfurt, ob Ihr Grundstück betroffen ist. Kellergründungen in diesen Bereichen erfordern eine wasserdichte Ausführung (Weiße Wanne).

Hochhausumfeld und Windlasten

In Stadtteilen nahe dem Bankenviertel oder anderen Hochhausbereichen können erhöhte Windlasten auftreten, die bei der Statik des Anbaus berücksichtigt werden müssen. Ihr Tragwerksplaner sollte die Windlastzone und ggf. lokale Verwirbelungseffekte in die Berechnung einbeziehen.

Preisniveau im Vergleich

Frankfurter Handwerker rechnen im Schnitt 15–25 % höher als der Bundesdurchschnitt. Hinzu kommen Parkgebühren und Logistikkosten für Materiallieferungen in dicht bebaute Stadtteile. Wer mehrere Gewerke über eine Plattform wie byndl koordiniert und Aufträge mit Nachbarprojekten bündelt, kann einen Teil dieses Aufschlags kompensieren.

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Frankfurter Fördermöglichkeiten nutzen: Neben KfW-Programmen bietet die Stadt Frankfurt über die Wohnraumförderung Hessen (WIBank) zinsgünstige Darlehen für energetisch hochwertige Anbauten an. Sprechen Sie Ihren Energieberater auf den Fördermittelcheck an – bei einem Investitionsvolumen von 100.000 Euro können Zuschüsse von 5.000–15.000 Euro realistisch sein.

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Häufige Fragen zur Anbau (Raumerweiterung) in Frankfurt am Main

In den meisten Fällen ja. Nach der Hessischen Bauordnung (HBO) sind Anbauten in Frankfurt grundsätzlich genehmigungspflichtig. Ob eine Verfahrensfreiheit nach § 63 HBO greift, hängt vom Einzelfall, der Größe des Anbaus und dem gültigen Bebauungsplan ab. Lassen Sie dies vorab vom Architekten oder direkt beim Stadtplanungsamt klären – ein Bau ohne Genehmigung kann zum Rückbau auf eigene Kosten führen.
Von der ersten Planung bis zur Fertigstellung sollten Sie 14–20 Wochen einplanen. Die Baugenehmigung allein dauert in Frankfurt derzeit 6–12 Wochen. Die eigentliche Bauzeit beträgt je nach Größe und Ausstattung 8–12 Wochen. Puffer für Lieferengpässe und Trocknungszeiten sind im Zeitplan unbedingt vorzusehen.
Je nach Ausbaustandard liegen die Kosten zwischen 1.800 und 3.500 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche (brutto, inkl. aller Gewerke und Planung). Das Frankfurter Preisniveau liegt damit 15–25 % über dem Bundesdurchschnitt. Ein 30 m² großer Anbau kostet damit realistisch zwischen 54.000 und 105.000 Euro.
Nach § 6 HBO muss der Anbau in der Regel mindestens 3 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten. In dicht bebauten Frankfurter Stadtteilen ist dieser Spielraum oft begrenzt. Ausnahmen sind möglich, wenn der Nachbar zustimmt oder der Bebauungsplan besondere Regelungen enthält. Ihr Architekt prüft dies im Rahmen der Vorplanung.
Ja. Wenn der Anbau energetisch hochwertig ausgeführt wird, kommen KfW-Programme (z. B. KfW 261 für Effizienzhaus-Standard) sowie Darlehen der WIBank Hessen in Frage. Auch die BAFA fördert den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Heizungsanbindung. Ein Energieberater kann den optimalen Förderweg für Ihr Projekt ermitteln.
Ja, das GEG gilt auch für Anbauten. Außenwände, Dach und Fenster des neuen Gebäudeteils müssen definierte Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) einhalten. Bei einer Nutzfläche über 50 m² gelten verschärfte Anforderungen. Ein Energieberater oder Ihr Architekt kann die GEG-Konformität bereits in der Planungsphase sicherstellen.