Außenanlagen & GaLaBau – A worker in protective gear lays paving stones on a wet day.
Ratgeber

Außenanlagen & GaLaBau ausschreiben: Das gehört ins Leistungsverzeichnis 2026

5.000 € – 40.000 €
Typische Gesamtkosten
3 Wochen
Typische Projektdauer
1 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Wann dieses Gewerk gebraucht wird und was es umfasst

Außenanlagen und GaLaBau (Garten- und Landschaftsbau) werden immer dann ausgeschrieben, wenn nach Rohbau, Fassade und Dach die Fläche rund ums Gebäude gestaltet werden soll: Terrasse, Zufahrt, Wege, Rasen, Bepflanzung, Mauern, Zäune und die dazugehörige Oberflächenentwässerung. Das Gewerk schließt in der Bauabfolge an, sobald die Gebäudehülle wetterdicht ist und die Erdverlegung von Leitungen (Strom, Wasser, Abwasser) abgeschlossen ist.

Der Umfang hängt stark von der Nutzung der einzelnen Flächen ab: Eine Terrasse hat andere Anforderungen an Unterbau und Belag als eine PKW-befahrbare Einfahrt oder ein reiner Gehweg. Wer das nicht unterscheidet und pauschal ausschreibt, bekommt entweder ein zu teures oder ein technisch unzureichendes Angebot – letzteres rächt sich spätestens beim ersten Frost oder wenn die Einfahrt unter Fahrzeuglast absackt.

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Häufigster Fehler: Terrasse und Einfahrt werden mit demselben Unterbau kalkuliert. Eine Einfahrt braucht eine tragfähige Schottertragschicht nach Lastklasse, eine Terrasse nicht – wird das im LV nicht getrennt, kalkuliert der Bieter im Zweifel zu knapp und stellt später nach.
Außenanlagen & GaLaBau – A skilled carpenter working with wooden planks outdoors in Hồ Chí Minh City.
Foto: CÔNG TY CP THI CÔNG MỘC PHÁT / Pexels

Was ins Leistungsverzeichnis gehört

Ein belastbares LV für Außenanlagen bildet jede Fläche, jeden Wand- oder Zaunabschnitt und jedes Entwässerungselement als eigene Position ab – nicht als Sammelposten. Bei einer durchschnittlichen Hausumgebung entstehen so schnell 35 bis 60 Einzelpositionen. Folgende Angaben müssen je Position vorliegen:

Erdarbeiten und Bodenmanagement

Fläche und Tiefe des Oberbodenabtrags, geschätzte Bodenklasse nach DIN 18300, Zugänglichkeit für Maschinen (Handaushub vs. Bagger), Kubatur des abzufahrenden Aushubs in m³ inklusive vorgesehener Entsorgungsklasse. Ohne eine grobe Bodeneinschätzung – notfalls durch eine Baugrunduntersuchung – kann niemand seriös kalkulieren, ob Boden Z0, Z1.1/Z1.2 oder gar schadstoffbelastet ist.

Unterbau je Belagsfläche

Für jede befestigte Fläche: Aufbaustärke Frostschutzschicht, Körnung und Stärke der Tragschicht, abgestimmt auf die Nutzung (Fußgänger, PKW, LKW). Diese Angabe fehlt in vielen Laien-Ausschreibungen komplett – dabei entscheidet sie über Tragfähigkeit und Lebensdauer des Belags.

Beläge und Einfassungen

Je Fläche: Belagsart (Betonpflaster, Naturstein, Platten), Format, Stärke, Verlegemuster, Fugenmaterial, sowie die Randeinfassung als eigene Position in laufenden Metern (Hoch-, Tief- oder Rasenbord, Material, Fundamentausführung).

Entwässerung

Nur bei versiegelten Flächen relevant, dafür aber zwingend: Rinnen in lfd.m, Abläufe und Sickerschächte in Stück, geplantes Gefälle (mindestens 2 % vom Gebäude weg), Anschluss an Kanal oder Versickerung. Grundleitungen unterhalb der Bodenplatte gehören nicht in dieses LV, sondern ins Gewerk Rohbau/Sanitär.

Mauern, Zäune, Stufen

Je Abschnitt: Länge, Höhe, Material, Fundamentausführung; bei Mauern über 1,20 m ist ein statischer Nachweis einzuplanen. Stufen und Podeste werden nach Stückzahl mit Auftritt/Setzstufe erfasst. Metallzäune und -tore gehören fachlich zum Metallbau, nicht zum GaLaBau-LV – das ist eine häufige Schnittstellenverwechslung.

Vegetationsflächen

Je Fläche: Bodenvorbereitung (Bodenverbesserung, Mutterboden-Stärke), Rasenart (Ansaat oder Rollrasen) in m², Pflanzung von Gehölzen nach Stückzahl mit Angabe von Pflanzgröße bzw. Stammumfang. Fertigstellungs- und Entwicklungspflege gehört als eigene Position dazu, wenn sie beauftragt werden soll.

Sonstiges

Baustelleneinrichtung und -räumung, Leerrohre für spätere Außenbeleuchtung (Abstimmung mit Elektriker), Vorbereitung für Bewässerungstechnik, Feinplanum und Endreinigung als eigene Abschlusspositionen.

