Fenster & Türen – Back view of anonymous male fitter in checkered shirt and apron mounting window with hinges near white walls at home
Ratgeber

Fenster & Türen ausschreiben: So bekommen Sie 2026 ein belastbares Angebot

5.000 € – 40.000 €
Typische Gesamtkosten
2 Wochen
Typische Projektdauer
1 Gewerke
Benötigte Fachbetriebe

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Fenster und Außentüren sind eines der wenigen Gewerke, bei denen ein einziger fehlender Wert – ein falscher Ug-Wert, eine vergessene Öffnungsart – die gesamte Fertigung verzögert. Anders als bei Malerarbeiten lässt sich hier nichts vor Ort nachbessern: Ein bestelltes Fenster mit falschen Maßen ist Sondermüll. Dieser Ratgeber zeigt, was in die Ausschreibung gehört, damit Angebote vergleichbar sind und die Baustelle nicht auf Nachträge wartet.

Fenster & Türen – Back view of unrecognizable craftsman using cordless screwdriver and assembling window while screwing metal hinge during renovation works in apartment
Foto: Ksenia Chernaya / Pexels

Wann dieses Gewerk gebraucht wird und was es umfasst

Das Gewerk Fenster & Türen wird bei drei typischen Anlässen beauftragt: im Neubau (Erstausstattung nach Rohbaufertigstellung), bei der energetischen Sanierung (kompletter Fenstertausch zur Erreichung eines GEG- oder KfW-Standards) und beim Einzelaustausch defekter oder undichter Elemente im Bestand. Der Leistungsumfang reicht von der Bestandsaufnahme über Demontage und Entsorgung der Altelemente bis zur Lieferung und RAL-gerechten Montage neuer Fenster, Außentüren, Rollläden und Sonnenschutzanlagen.

Nicht zum Gewerk gehören Innentüren, Wohnungseingangstüren mit Brandschutzanforderung, Innenfensterbänke, der Beiputz der Laibung innen und außen, Mauerwerksarbeiten an der Öffnung sowie der Elektroanschluss von Rollladenmotoren. Diese Leistungen fallen in andere Gewerke – dazu mehr im Abschnitt Schnittstellen. Wer das nicht sauber trennt, bekommt Angebote, die scheinbar günstig sind, weil wesentliche Teilleistungen fehlen.

Fenster & Türen – Unrecognizable professional male worker assembling white window with cordless screwdriver with drill near windowsill with reflection on glass during repair works in apartment
Foto: Ksenia Chernaya / Pexels
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Was ins Leistungsverzeichnis gehört

Der häufigste Fehler in Laien-Ausschreibungen: Fenster werden als Quadratmeter-Sammelposition ausgeschrieben (»45 m² Kunststofffenster«). Das lässt keine seriöse Kalkulation zu, weil kleine und große Fenster, unterschiedliche Öffnungsarten und Sonderverglasungen völlig unterschiedliche Fertigungsaufwände haben. Fenster gehören immer stückbezogen ins LV – jedes Element oder jeder identische Fenstertyp als eigene Position mit Stückzahl.

Für jede Fensterposition brauchen Bieter mindestens:

Bei Außentüren gilt dieselbe Logik: Material, Maße, Ausstattung (Griffgarnitur, Schließzylinder, ggf. Mehrfachverriegelung), Schwellenausführung (barrierefrei ja/nein) und – falls gewünscht – ein Schließsystem als eigene Position. Rollläden werden je Fenstertyp ausgewiesen, mit Bauart (Vorbau-, Aufsatz- oder Rollladen im Kasten) und Antriebsart (Gurt, Kurbel, Elektromotor mit Funk). Außenfensterbänke werden in laufenden Metern abgerechnet; bei einer Zusammenfassung als Stückposition sind Länge und Ausladung zwingend im Text zu nennen, da unterschiedliche Längen niemals in einer Position zusammengefasst werden dürfen.

Fehlen einzelne Maße zum Zeitpunkt der Ausschreibung, gehört das offen ins LV mit einer klaren Kennzeichnung als Annahme und einem Hinweis, dass ein verbindliches Aufmaß vor Fertigungsfreigabe erfolgt.

