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Ratgeber

Heizungstausch in Deutschland: Wärmepumpe, Brennwert oder Pelletheizung – Kosten, Förderung & Ablauf 2026

€
27.000 € – 45.000 €
Typische Gesamtkosten
Wärmepumpe EFH ca. 140 m², vor Förderung · inkl. MwSt.
⏱
2 Wochen
Typische Projektdauer
⚒
2 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Im Kurzvideo: Von der Ölheizung zur Wärmepumpe: Was kostet jeder Schritt? Vom Ausgangszustand bis zum fertigen Ergebnis – zu jedem Schritt die Richtwerte aus diesem Ratgeber (0:50 Min.). KI-Visualisierung: Die Bilder sind KI-generiert und zeigen kein echtes Projekt. Die Sprecherstimme ist KI-generiert.

Was kostet ein Heizungstausch? Kosten im Überblick 2026

Der Heizungstausch gehört zu den größten Investitionen im Eigenheim – und gleichzeitig zu den sinnvollsten, wenn man langfristig Energiekosten senken und den Wert der Immobilie erhalten möchte. Die Gesamtkosten hängen stark vom gewählten Heizsystem, der Gebäudegröße und dem baulichen Aufwand ab. Als grobe Orientierung für ein Einfamilienhaus mit rund 140 m² im Bestand gilt (inkl. MwSt., vor Abzug staatlicher Förderung): Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett typischerweise 27.000 bis 45.000 Euro, eine Erdwärme-Wärmepumpe 30.000 bis 50.000 Euro, eine Gas-Brennwertheizung 9.000 bis 16.000 Euro.

LeistungKosten (brutto)Hinweis
Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Einbau20.000–35.000 €Gerät und Montage, ohne Speicher, Elektro und Abgleich; ohne Fußbodenheizung; Außengerät erforderlich
oder Erdwärme-Wärmepumpe inkl. Bohrung30.000–50.000 €Komplett; Bohrkosten ca. 9.000–20.000 € je nach Tiefe
oder Gas-Brennwerttherme inkl. Einbau9.000–16.000 €Nur noch eingeschränkt förderfähig (Hybridlösung)
oder Pelletheizung inkl. Einbau & Lager20.000–35.000 €Lagerraum ca. 5–10 m² erforderlich
Hydraulischer Abgleich500–2.000 €Pflicht bei Förderung, verbessert Effizienz
Warmwasserspeicher / Pufferspeicher1.500–4.500 €Je nach System und Größe
Elektroarbeiten (Wärmepumpe)1.500–5.000 €Eigener Stromkreis; neuer Zählerschrank ggf. zusätzlich 1.500–4.000 €
Gesamtkosten Luft-Wasser-Wärmepumpe (typisch)27.000–45.000 €EFH ca. 140 m², komplett vor Förderabzug; KfW-Zuschuss bis 70% (bei niedrigem Einkommen 80%) von höchstens 28.000 € förderfähigen Kosten

Die Gesamtspanne ist ein Erfahrungswert für das ganze Vorhaben und wird nicht aus den Einzelzeilen addiert: Selten erreichen alle Positionen gleichzeitig ihren Höchst- oder Tiefstwert.

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Förderung 2026: Bis zu 70% Zuschuss möglich

Die KfW fördert den Heizungstausch über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG, Heizungsförderung 458). Seit dem 21.07.2026 gilt: Der Basissatz beträgt 30% der förderfähigen Kosten. Hinzu kommen ein Klima-Geschwindigkeitsbonus von 16% für den frühzeitigen Austausch einer funktionierenden Öl- oder Gasheizung (ab 01.02.2027 sinkend) sowie ein gestaffelter Einkommensbonus von 40, 30 oder 10% (zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 €, mit Kindern höhere Grenzen). Insgesamt sind höchstens 70% möglich, bei einem Einkommen bis 30.000 € 80%. Förderfähig sind beim Einfamilienhaus höchstens 28.000 Euro – das ergibt eine maximale Förderung von 19.600 Euro (bei 80% 22.400 Euro). Wichtig: Zuerst schließen Sie einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit Fördervorbehalt (aufschiebende oder auflösende Bedingung) ab, dann stellen Sie selbst den Antrag im KfW-Portal – vor Baubeginn. Förderprogramme und Sätze ändern sich; aktuelle Konditionen bei der KfW prüfen.