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Praxistipp: Lassen Sie sich für jede Fläche die komplette Aufbaukette – Aushub, Tragschicht, Bettung, Belag, Einfassung, Fugen – als durchnummerierte Positionsfolge zeigen. Fehlt eine Schicht in der Kette, fehlt sie meist auch auf der Baustelle.
Außenanlagen & GaLaBau – Construction workers in reflective vests and hardhats working outdoors on a landscaping project.
Foto: Nelson Axigoth / Pexels
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Vorbemerkungen: die Kalkulationsgrundlage über allen Positionen

Vor den eigentlichen Positionen gehören technische Vorbemerkungen ins LV, die für alle Bieter gleichermaßen gelten und Streit über Zusatzleistungen von vornherein vermeiden:

Fehlt eine Baugrunduntersuchung, sollte das LV eine Bodenklasse als Annahme benennen und dem Bieter die Möglichkeit einräumen, bei abweichendem Befund vor Ort einen geprüften Nachtrag anzumelden – transparent statt versteckt in der Kalkulation.

Außenanlagen & GaLaBau – Workers in safety gear tending a rooftop garden in Kowloon, Hong Kong, highlighting urban green spaces.
Foto: Jimmy Chan / Pexels
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Nebenleistungen nach VOB/C: Was bereits im Einheitspreis steckt

Nach VOB/C sind bestimmte Leistungen automatisch Bestandteil des Einheitspreises und dürfen nicht separat abgerechnet werden. Dazu gehören im Außenanlagenbau insbesondere:

Nicht enthalten und daher als eigene Position auszuweisen: Abfuhr und Entsorgung von schadstoffbelastetem Boden, Baumfällung mit behördlicher Genehmigung, Bewässerung neu angelegter Flächen über die übliche Anwachszeit hinaus, sowie jede Leistung, die über das vertraglich vereinbarte Aufmaß hinausgeht.

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Nachtrag-Falle: Wird im Aushub unerwartet Bauschutt oder schadstoffbelasteter Boden gefunden, ist die Mehrmenge nachtragsfähig – vorausgesetzt, die ursprüngliche Bodenklasse war im LV klar benannt. Ohne diese Referenz lässt sich später kaum beweisen, was Vertragsgrundlage war.
Außenanlagen & GaLaBau – Gardener in straw hat planting outdoors, surrounded by greenery and tiles.
Foto: Eraisy Ramos / Pexels

Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen

Ein belastbares Angebot trennt jede Fläche und jeden Abschnitt einzeln auf, nennt für Beläge die komplette Aufbaukette inklusive Tragschichtstärke, unterscheidet Unterbauten nach Nutzung und weist Entwässerung überall dort aus, wo versiegelt wird. Die Mengen sind nachvollziehbar in m², lfd.m oder Stück angegeben, nicht als vage Pauschale wie ‚Außenanlagen komplett'.

Ein unvollständiges Angebot erkennen Sie an fehlenden Tragschichtangaben, an einer einzigen Sammelposition für alle befestigten Flächen unabhängig von der Nutzung, an fehlender Erdmassenbilanz (wohin geht der Aushub, wie viele m³) und am Fehlen jeglicher Entwässerungsposition trotz großer versiegelter Fläche. Auch fehlende Angaben zur Fugenausbildung oder zur Randeinfassung sind ein Warnsignal – beides beeinflusst die Haltbarkeit erheblich.

Strukturierte Leistungsverzeichnisse, wie sie etwa mit byndl aus den Angaben des Bauherrn automatisiert erstellt werden, bilden genau diese Per-Fläche- und Per-Element-Logik ab und liefern zusätzlich eine Kostenschätzung sowie einen Terminplan, der die Abhängigkeiten zwischen den Gewerken berücksichtigt – Registrierung und Projektbeschreibung sind dabei kostenlos.

Schnittstellen zu anderen Gewerken

Außenanlagen berühren mehrere andere Gewerke, deren Leistungsgrenzen im LV klar gezogen werden müssen:

Die Ausführungsreihenfolge ist in der Regel: zuerst Grundleitungen und Erdverlegung (SAN/Elektro), dann Erdarbeiten und Unterbau (GaLaBau), dann Beläge und Einfassungen, dann Entwässerungselemente, zuletzt Mauern, Zäune und Bepflanzung. Wer die Reihenfolge umdreht, riskiert, bereits verlegte Beläge für nachträgliche Leitungsarbeiten wieder aufnehmen zu müssen.

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Häufige Fragen zur Außenanlagen & GaLaBau

Zwingend nötig ist sie nicht, aber ohne grobe Einschätzung der Bodenklasse kann kein Bieter die Aushub- und Entsorgungskosten seriös kalkulieren. Bei unklaren Verhältnissen sollte das LV eine Annahme benennen und Nachträge bei abweichendem Befund vertraglich regeln.
Das Verlegen der Leerrohre im Erdreich ist meist Teil des GaLaBau-Loses, die eigentliche Elektroinstallation und der Anschluss gehören ins Elektro-Gewerk. Beide Gewerke müssen die Trassenführung vorab abstimmen.
Eine Einfahrt muss Fahrzeuglasten tragen und braucht eine deutlich stärkere Tragschicht als eine nur begehbare Terrasse. Wird das im LV nicht getrennt, drohen entweder Absackungen unter der Einfahrt oder unnötig hohe Kosten bei der Terrasse.
Das ist ein nachtragsfähiger Mehraufwand, sofern im LV die ursprünglich angenommene Bodenklasse dokumentiert war. Die Entsorgung schadstoffbelasteten Bodens ist deutlich teurer und gehört als eigene Eventualposition ins LV.
Das hängt von Landesbauordnung und Höhe ab. Ab etwa 1,20 m Höhe ist in der Regel ein statischer Nachweis erforderlich, oft auch eine Genehmigung. Klären Sie das vor der Ausschreibung, damit die Position korrekt kalkuliert wird.
Rollrasen ist nach etwa zwei bis drei Wochen vorsichtig begehbar, Ansaatflächen brauchen deutlich länger, oft sechs bis acht Wochen intensive Pflege und Bewässerung, bevor sie normal genutzt werden können.