💡
Praxistipp: Legen Sie vor der Ausschreibung eine Elementliste je Fenster und Tür an – mit Raum, Maß, Öffnungsart und Glasqualität. Diese Liste ist die Grundlage jeder seriösen Kalkulation und verhindert, dass Bieter eigene, voneinander abweichende Annahmen treffen.
Fenster & Türen – Unrecognizable male master wearing dirty apron standing near window with white frames on wooden workbench while working in professional studio
Foto: Ksenia Chernaya / Pexels
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Vorbemerkungen: die Kalkulationsgrundlage über allen Positionen

Vor den eigentlichen Positionen gehören in jedes Fenster-LV verbindliche Vorbemerkungen, auf die sich alle Einheitspreise beziehen. Dazu zählen die einschlägigen Normen: DIN 18055 für Fenster und Fenstertüren, DIN EN 14351-1 als Produktnorm für Fenster und Außentüren, DIN 18361 für Verglasungsarbeiten, das Gebäudeenergiegesetz für die energetischen Mindestanforderungen sowie bei Sicherheitsanforderungen DIN EN 1627 bis 1630 für Einbruchhemmung. Die Montage ist nach der RAL-Montagerichtlinie mit dreiebenigem Anschluss (innen dampfdicht, außen schlagregendicht, dazwischen wärmegedämmt) auszuführen und explizit zu fordern.

Zur Aufmaßregel gehört die Klarstellung, wer vor Fertigungsfreigabe ein verbindliches Aufmaß nimmt und wer bei Abweichungen zwischen Ausschreibungsmaß und Baumaß haftet. In der Regel führt der beauftragte Betrieb vor Bestellung ein eigenes Aufmaß durch – dieses ersetzt die Angebotsmaße, ändert aber nichts an der vereinbarten Ausführungsqualität.

Der Bieter muss vor Angebotsabgabe prüfen: die Tragfähigkeit und Maßhaltigkeit der vorhandenen Öffnungen, den Wandaufbau für den Dämmanschluss, die Zugänglichkeit der Fassade (Gerüstbedarf ab welchem Geschoss), sowie bei Sanierungen den Zustand der Laibungen. Wird bei dieser Prüfung eine Öffnungsanpassung notwendig, ist das kein Fenster-Gewerk, sondern gehört – siehe unten – in den Rohbau.

⚠️
U-Werte konkret fordern: Die Angabe 3-fach Verglasung allein sagt nichts über die Dämmleistung aus. Fordern Sie immer den Ug-Wert der Verglasung und den Uw-Wert des kompletten Elements – nur so ist ein Angebot mit den GEG- oder KfW-Anforderungen vergleichbar.
Fenster & Türen – Crop unrecognizable workman in glove applying caulk from bottle on seam during window montage work in building
Foto: Erik Mclean / Pexels

Nebenleistungen nach VOB/C: was bereits im Preis steckt

Nach VOB/C sind bestimmte Leistungen automatisch Bestandteil des Einheitspreises und dürfen nicht als Zusatzposition oder Nachtrag auftauchen. Dazu gehören bei Fenstern und Türen: die dreiebenige RAL-Bauanschlussabdichtung inklusive aller Dichtstoffe und Dampfsperrfolien, die Justierung und Einregulierung der Beschläge nach Einbau, die Reinigung der Verglasung nach Montage, der innerbetriebliche Materialtransport sowie bei kleineren Maßnahmen die Baustellensicherung und der Staubschutz. Bei Rollläden zählen die Führungsschienen zum Lieferumfang der Rollladenposition und werden nicht separat berechnet.

Nicht im Einheitspreis enthalten – und deshalb als eigene Position auszuschreiben, sofern gewünscht – sind Demontage und Entsorgung der Altelemente, eine umfangreiche Baustelleneinrichtung bei größeren Sanierungsprojekten sowie Sonderaufmaße bei Bogen- oder Denkmalformen. Wichtig für die Vergleichbarkeit von Angeboten: Wenn ein Bieter Demontage und Entsorgung nicht anbietet, muss das im Angebot klar ausgewiesen sein – sonst entsteht später ein teurer Nachtrag für eine Leistung, die eigentlich hätte mitausgeschrieben werden müssen.

Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen

Ein belastbares Angebot listet jedes Fenster und jede Tür einzeln oder nach identischem Typ mit Stückzahl auf – niemals als pauschale Quadratmeterposition für das ganze Haus. Es nennt für jede Position Material, Maße, Ug- und Uw-Wert, Öffnungsart und die Montageart nach RAL. Sicherheitsbeschläge sind mit RC-Klasse benannt, nicht nur als »einbruchhemmend« bezeichnet. Außenfensterbänke sind mit Länge und Ausladung in laufenden Metern aufgeführt, nicht pauschal als Posten »Fensterbänke komplett«.

Ein unvollständiges Angebot erkennen Sie an folgenden Warnsignalen: ein einziger Gesamtpreis für alle Fenster ohne Aufschlüsselung nach Typ und Maß, fehlende U-Wert-Angaben, kein Hinweis auf die RAL-Montagerichtlinie, keine klare Trennung zwischen Liefer-, Montage-, Demontage- und Entsorgungsleistung sowie fehlende Angaben zu Gewährleistungsfrist und Ausführungszeitraum. Auch die Bauart der Rollläden (Vorbau, Aufsatz oder im Kasten integriert) sollte explizit genannt sein – ein pauschaler Vorbaurollladen passt nicht auf jedes Fenster und führt sonst zu Nachverhandlungen.