⚠️
Achtung Gasheizung: Reine Gas-Brennwertthermen sind seit 2024 nicht mehr über die BEG förderfähig – außer als Hybridlösung in Kombination mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie. Planen Sie langfristig und prüfen Sie, ob ein Umstieg auf erneuerbare Energien wirtschaftlich sinnvoll ist.
Innovative heat pump system by alpha innotec installed outside a contemporary building.
Foto: alpha innotec / Pexels

Beteiligte Gewerke beim Heizungstausch

Ein Heizungstausch ist kein reines Installateurprojekt. Je nach Heizsystem sind mehrere Fachbetriebe koordiniert einzubinden. Hier die wichtigsten Gewerke im Überblick:

1 Heizungsbauer / SHK-Betrieb
Das Kerngewerk: Demontage der Altanlage, Installation des neuen Heizsystems, Anschluss an Heizkreise, Warmwasserversorgung und Abgasanlage. Führt auch den hydraulischen Abgleich durch – Pflichtleistung bei KfW-Förderung.
2 Elektrofachbetrieb
Bei Wärmepumpen zwingend erforderlich: eigener Stromkreis, ggf. Erweiterung des Zählerkastens, Smart-Meter-Gateway, Steuerung und Wärmemengenzähler. Ohne Elektrofachmann keine Inbetriebnahme der Wärmepumpe.
3 Schornsteinfeger
Abnahme der Abgasanlage bei Brennwert- und Pelletheizungen. Prüft Schornstein auf Eignung, stellt Abnahmebescheinigung aus – Voraussetzung für Inbetriebnahme und Förderantrag.
4 Energieberater
Für die KfW-Heizungsförderung ist ein Energieeffizienz-Experte nicht Pflicht: Die Bestätigung zum Antrag kann auch der Fachbetrieb ausstellen, den Antrag stellen Sie selbst. Ein Energieberater hilft vor allem bei der Systemwahl. Kosten: 500–1.500 €, selbst zu 50% förderfähig.
5 Tiefbauer / Bohrunternehmen
Nur bei Erdwärme-Wärmepumpen: Erdbohrung oder Verlegung von Flächenkollektoren. Genehmigungspflichtig beim zuständigen Landratsamt. Planung und Ausführung durch zertifizierten Fachbetrieb.
A man in a yellow jacket working on a computer
Foto: Marc Zeman / Pexels
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Ablauf eines Heizungstauschs: Schritt für Schritt

Von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme vergehen in der Regel 4–12 Wochen – abhängig von Wartezeiten bei Handwerkern und Behörden. Die eigentliche Bauzeit beträgt typischerweise 1–2 Wochen.

1
Bestandsaufnahme & Systemwahl
1–2 Wochen
Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Prüfung der Gebäudehülle, Beratung durch Energieberater. Entscheidung für Wärmepumpe, Pellet oder Brennwert auf Basis von Gebäudetyp, Heizflächen und Budget.
2
Angebote einholen & Förderantrag stellen
1–3 Wochen
Mindestens 3 Vergleichsangebote einholen. Liefer- oder Leistungsvertrag mit Fördervorbehalt (aufschiebende oder auflösende Bedingung) unterschreiben, danach stellen Sie selbst den Antrag im KfW-Portal (Heizungsförderung 458) – zwingend vor Baubeginn. Die Bestätigung zum Antrag stellt der Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte aus.
3
Genehmigungen & Vorbereitung
1–4 Wochen
Bei Erdwärme: Bohrerlaubnis beim Landratsamt beantragen. Schornsteinfeger über geplante Änderungen informieren. Lieferzeiten für Geräte klären (Wärmepumpen: teils 8–16 Wochen Lieferzeit).
4
Demontage der Altanlage
1–2 Tage
Heizungsbauer entleert das Heizsystem, demontiert Kessel, Brenner und ggf. Öltank. Demontage und Entsorgung nach Abfallrecht – Kosten ca. 500–1.500 €. Öltankreinigung und -entsorgung separat kalkulieren (ca. 500–2.500 €, Erdtank ca. 1.800–4.000 €).
5
Installation des neuen Heizsystems
3–7 Tage
Montage von Wärmeerzeuger, Pufferspeicher, Warmwasserbereiter und Regelungstechnik. Parallel: Elektroarbeiten für Wärmepumpe. Bei Pelletheizung: Einbau Fördersystem und Lagerraum-Umbau.
6
Hydraulischer Abgleich & Inbetriebnahme
1–2 Tage
Heizungsbauer führt hydraulischen Abgleich durch, stellt Heizkurven ein, befüllt und entlüftet das System. Schornsteinfeger nimmt Abgasanlage ab. Einweisung des Eigentümers in Bedienung und Wartung.
7
Fördernachweis & Abrechnung
2–4 Wochen nach Abschluss
Nach Abschluss reichen Sie die Nachweise im KfW-Portal ein; danach zahlt die KfW den Zuschuss auf Ihr Konto aus. Fristen und Nachweise ändern sich; aktuelle Konditionen bei der KfW prüfen.
Heizungstausch (Wärmepumpe, Brennwert, Pellet) – Close-up of hands adjusting a boiler system with precise instrumentation, showing maintenance work.
Foto: Heiko Ruth / Pexels
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Typische Fehler beim Heizungstausch – und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Förderantrag zu spät stellen

Der häufigste und teuerste Fehler: Ein Vertrag ohne Fördervorbehalt wird unterschrieben oder die Arbeiten beginnen, bevor der Antrag bei der KfW gestellt ist. Dann droht der Verlust der gesamten Förderung. Die richtige Reihenfolge: zuerst den Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung unterschreiben, dann selbst im KfW-Portal beantragen – vor Baubeginn. Eine bloße Absichtserklärung reicht nicht.

Fehler 2: Falsche Systemwahl ohne Heizlastberechnung

Eine Wärmepumpe, die zu groß dimensioniert ist, taktet häufig und arbeitet ineffizient. Eine zu kleine Anlage schafft die Heizlast nicht. Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist keine optionale Leistung, sondern Grundlage jeder seriösen Planung. Lassen Sie sich diese Berechnung schriftlich vorlegen.

Fehler 3: Heizkörper nicht prüfen

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen (35–45°C). Alte Heizkörper sind oft für 70–90°C ausgelegt und zu klein für den Niedertemperaturbetrieb. Vor dem Einbau einer Wärmepumpe sollte ein Fachmann prüfen, ob die vorhandenen Heizkörper ausreichen oder getauscht werden müssen – sonst drohen hohe Folgekosten.

Fehler 4: Nur ein Angebot einholen

Preisunterschiede von 20–40% zwischen Handwerksbetrieben sind beim Heizungstausch keine Seltenheit. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie diese anhand eines einheitlichen Leistungsverzeichnisses. Plattformen wie byndl.de helfen dabei, standardisierte Leistungsverzeichnisse zu erstellen und mehrere Betriebe gleichzeitig anzufragen – das spart Zeit und schafft Transparenz.

Fehler 5: Wartungsvertrag vergessen

Wärmepumpen, Pelletheizungen und Brennwertthermen benötigen regelmäßige Wartung – teils als Voraussetzung für die Herstellergarantie. Jährliche Wartungskosten: 150–550 Euro je nach System. Schließen Sie direkt bei Inbetriebnahme einen Wartungsvertrag ab und klären Sie, was im Garantiefall gilt.

💡
Welches System passt zu Ihrem Haus? Als Faustregel gilt: Gut gedämmte Neubauten und Häuser mit Fußbodenheizung sind ideal für Wärmepumpen. Ältere Bestandsbauten mit schlechter Dämmung und großen Heizkörpern eignen sich eher für Pelletheizungen oder Hybridlösungen. Lassen Sie sich von einem unabhängigen Energieberater beraten – die Kosten sind förderfähig.