💡
Vergleichbarkeit sichern: Fordern Sie von allen Bietern dieselbe Elementliste mit identischer Nummerierung. So lassen sich Angebote position für Position gegenüberstellen, statt Pauschalsummen zu vergleichen, die auf unterschiedlichen Annahmen beruhen. Werkzeuge wie byndl erzeugen aus Ihren Angaben automatisch ein durchnummeriertes, mengengeprüftes Leistungsverzeichnis, das genau diese Vergleichbarkeit zwischen mehreren Betrieben herstellt.

Schnittstellen zu anderen Gewerken

Fenster- und Türenmontage berührt mehrere andere Gewerke, und die Zuständigkeit ist in der Praxis eine häufige Nachtragsquelle. Der Rohbau ist zuständig für Änderungen an der Maueröffnung: Laibung vergrößern oder verkleinern, Sturz austauschen, Brüstung abbrechen. Der Fensterbauer baut ausschließlich in eine vorbereitete, maßhaltige Öffnung ein – Öffnungsänderungen gehören nicht in dieses Gewerk und müssen vorher abgeschlossen sein.

Der Trockenbau/Tischler liefert Innenfensterbänke sowie Wohnungseingangs- und Wohnungsabschlusstüren mit Brandschutzanforderung – diese werden im Fenster-LV nicht mitausgeschrieben. Der Maler übernimmt den Beiputz der Laibung innen und außen sowie die Endbeschichtung; die Elektrofachkraft schließt Rollladenmotoren und Video-Gegensprechanlagen an, während der Fensterbauer nur die Vorrüstung oder Kabelaussparung liefert. Bei einem Wärmedämmverbundsystem übernimmt die Fassadenfirma den Laibungsanschluss und die Dämmung, das Gerüst stellt der Gerüstbauer bereit, wenn Arbeiten im Obergeschoss anstehen.

Für den Bauablauf bedeutet das: Rohbau und Maueröffnungen müssen vor dem Aufmaß fertiggestellt sein, das verbindliche Aufmaß wiederum liegt der Fertigung zugrunde und sollte mit ausreichend Vorlauf – je nach Material und Auftragslage vier bis zwölf Wochen – vor dem gewünschten Montagetermin erfolgen. Malerarbeiten an der Laibung und der Anschluss der Rollladenmotoren folgen erst nach abgeschlossener Fenstermontage. Eine gute Ausschreibung macht diese Abhängigkeiten sichtbar, statt sie dem Zufall der Baustellenkoordination zu überlassen – genau hier setzt ein Terminplan an, der die Gewerke-Reihenfolge von vornherein berücksichtigt, wie ihn etwa byndl aus den Projektangaben automatisch erstellt.

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Häufige Fragen zur Fenster & Türen

Weil zwei Fenster mit gleicher Fläche völlig unterschiedlich aufwendig zu fertigen sein können – ein kleines Bad-Fenster mit Kippflügel kostet je Quadratmeter mehr als ein großes Wohnzimmerfenster. Eine m²-Sammelposition verhindert echte Vergleichbarkeit und öffnet Tür und Tor für Nachträge.
Raum, Breite × Höhe, Öffnungsart, Rahmenmaterial, Verglasungsaufbau mit Ug-Wert und den gewünschten Uw-Zielwert. Fehlt eines dieser Merkmale, kann kein Bieter seriös kalkulieren.
Die dreiebenige RAL-Bauanschlussabdichtung gehört nach VOB/C zum Einheitspreis jeder Fenster- und Türposition und darf nicht separat berechnet werden. Wird sie im Angebot als Zusatzposition geführt, ist das ein Warnsignal.
Das ist Sache des Rohbau-Gewerks, nicht des Fensterbauers. Sturzänderungen, Laibungsanpassungen und Brüstungsabbruch gehören in ein separates Rohbau-Leistungsverzeichnis und müssen vor dem Fensteraufmaß abgeschlossen sein.
Der Ug-Wert beschreibt nur die Dämmleistung der Glasscheibe, der Uw-Wert die des kompletten Fensters inklusive Rahmen. Für GEG- und KfW-Nachweise ist ausschließlich der Uw-Wert relevant.
Nein. Innenfensterbänke gehören zum Tischler- oder Trockenbau-Gewerk und werden dort separat beauftragt. Im Fenster-LV werden nur die Außenfensterbänke in laufenden Metern erfasst.