Wärmepumpe, Pellet oder Brennwert: Ein direkter Vergleich

Die Wahl des richtigen Heizsystems ist individuell und hängt von Gebäudetyp, Platzverhältnissen, Energiepreisen und persönlichen Präferenzen ab. Die folgende Übersicht hilft bei der Orientierung:

KriteriumWärmepumpePelletheizungGas-Brennwert
Investitionskosten27.000–50.000 €20.000–35.000 €9.000–16.000 €
Förderung (BEG 2026)Bis 70% (80% bei niedrigem Einkommen)Bis 70% (80% bei niedrigem Einkommen)Nur Hybrid
Laufende KostenNiedrig (Strom)Mittel (Pellets)Mittel–hoch (Gas)
CO₂-BilanzSehr gutGut (CO₂-neutral)Mittel
PlatzbedarfGeringHoch (Lager)Gering
ZukunftssicherheitSehr hochHochEingeschränkt

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Häufige Fragen: Heizungstausch (Wärmepumpe, Brennwert, Pellet)

Wärmepumpen und Pelletheizungen werden 2026 am stärksten über die BEG gefördert – mit bis zu 70% Zuschuss (bei niedrigem Einkommen 80%) auf förderfähige Kosten von höchstens 28.000 Euro beim Einfamilienhaus. Gas-Brennwertthermen sind nur noch als Hybridlösung in Kombination mit erneuerbaren Energien förderfähig. Den höchsten Fördersatz (80%) erhalten Haushalte mit bis zu 30.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen, die zusätzlich eine funktionierende Öl- oder Gasheizung ersetzen.
Ja, der Antrag muss vor Baubeginn gestellt sein. Die Reihenfolge bei der KfW: Zuerst unterschreiben Sie einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit Fördervorbehalt (aufschiebende oder auflösende Bedingung), danach stellen Sie den Antrag selbst im KfW-Portal. Die nötige Bestätigung zum Antrag stellt der Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte aus. Wer ohne Antrag beginnt, riskiert den gesamten Förderanspruch.
Die eigentliche Bauzeit beträgt in der Regel 1–2 Wochen. Inklusive Planung, Förderantrag, Lieferzeiten und Genehmigungen (z.B. Bohrerlaubnis bei Erdwärme) sollten Sie 2–4 Monate Vorlaufzeit einplanen. Wärmepumpen haben derzeit teils Lieferzeiten von 8–16 Wochen, weshalb eine frühzeitige Planung besonders wichtig ist.
Ja, aber mit Einschränkungen. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Wärmepumpen arbeiten effizient bei 35–45°C. Wenn der Altbau gut gedämmt ist und ausreichend große Heizkörper oder eine Fußbodenheizung hat, ist eine Wärmepumpe auch im Bestand wirtschaftlich. In schlecht gedämmten Häusern mit kleinen Heizkörpern empfiehlt sich zunächst eine Dämmmaßnahme oder alternativ eine Pelletheizung.
Die Wartungskosten variieren je nach System: Wärmepumpen kosten ca. 150–400 Euro pro Jahr, Pelletheizungen 300–550 Euro (inkl. Reinigung des Brenners und Aschebehälters sowie Schornsteinfeger), Gas-Brennwertthermen 150–300 Euro. Viele Hersteller knüpfen ihre Garantieleistungen an regelmäßige Wartungen durch Fachbetriebe – ein Wartungsvertrag lohnt sich daher in jedem Fall.
Ja, alternativ zum KfW-Zuschuss können Sie die Kosten für energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzen – über § 35c EStG mit 20% der Kosten über 3 Jahre (max. 40.000 Euro Steuerersparnis). Sie können jedoch nicht beides kombinieren: Entweder KfW-Zuschuss oder Steuerbonus nach § 35c. In den meisten Fällen ist der KfW-Zuschuss vorteilhafter, besonders bei hohen Fördersätzen.